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Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (4)

06.12.2008 – Malaga

In der Nacht passierten wir erneut die Straße von Gibraltar und die Sicht war wie ein paar Tage zuvor wieder ausgezeichnet. Ich war erneut beeindruckt von der Passage und beobachtete die Lichter an beiden Ufern von Deck 9 aus. Ein einfach grandioser Anblick!

Nach nur wenig Schlaf bewunderte ich in der Früh den tollen Sonnenaufgang und das Einlaufen in den Hafen von Malaga, der zweitgrößten Stadt Andalusiens und sechstgrößten Stadt Spaniens.

Da Gerald ja am Vortag etwas geschwächelt hatte, gab es keine Pläne für einen Landgang. Nach dem Frühstück legten wir uns auf Deck 10 in die Sonne – eingehüllt in schwarz-gelbe Wolldecken – und genossen die Sonne. Der Hafen von Malaga wurde seit letztem Jahr anscheinend umgebaut, jedenfalls kannte ich dieses neue Terminal noch nicht. Eigentlich wäre ich ja gerne zu dem Strand in Sichtweite spaziert, aber in der Sonne war es so schön und entspannend und so lies ich nach einem Telefonat mit meiner Mutter den Strand Strand sein und kuschelte mich in meine Decke (besser gesagt Wullis Decke^^).

Mittags gab es spanische Spezialitäten im Buffetrestaurant: Paella bis zum Abwinken! Fein!

Leider verließen wir um 13.15 Uhr den Hafen von Malaga bereits wieder.

Der Magen voll, die letzte Nacht kurz – da gibt es doch nichts schöneres als sich in die Sonne zu legen, was ich auch tat. Das Ende vom Lied war natürlich ein ziemlich rotes Gesicht zum Abendessen! Aufgrund der Temperaturen von ca. 18°C war auch keine Wolldecke mehr notwendig.

Um 15.30 Uhr gab es einen Vortrag zur Ausschiffung in Savona, die wie immer ablaufen sollte: farbiger Kofferanhänger in der Kabine und die jeweiligen Treffpunkte in Today. Im Anschluss holte ich unser kostenloses Foto vom CostaClub-Cocktail. Maaaann, warum müssen manche Leute immer drängeln und schieben, davon geht es auch nicht schneller. Das Foto nimmt einem ja keiner weg. Immer wieder dasselbe!

Zum „Auf Wiedersehen-Gala-Abendessen“ war mal wieder elegante Kleidung angesagt. Da ich aber mein Abendkleid bereits drei Mal an hatte entschied ich mich für mein Dirndl (= mein Hochzeitskleid). Auf unseren letzten beiden Kreuzfahrten hatten ja viele aus unserer Gruppe Tracht getragen (auf der Costa Mediterranea auch die Schotten^^), hier aber war ich so ziemlich die einzige und wurde auch dementsprechend angestarrt. Besonders zwei ältere italienische Damen auf der Toilette waren begeistert, während eine der deutschen Gäste bei meinem Anblick etwas pikiert schaute und sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen konnte. Mein Dirndl war ihr wohl nicht „Gala“ genug – egal, ihr „topschickes“ Twinset war auch nicht gerade der Reißer.

Vor dem Essen gönnten wir uns einen Cocktail des Tages an der Mittelbar (Mamas Lieblingscocktail „Sex in the Beach“). Der Pianospieler Valerio konnte es nicht lassen, sich über mich lustig zu machen und hauchte grinsend „Luca Toni! Amore!“ in sein Mikro als er mich sah. Ich sollte im Suff einfach meine Klappe halten!

Das Essen selber war an diesem Abend einfach traumhaft. Seit über einem Jahr hatte ich mich auf das Jakobsmuschel-Gratin gefreut. Wahnsinn, ich könnte das Zeug tonnenweise in mich rein schaufeln! Am Ende des Essens gab es die obligatorische Eisbombe mit Wunderkerzen (und Zuckerschock-Gefahr). Das Eis ist ja ganz lecker, aber dieses Zuckerzeug – wähhh! Gehört nun aber dazu, also einfach runter mit den Kalorien!

An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zu den Franzosen am Nebentisch sagen: Ich verstehe es wirklich, dass man nicht so leicht schicke Abendgarderobe für Schwangere bekommt, auch dass man in diesem „Zustand“ nicht unbedingt gerne hohe Schuhe trägt. ABER jeden Abend diese grässlichen roten Turnschuhe? Und eine weiße, knielange Sporthose hat nun wirklich nichts mit Gala-Kleidung zu tun!!! Außerdem gehört es sich nicht, permanent eine halbe Stunde zu spät zum Essen zu kommen. So nicht, Froschfresser-Lady! Über die Tischmanieren und das ständige Gemotze will ich jetzt mal lieber gar nichts sagen.

Nach dem Essen gingen wir auf Shopping-Tour, gönnten uns einen Cocktail in der Mittelbar und bespaßten uns beim „Spiel des Apollo“. Es sollte der jeweilige Rhythmus verschiedener Lieder erraten werden und ich musste mich natürlich blamieren, da ich von zwei Leuten falsche Informationen bekam (nix Rumba, das war ein fucking Bossa Nova!!). Dann ging es weiter in die Sport-Bar, wo das Spiel Lazio gegen Inter lief und Lazio leider 0:3 verlor. Gut, dass wir nur den Schluss sahen. Dafür hatten wir mal wieder das Vergnügen mit unserem besoffenen Engländer. Dieser war uns schon öfter aufgefallen, besonders mir nachdem er mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ein großes Tier auf meinem Rücken rumkrabbeln würde (*kicher*). Leider hatte der Typ einen fürchterlichen Dialekt und ich verstand ihn fast nicht. Konnte aber auch daran liegen, dass er einfach nur aufgrund seines Alkoholkonsums „etwas“ lallte. Nach ein paar Mitternachtssnacks gönnten wir uns noch einen Absacker in der Mittelbar und gingen dann auf unsere Kabine.

07.12.2008 – 4. Seetag

Für unseren letzten Tag auf der Costa Serena hatte uns Kapitän Paolo Benini etwas ganz besonderes versprochen: er würde uns ganz nahe an Mallorca vorbei fahren! Daher zog es mich auch verhältnismäßig früh aus dem Bett und ins Freie. Gegen 10 Uhr erschien tatsächlich die bekannte Urlaubsinsel vor uns. Obwohl es etwas frisch war waren viele Leute auf den oberen Decks, um den Ausblick zu bewundern. Ich schnappte mir eine Decke und machte zahlreiche Fotos bis mir der Akku finito meldete. So was muss natürlich immer dann passieren, wenn man es am wenigsten braucht.

Ich holte Gerald, der ein bisschen länger geschlafen hatte, in der Kabine ab und begab mich wieder „nach oben“, um eine Kleinigkeit zu frühstücken während wir an Mallorca vorbei schipperten. Beim Pool Lido Urano trafen wir auch wieder auf unseren englischen Freund, der zunächst am Pool schlief und sich dann an der Wassergymnastik erfreute (Der alte Spanner!!^^).

Mittags gab es italienische Spezialitäten, was für uns Muscheln, Calamari und Meeresfrüchtesalat ohne Ende bedeutete. Dieses Leckereien würde ich zu Hause wirklich vermissen!

Eigentlich hatte ich ja vor den Rest des Tages bratend in der Sonne zu verbringen, aber leider war es mir draußen doch etwas zu windig und so beschloss ich, einfach ein wenig durch das Schiff zu schleichen. Später war es dann auch Zeit, die Koffer zu packen.

Nachdem Abendessen verabschiedeten wir uns von unseren Kellnern im Restaurant Ceres (deren Namen ich mir leider die ganze Fahrt über nicht merken konnte) und gingen ins Buffetestaurant. Nein, wir hatten keinen Hunger mehr, nur einfach Lust auf ein letztes Stück Pizza und auf eine weitere Ladung von dem leckeren Meeresfrüchtesalat. Zum krönenden Abschluss durfte natürlich ein Cocktail an der Bar Lido Sole nicht fehlen. Da mir der Cocktail des Tages nicht zusagte („Pina Colada“) gab es für mich „Margarita“ und für Gerald Gin Tonic.

In der Sport-Bar wurde das Spiel irgendwer (ich nannte die Mannschaft der Einfachheit halber „Schalke“) gegen Genua übertragen. Also ich muss schon sagen, von der Serie A hätte ich mehr erwartet. Total langweiliges Gekicke. Dafür konnten wir mal wieder unseren englischen Freund und seine besondere Art einen Cocktail zu trinken beobachten. Bei ihm lief das folgendermaßen ab: Früchtedekoration entfernen – Strohhalm entfernen – Glas zwei Mal schwenken – runter mit der Plörre und zwar auf ex! Da war es natürlich auch kein Wunder, dass der gute Mann auffallend oft einen sitzen hatte. Ich labte mich derweilen an „Long Island Iced Tea“ und es war ein Wunder, dass ich noch halbwegs gerade durchs Schiff laufen konnte.

Zwischendurch musste ich noch in unsere Kabine, um mich umzuziehen (bequeme Klamotten für die Heimreise) und die Koffer vor die Kabine zu stellen (werden in der Nacht abgeholt).

Unseren letzten Abend ließen wir in der Mittelbar ausklingen. Nachdem wir noch ein paar Fotos mit unseren Kellnern und natürlich auch mit Valerio gemacht hatten hieß es schließlich endgültig von allen Abschied nehmen.

08.12.2008 – Savona

An unserem letzten Morgen an Bord erreichte die Costa Serena gegen 9 Uhr den Hafen von Savona. Zuvor wurden wir bereits unsanft durch lautes Rufen und Klopfen geweckt. Mit unserem Handgepäck (die Koffer waren bereits in der Nacht geholt worden) verließen wir unsere Kabine und frühstückten schnell eine Kleinigkeit im Buffetrestaurant, wo natürlich ziemlicher Andrang herrschte, da sich wohl die meisten noch ein letztes Mal den Magen voll schlagen wollten. Im Salon Luna warteten wir anschließend auf unsere Ausschiffung, die wie immer schnell und problemlos ablief. Bevor wir es überhaupt richtig mitbekamen waren wir schon von Bord und unser Urlaub war endgültig vorbei. Schade!

Unsere Koffer fanden wir auch ziemlich schnell und nachdem wir die italienischen Horden vorbei gelassen hatten machte ich mich auf die Suche nach unserem Bus während Gerald vor dem Terminal auf mich wartete und das Gepäck bewachte. Die wartenden Busse waren gut sichtbar mit den einzelnen Haltepunkten beschildert und so hätte ich unseren Bus auch ohne die Hilfe einer netten Costa-Mitarbeiterin gefunden. Er war natürlich der letzte in der Reihe. Nach einem kurzen Gespräch mit den Busfahrern bekamen wir auch einen schönen Platz unten im äußerst komfortablen „Reisebus der neusten Generation“. Da wir die ersten Passagiere waren vertrieben wir uns die Wartezeit bis zur Abfahrt mit einem Spaziergang bei 12°C und strahlendem Sonnenschein durch den Hafen und bewunderten ein letztes Mal die Costa Serena . Ich wäre so gerne wieder an Bord gegangen!

Über den Brenner fuhren wir schließlich Richtung Heimat. Auf der problemlosen Fahrt vertrieb ich mir die Zeit mit Musik hören und dösen. Nebenbei liefen auch Filme und um 20 Uhr konnten wir dank Satellitenempfang auch die Tagesschau sehen. Gegen 21 Uhr erreichten wir München-Fröttmaning. Nachdem wir uns von unseren Mitreisenden verabschiedet hatten fuhren wir nach kurzer Wartezeit mit dem Taxi zum Hauptbahnhof. Da unser Zug erst um 22.44 Uhr abfahren sollte nutzten wir die Zeit und stopften uns beim Burger King die Mägen voll. Um 00.30 Uhr hatte uns schließlich die Heimat wieder und wir wurden von meiner Mutter am Regensburger Hauptbahnhof in Empfang genommen.

Jetzt, nachdem ein paar Wochen seit unserer Reise vergangen sind, kann ich rückblickend sagen, dass es eine wirklich schöne Kreuzfahrt auf einem tollen Schiff war. Auch wenn ich gerne mehr Ausflüge gemacht hätte so war es insgesamt ein nahezu perfekter Urlaub. Im Dezember in Sommerklamotten in der Sonne liegen und sich die Meerluft um die Nase wehen lassen – was will man mehr?

Am Ende meines „kleinen“ Reiseberichts möchte ich mich bei Kapitän Paolo Benini und der gesamten Crew der Costa Serena für diese unvergessliche, wunderschöne Kreuzfahrt bedanken.

Mein besonderer Dank gilt den Ärzten, Schwestern und Therapeuten, die meinen Mann nach seiner Erkrankung wieder auf die Beine gebracht haben, so dass er mit mir diese Reise machen konnte, sowie meiner Mutter und meinen Freunden, die mich in dieser schlimmen Zeit unterstützt haben.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Falls es die Götter gut mit uns meinen werde ich mich Ende des Jahres mit „Spanien, Marokko und Atlantische Inseln reloaded“ wieder melden…

Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (3)

04.12.2008 – Funchal

Gegen 7 Uhr lief die Costa Serena in den Hafen von Funchal ein. Ein toller Anblick, v.a. wenn man dabei noch im Bett liegt. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass eine Balkonkabine etwas tolles ist?^^)

Funchal ist die Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, die ca. 1.000 km südwestlich von Lissabon und ca. 700 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantik liegt. Madeira ist v.a. für seine üppige Vegetation bekannt.

Nachdem auch Gerald endlich aufgestanden war begaben wir uns zum Frühstücken auf Deck 9 und später auch auf Deck 10, wo wir uns dann auch die Zeit bis zum Mittagessen mit Schreiben und Lesen vertrieben. Mit uns im Hafen lagen die „Splendour of the Seas“ und die „AIDAcara“. Das Wetter war wirklich traumhaft: blauer Himmel, Sonnenschein und bis zu 20°C warm. So muss ein Urlaub sein! Ich wäre in der Sonne auf Deck 10 beinahe eingeschlafen.

Mittags gab es „mediterrane Spezialitäten“: Muscheln und Tintenfisch bis zum Abwinken! Lecker! Wieder einmal stellte sich mir die Frage, wie viel ein Mensch eigentlich essen kann bevor er platzt. An diesem Tag war ich nahe dran das heraus zu finden.

Leider zogen bis zum Nachmittag ein paar dunkle Wolken auf, es blieb aber dennoch schön und angenehm warm. Wir gingen gegen 14 Uhr von Bord um Funchal etwas zu erkunden. Obwohl ich gerne etwas mehr von der Stadt gesehen hätte kamen wir leider nicht all zu weit, da es Gerald nicht so gut ging und er nach kurzer Zeit doch arg zu schwanken begann. Also spazierten wir lediglich ein bisschen in Hafennähe herum, begutachteten die AIDAcara und die Splendour otS und verzogen uns schließlich wieder auf Deck 10 in die Sonne.

Ich muss schon sagen, Anfang Dezember im kurzen Rock und Top in der Sonne zu liegen hat wirklich was. Nachdem ich meinen mitgebrachten Roman von Dan Brown innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte beschränkte ich mich die letzten Tage der Fahrt darauf einfach nur Musik zu hören und die Sonne zu genießen.

Gegen 18 Uhr verließen wir den Hafen von Funchal wieder und nahmen Kurs auf Malaga. In der Abendsonne sah die Stadt wirklich schön aus.

Nach einem wie immer äußerst üppigen Abendessen gingen wir auf Deck 9, um dort eine Tasse Tee bzw. Kaffee zu trinken. Der Tee bzw. Kaffee dort ist umsonst und besonders der Kaffee soll nicht so unbedingt der Brüller sein. Über den Tee kann ich mich nicht beklagen, schmeckte bei mir eh meist nur nach Zitrone.

Anschließend erstanden wir ein paar Fotos vom ersten Galaabend und gönnten uns einen Cocktail des Tages („Planters Punch“) in der Mittelbar. Ich lese ja immer wieder in Berichten, dass die Fotografen an Bord so schrecklich aufdringlich und die Preise für die Fotos fürchterlich überzogen wären. Mit den Fotografen hatte ich noch auf keinem Costa-Schiff Probleme (wobei sie auf der Mediterranea manchmal schon nervten), man sagt einfach höflich „nein danke“ und gut ist es oder lächelt einfach in die Kamera. Klar sind die Bilder schweineteuer, aber man MUSS sie ja auch nicht kaufen. Wir gönnen uns eigentlich von jeder Fahrt das ein oder andere Bild, v.a. die mit der Reiseroute drauf haben es mir angetan, die machen sich so schön im Eingangsbereich unserer Wohnung.

Da Gerald an diesem Tag etwas schwächelte ging er früh zurück auf unsere Kabine während ich endlich meine Postkarten zum Fotoshop brachte, ein wenig durchs Schiff schlenderte, einen Italiener abblitzen ließ und mir zum Schluss noch die „Tropical Party“ (mit „warmen Sommer-Rhythmen“ und bunten Blumenketten für die Gäste) auf Deck 9 gab. Da sich meine Feierlaune aber irgendwie auch in Grenzen hielt war mein Aufenthalt nur von kurzer Dauer. Die anderen Leute schienen aber ihren Spaß zu haben, v.a. die Italienerin mit der Pferdefresse am Nebentisch. Ich glaube, jeder 25jährige Ackergaul hat bessere Zähne als diese Tante. Eigentlich wollte ich ja noch das „Buffet unter den Sternen“ plündern, aber in meinem Magen war leider kein Platz mehr. So schlenderte ich nach einem Cocktail mitsamt meiner Beute (geschenktes Cocktailglas vom netten Kellner) Richtung Kabine.

05.12.2008 – 3. Seetag

Während die Costa Serena auf dem offenen Meer mit Kurs auf die Straße von Gibraltar navigierte war bei uns mal wieder (oder wie immer?) Erholung und Entspannung angesagt. Wie schliefen relativ lange – uns wurde ja auch in der Nacht eine Stunde „geklaut“ – und machten es uns es nach dem Frühstück auf Deck 9 beim Pool Lido Urano bequem. Zu unserer Belustigung gab es Wassergymnastik und auch unser Freund Gully leistete uns mal wieder Gesellschaft (*kicher*). Während Gerald auf einer der Ligen am Pool etwas döste verzog ich mich auf eine Liege einen Stock höher in der Sonne. Es war einfach herrlich – Sonnenschein, der Atlantik, der frische Wind! Immer mehr Menschen lockte die Sonne auf die oberen Decks – teilweise im Badeanzug, aber auch mit Winterjacke und Mütze (Italiener sind Weicheier!!).

Mittags gab es im Buffetrestaurant laut „Today“ indianische Spezialitäten (Oder sollten eigentlich indische gemeint sein? Danach sah es jedenfalls eher aus^^). Bei Gerald gab es an diesem Tag ausnahmsweise amerikanische Spezialitäten: Burger und Hot Dog. Ist auch mal ganz lecker, allerdings bevorzuge ich im Urlaub generell die Speisen, die ich zu Hause nicht bekomme.

Leider verschwand die Sonne im Laufe des Nachmittags und es wurde immer dunkler. So wurde es nichts aus einem erneuten Sonnenbad und Gerald hoffte wie immer (vergeblich) auf einen schweren Sturm. Nun gut, Kotztüten waren ja überall auf in den Treppenhäusern und Gängen verteilt (eignen sich hervorragend als Mitbringsel^^). Leider hatten wir um 13 Uhr die Vorführung mit den Eisskulpturen-Schnitzereien verpasst, da ich da noch in der Sonne gelegen hatte.

Was also tun an diesem Seetag? Da ich generell kein Fan von Spielen und sonstigen Animationsgeschichten bin entschloss ich mich einfach gar nichts zu tun und mich nebenbei über die anderen Passagiere zu amüsieren – wie über den Typ mit dem Flachmann am Tisch nebenan (kein Witz! Der hatte echt einen in seiner Jacke^^) sowie immer wieder neue Dinge auf dem Schiff zu entdecken (Waaaas, da ist auch ein Klo? Und ich renne immer quer durchs ganze Schiff!^^).

Dass Italiener immer in lärmenden Horden auftreten und nach dem Essen einen riesigen Saustall mit lauter noch halb vollen Tellern hinter lassen hatten wir ja bereits bei unseren letzten beiden Kreuzfahrten mit Costa bemerkt. Daran hatte sich auch nichts geändert. Aber so sind sie eben und mich darüber aufzuregen ist mir prinzipiell zu dumm. Es wäre allerdings echt mal schön, wenn sie ihre Kinder nicht ständig in den für Erwachsene reservierten Pool lassen würden. Auffällig war auch, dass sich die Wahl der Kleidung insgesamt eindeutig zum schlechteren gewandelt hatte. Gerade von den Italienern war ich da besseres gewohnt. Es befanden sich auch relativ viele deutsche Passagiere an Bord (v.a. aus der Generation 50+), die aber kaum auffällig wurden. Insgesamt konnte man mit allen Passagieren gut auskommen. Wer nervte wurde ignoriert oder ihm wurde einfach ein Ohr abgeschnitten. Als sehr angenehm empfand ich, dass man immer irgendwo ein stilles Plätzchen finden konnte, auch an Seetagen. Ja, ihr ewig nörgelnden Mitreisenden, wer suchet der findet – sogar ein stilles Plätzchen (und damit meine ich nicht die Toiletten^^). Wenn ich mich allerdings direkt dort hinlege, wo die Animatösen ihre Auftritte haben brauche ich mich auch nicht über die laute Musik etc. beschweren.

Und weil wir schon mal bei Beobachtungen sind, das Personal war wie gewohnt immer äußerst freundlich und bemüht, uns den Aufenthalt auf dem Schiff möglichst angenehm zu machen. Großes Lob an dieser Stelle! Sauberkeit wurde groß geschrieben, immer war irgendwo einer am Putzen. Das Essen war auch einfach gigantisch. Wer hier nicht satt wurde, dem ist nicht mehr zu helfen. Wie viel Kilo ich mir letztendlich auf dieser Reise angefressen hatte wird nicht verraten. Besonders mit den Kellnern in unseren „Stammbars“ hatten wir immer unseren Spaß (ich denke hier besonders an den netten Kellner aus der Sport-Bar, der nun weiß, dass Hefe wichtig für die Schönheit ist^^).

Das Schiff selber ist einfach riesig! Was aber nicht von Nachteil ist, da man so ausreichend Bewegung hat (Wenn ich jetzt eine Runde drehe, dann müsste eigentlich noch ein Stück Pizza in mich rein passen^^). Die Einrichtung mag manchen zu bunt sein, mir persönlich gefiel sie total gut (die Costa Mediterranea fand ich da schlimmer). Ich bin ja hier schließlich im Urlaub und nicht auf einer Trauerfeier. Ich werde es auf alle Fälle niemals bereuen, dass ich mich für eine Fahrt mit der Costa Serena entschieden hatte. Mit diesem Schiff würde ich jederzeit wieder eine Kreuzfahrt machen.

Um 17.30 Uhr waren wir zum CostaClub-Cocktail eingeladen. Kapitän Paolo Benini begrüßte seine Gäste in den verschiedenen Sprachen, deutsch muss er allerdings noch etwas üben. Es gab wie immer Gratis-Getränke und Häppchen.

Im Anschluss war italienischer Abend im Restaurant Ceres. Natürlich dufte die Show der Kellner am Ende des Essens nicht fehlen (immer wieder nett anzusehen, v.a. die „sexy“ Tanzeinlage).

Danach verschwanden wir schnell in unserer Kabine, um Anzug bzw. Abendkleid gegen ein bequemes Outfit zu tauschen, denn heute stand das Bundesliga-Spitzenspiel FC Bayern gegen Hoffenheim auf dem Plan – sofern es übertragen werden sollte. In der Sport-Bar warteten auch schon ein paar deutsche Gäste und wir erfuhren, dass alles davon abhängen würde, welcher Satellit angesteuert werden würde. Also Daumendrücken und die Rezeption mit Anrufen bombardieren! Und es klappte tatsächlich – wir konnten das Spiel auf „Dubai Sports“ verfolgen! Es war einfach zum Brüllen! (und ich bin mir sicher, der Kommentator sagte „Scheißdreck“^^) Das Spiel selber war spannend, das Ergebnis in Ordnung und die Stimmung einfach toll. Man muss sich das einmal vorstellen: wir mitten im Atlantik auf einem italienischen Schiff, der Kellner kam von den Philippinen und wir gucken deutsche Bundesliga auf einem Sender aus Dubai! Zu meiner besonderen Freude gewannen die Bayern das Spiel 2:1 nach einem späten Treffer von meinem Liebling Luca Toni.

Nach dem Spiel versumpften wir noch in der Mittelbar bei Bier und einigen Cocktails des Tages („Tequila Sunrise“) und ich lies sämtliche anderen Passagiere und Angestellte an meiner guten Laune teilhaben.

Fortsetzung folgt …

Mehr Fotos unter:

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Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (2)

01.12.2008 – Casablanca

Ich wurde relativ früh wach (jedenfalls für meine Verhältnisse und wohl auch dank der Zeitumstellung) und konnte im Morgengrauen das Einlaufen in den Hafen von Casablanca beobachten – und zwar vom Bett aus, höhöhöhö! Nun waren wir also in Afrika!

Casablanca ist die größte Stadt Marokkos und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Wenn man über die Stadt blickt fällt einem sofort die Hassan-II.-Moschee ins Auge, die das höchste Minarett der Welt besitzt.

Wir hatten hier keinen Ausflug gebucht (v.a. da hauptsächlich Touren von 10 und mehr Stunden angeboten wurden) und wollten nur ein wenig den Hafen erkunden. Aber zunächst war Frühstück, Entspannung und Mittagessen (orientalische Spezialitäten) angesagt und ich konnte fast spüren wie sich die Kilos um meine Hüften legten.

Nachdem wir einen kurzen Regenschauer abgewartet hatten gingen wir von Bord. Meine Füßen betraten das erste Mal afrikanischen Boden, was ich auch gleich bildlich festhalten musste. Bei teilweise blauem Himmel und ca. 15°C spazierten wir im Hafen herum, unterhielten uns mit einem lustigen Uniformierten (Polizei? Zoll?), der uns sofort als Deutsche erkannte, und machten Fotos. Ebenfalls im Hafen lag die MTS Coral, die im Vergleich zur Serena wie ein Spielzeug wirkte, und die gesamte marokkanische Kriegsflotte (*kicher*).

Wieder an Bord ging es zum Lesen, Schreiben und Entspannen zum Lido Urano am Arsch des Schiffes. Ich merkte wie ich langsam immer ruhiger wurde und der Stress der vergangenen 14 Monate von mir ab fiel.

Bevor ich über die restlichen Aktivitäten des Tages besser gesagt Abends berichte möchte ich gerne ein bisschen was zum Thema Abendessen auf der Costa Serena erzählen. Gegessen wird im Allgemeinen in zwei Sitzungen. In welcher Sitzung man ist und in welchem Restaurant („Ceres“ bzw. „Vesta“) sowie an welchem Tisch erfährt man bei der Ankunft. Wir hatten bei unserer Buchung bereits angegeben, dass wir die erste Sitzung bevorzugen, was auch berücksichtigt wurde. Alternativ dazu kann man auch in die Pizzeria auf Deck 9 gehen (bis 1 Uhr geöffnet). Zudem gibt es noch das Restaurant „Samsara“ (für die Gäste der Samsara-Kabinen) und den „Club Bacco“ (gegen Aufpreis).

Das „normale“ Abendessen steht meist unter einem bestimmten Motto und besteht aus mehreren Gängen, pro Gang kann man aus zwei bis vier unterschiedlichen Gerichten auswählen (es ist auch immer ein vegetarisches Gericht dabei!). Mein typisches Abendessen bestand meist „nur“ aus einer Vorspeise (z.B. Rinderfilet-Carpaccio), einem Nudelgericht (z.B. ganz einfache Pasta mit Basilikumsauce) und dem Hauptgericht (z.B. Ente à l’Orange oder Lachsfilet), für mehr war in meinem Magen einfach kein Platz. Daneben werden noch Suppen, Gemüse als Beilage, Salate und eine Auswahl an Käsen angeboten. Und natürlich diverse Desserts – verschiedene Eisbecher und Sorbets, Obst und andere mehr oder weniger kalorienreiche Köstlichkeiten.

An besonderen Abenden gibt es auch Showeinlagen des Personals.

Nach dem „mediterranen Abendessen“ bespaßten wir uns in der Mittelbar bei einem Cocktail des Tages („Blue Margarita“ YES!) und einem seltsamen Spiel. Es ging wohl um das Erraten verschiedener Gewürze, aber wie das Ganze genau funktionierte entzog sich unserer Kenntnis. Satz des Abends wurde jedenfalls „schnuffel die Gewurze“ von einer der Animationsdamen, was für uns einfach zum Brüllen klang.


Das Auslaufen aus dem Hafen von Casablanca gegen 22 Uhr verfolgten wir im „Salone Luna“, wo ich mir die Nase an der Fensterscheibe platt drückte. Auch unser ständiger Begleiter, der uns in jede Bar zu verfolgen schien, war wieder dabei: der mysteriöse Gestank, den wir „Gully“ tauften! (Neeeeiiin, das werde ich jetzt nicht näher erläutern^^). Da wir den nächsten Tag wieder auf See verbringen würden sprach auch nichts dagegen etwas länger Party zu machen.

02.12.2008 – 2. Seetag

Der zweite Seetag begann mit einem gigantischen Sonnenaufgang. So etwas schönes hatte ich noch nie gesehen. Für einen solchen Ausblick zahle ich gerne auch etwas mehr und bewundere ihn von meinem eigenen Balkon aus.

Nach dem Frühstück besuchten wir das „gemütliche Bier Fest“ mit deutschen gastronomischen Spezialitäten (*schauder* das einzige Essen, das mir an Bord nicht geschmeckt hat) und Unterhaltungsmusik am Lido Sole und gönnten uns dort ein paar Franziskaner. Ohne Bier wäre das „Spektakel“ auch nicht zu ertragen gewesen. Falls das deutsche Unterhaltungsmusik hätte sein sollen, müsste ich mich mal mit den Verantwortlichen über die aktuellen Grenzen Deutschlands unterhalten (*kicher*). Zumindest ein paar deutsche Klassiker hatten sie im Programm: „Ja mir san mim Radl da“, „Rosamunde“ sowie das eine Lied, von dem ich den Originaltext nicht kenne (höhöhöhöhö!). Gesungen von einer Italienerin klang das alles zum Abbrechen. Ich hatte mich sicherheitshalber mit meinem Lazio-Cap getarnt, um nicht als Deutsche erkannt zu werden. Trotzdem wurde es ein lustiger Vormittag, an dem wir uns gut amüsierten. Zu unserer großen Freude war auch mein Skorpi mehrere Male auf der großen Leinwand zu bewundern als wir gefilmt wurden.

Zum Mittagessen gab es logischerweise dann auch deutsche Spezialitäten, wir blieben allerdings beim Franziskaner (ist ja schließlich auch eine deutsche Spezialität^^).

Am Nachmittag legte sich Gerald ein wenig hin während ich auf Shopping-Tour ging, von der ich mich anschließend in der Mittelbar erholen musste. Dort traf ich zwei nette Engländer aus Manchester, die jetzt in Marbella leben (gegenüber des geilen Yachthafens) und die mich mit Schampus abfüllten. Wir hatten viel Spaß und unterhielten uns über Tattoos („wow, lovely“), Fußball („You like Arsenal??? It was nice to meet you, bye!“), unsere Heimatländer und das Schiff. Leider verpasste ich dadurch den Vortrag „Hinter den Kulissen der Costa Serena“, der mich wirklich interessiert hätte. Aber man kann nicht alles haben und der Nachmittag war auch so sehr schön. Die Temperaturen lagen übrigens tagsüber bei ca. 16°C.

Nach dem „Romantischen Abendessen“ gingen wir noch mit unseren Tischgenossen in die Mittelbar, um den Tag dort ausklingen zu lassen. Cocktail des Tages war „Harvey’s Walbenger“.

Vielleicht fragt sich ja manch einer, was generell auf einem Schiff so geboten wird (außer Mahlzeiten vom Frühstück für Frühaufsteher bis zum Mitternachtsbuffet^^). Eigentlich ist den ganzen Tag über immer irgendwo etwas los, die Informationen zum Tagesprogramm entnimmt man der Bordzeitung „Today“, die jeden Abend auf die Kabine gebracht wird (da steht überhaupt ALLES drinnen, was man wissen sollte/muss, von den Öffnungszeiten der Bordgeschäfte und Bars über Wissenswertes zu den jeweiligen Landgängen bis hin zur Kleiderempfehlung für den Abend). Für die Sportlichen gibt es neben dem Fitnessstudio und dem Joggingparcours auch die verschiedensten Gymnastikkurse oder z.B. Tanzunterricht oder Tischfußball- oder Basketball-Tourniere. Auch die verschiedensten Wellnessangebote kann man gegen Aufpreis nutzen. Quizspiele, Italienischunterricht, Bingo, Bastel-Kurse, Eis- bzw. Gemüseskulptur-Demonstrationen, Modenschauen u.v.m. werden ebenfalls angeboten. Oder man verzockt einfach seine Ersparnisse im Casino oder gibt sie beim Shopping in den Bordgeschäften aus. Man findet aber auch tagsüber immer irgendwo ein Plätzchen wo man seine Ruhe hat. Mir gefällt auf Costa-Schiffen besonders, dass man alles kann, aber nichts muss.

Abends ist im Theater immer Showtime mit einem täglich wechselnden Programm – vom klassischen Konzert bis zur Big Band Show, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zudem gibt es in diversen Bars Livemusik und verschiedenste Veranstaltungen wie Masken-Paraden, Karaoke, Tanzwettbewerbe oder Bauchtanzvorführungen. Wer will kann aber auch ganz in Ruhe seinen Cocktail genießen oder Fußball gucken – so wie wir meistens.

03.12.2008 – Santa Cruz de Tenerife

Diesen Morgen liefen wir gegen 8 Uhr in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife ein. Das Wetter war zwar nicht so berauschend (bedeckt, ab und zu ein bisschen Regen), aber dennoch waren die Temperaturen angenehm bei bis zu 18°C.

Santa Cruz de Tenerife ist die Hauptstadt der spanischen Insel Teneriffa, der größten der Kanarischen Inseln. Die Insel liegt vor der Küste Marokkos und ist ca. 1300 km vom spanischen Festland entfernt.

Für diesen Tag hatten wir einen Ausflug gebucht: „Teneriffa: Eine Kostprobe seiner Kultur, Landschaft und typischen Produkte“. Mit dem Bus fuhren wir um ca. 9 Uhr zuerst nach La Laguna, wo wir zu Fuß die Stadt erkundeten. Wir spazierten durch die Calle Obispo Rey, eine schöne, von Adelspalästen des 18. Jahrhunderts mit prächtigen Fassaden gesäumte Straße und konnten in einen wunderschönen Innenhof blicken, wo uns zwei kostümierte Damen grüßten. Zum Abschluss hatten wir ein bisschen freie Zeit in einer Markthalle. Komische Tiere blickten uns aus den diversen Auslagen an und zahlreiche seltsame Früchte und Gemüse wurden angeboten. Vielleicht hätten wir sogar etwas gekauft, aber wir Idioten hatten beide (!!!) unsere Geldbörsen an Bord vergessen. Wie blöd kann man eigentlich sein?

Von La Laguna aus fuhren wir durch üppige Gebirgsvegetation und typische kanarische Pinienwälder zum Naturschutzgebiet „Las Mercedes“. In circa 1000 m Höhe konnten wir bei den Aussichtspunkten „Mirador Jardina“ und „Pico del Ingles“ den grandiosen Ausblick über Wälder, Berge und Täler bis zum Atlantik genießen und Fotos machen. Hier hätte ich mir allerdings ein etwas besseres Wetter gewünscht.

Wieder zurück in der „Zivilisation“ kamen wir zur letzten Station des Ausflugs, einer typischen „bodega“. Umgeben von alten Weinfässern und zum Trocknen aufgehängten Schinken und Käsen durften wir verschiedene Sorten Wein probieren und bekamen belegte Brote und Kartoffeln mit einer leckeren, scharfen Sauce zu essen. Mir persönlich mundete v.a. der Rose. Nach Wein und Häppchen bis zum Abwinken war es viel zu schnell wieder Zeit zu fahren. Schade, hier hätte ich es länger ausgehalten. Wahrscheinlich hätte ich mir auch die ein oder andere Flasche Wein gekauft, aber ich bin ja blöd!

Zurück im Hafen gingen wir nicht gleich wieder an Bord sondern erklommen die Hafenmauer, wobei eine verschlossene Tür kein Hindernis darstellte. Von der Mauer aus hatte man einen guten Blick auf die Costa Serena oder konnte auch einfach nur auf das Meer schauen und die Wellen beobachten. Nachdem wir es vorgemacht hatten kletterten immer mehr Leute über die versperrte Tür und spazierten auf der Mauer herum.

Zurück an Bord hatten wir sogar noch Zeit für ein spätes Mittagessen (französische Spezialitäten). Total überfressen mit Oktopus legte ich mich auf eine Liege am Lido Urano und schlief dort schließlich ein.

Abends stand Captains Dinner auf dem Programm, also Bauch einziehen und wieder mal rein ins Abendkleid. Der Übersetzer der Speisekarte hatte anscheinend keinen so guten Tag, so entdeckten wir u.a. die besondere Spezialität: „Vollgestopfter Huhnbrust Costa füllte sich mit Pilz Duxelle und Ricotta käse, serviert mit einer reichen weißen Wein Soße, Kartoffelpüree, Erbsen und Karotten“. (*kicher*)

Nach dem Essen gönnten wir uns einen Cocktail des Tages („Mai Tai“) und sahen das Spiel AC Mailand gegen Lazio Rom an. Wir waren als Lazio-Fans eindeutig in der Unterzahl, was uns aber nicht im geringsten störte. Zurück auf unserer Kabine erwartete uns dann noch eine kleine Überraschung: Eine Falsche Sekt! (Geschenk des CostaClubs, da lohnt sich die kostenlose Mitgliedschaft^^)

Fortsetzung folgt …

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Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (1)

Vorfreude

Obwohl mein Mann Gerald nach seiner schweren Erkrankung noch nicht einmal richtig gehen konnte musste ich ihm bereits Ende 2007 Prospekte über Kreuzfahrten ins Krankenhaus bringen, da er unbedingt 2008 wieder eine Fahrt machen wollte. Unseren Gedanken an die ursprünglich geplante Atlantiküberquerung mussten wir zwar vorerst auf Eis legen, aber der Wunsch wieder in See zu stechen war bei uns beiden groß. Ich wollte gerne den Atlantik wieder sehen und Gerald träumte davon, mir in Casablanca in die Augen zu schauen. Als im Frühjahr dann ein supertolles, megagünstiges Angebot von Costa ins Haus flatterte schob ich alle Bedenken bzgl. des Gesundheitszustands meines Mannes beiseite und die Reise wurde gebucht. Für mich würde sogar ein zweimaliges Highlight dabei sein – die Passage durch die Straße von Gibraltar! Würde es mir wohl auf dieser Kreuzfahrt vergönnt sein, endlich einmal mehr als nur Nebel zu sehen?

Unser Schiff, die Costa Serena, die erst im Mai 2007 getauft wurde, ist 290m lang, 35,5m breit und bietet Platz für 3780 Passagiere. Hatten wir nicht im vergangenen Jahr die Costa Magica als schon fast zu groß empfunden? Nun sollte es also noch mal eine Nummer größer werden…

Die Wochen vergingen und als wir schließlich unsere Reiseunterlagen erhielten wurde mir erstmals so richtig bewusst, dass wir in Kürze wieder auf Kreuzfahrt gehen würden. Endlich wieder das Meer sehen, endlich wieder den Luxus an Bord genießen, endlich wieder zur Ruhe kommen…

27.11.2008 – Tag der Abfahrt

Um 20 Uhr waren die Koffer endlich gepackt und meine Mutter fuhr uns zum Regensburger Bahnhof. Hier schloss sich uns ein netter junger Mann an, der unser Bayern-Ticket mit nutzen wollte. Geld wollten wir keines dafür, allerdings wurde Johannes zwangsverpflichtet, uns mit unseren Koffern zu helfen. Hat er gut gemacht!

Am Hauptbahnhof in München stärkten wir uns erst einmal mit Bier und Fleischpflanzlsemmeln bevor wir mit dem Taxi nach Fröttmaning fuhren. Am Busparkplatz angekommen mussten wir zunächst einen guten Platz im Bus ergattern, den wir dank Geralds Behinderung auch bekamen. Gemeinsam an einem Tisch mit Sebastian und Karin aus Wörth a.d. Donau ging gegen Mitternacht die Fahrt Richtung Savona los.

28.11.2008 – Fahrt nach Savona

Die Nacht verbrachte ich im Halbschlaf und bewunderte am San Bernadino Pass die wunderschöne Winterlandschaft. Da fand ich den Schnee auch noch toll, was sich in der Früh allerdings ändern sollte – in Italien herrschte nämlich das ultimative Chaos aufgrund eines Wintereinbruchs.

Bei der Rast auf einer Tankstelle konnten wir die italienischen Angestellten bei einer Schneeballschlacht beobachten und erstanden coole Lazio-Caps. Da die Autobahnen für Busse und Lkws gesperrt wurden versuchten uns unsere Busfahrer über Schleichwege nach Savona zu bringen, aber ca. 60km vor unserem Ziel war Schluss – angeblich war die Landstraße für uns nicht passierbar. Ich hätte heulen können.

Ab Mittag saßen wir an der Mautstelle bei Ovada fest. Zwar wurde der Schneefall weniger, doch die Carabinieri verweigerten uns die Durchfahrt auf die Autobahn. Stunde um Stunde verging und langsam machte sich Verzweiflung breit. Sollte die Fahrt wirklich 60 km vor dem Ziel zu Ende sein? Ein paar Mitreisende älteren Semesters waren natürlich die ganze Zeit über schlauer als die Busfahrer, die wirklich bemüht waren einen Weg nach Savona zu finden und selbst vor Bestechung der Carabinieri mit Kaffee nicht zurückschreckten. Um 17 Uhr hätte die Costa Serena normalerweise abgelegt, da aber noch etwa die Hälfte der Passagiere fehlte wurde dies verschoben. Ich war nervlich und körperlich am Ende, zu Rücken- und Knieschmerzen kam die Befürchtung, dass wir wieder nach Hause fahren müssten. Besonders die älteren Mitreisenden wollten nicht noch eine Nacht im Bus verbringen und meuterten, worauf der Bus sich auf den Weg zu einer Pizzeria mit Hotel in Ovada machte. Unser Busfahrer bekam allerdings von seinem Chef telefonisch die Anweisung, uns unter allen Umständen nach Savona zu bringen und da wir mittlerweile auch erfahren hatten, dass die Landstraße eventuell doch für uns passierbar war begaben wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt über einen verschneiten Pass – landschaftlich äußerst reizvoll und unter anderen Umständen hätte mir diese winterliche Berglandschaft auch sehr gefallen. Aber so wollte ich nur noch aufs Schiff. Alles an mir klebte, da die Temperatur im Bus bei gefühlten 38°C lag und ich hatte Hunger und war müde.

Unser Busfahrer schaffte tatsächlich das Wunder, wir überlebten die Fahrt und konnten schließlich endlich auf die Autobahn nach Savona. Seltsamerweise war nach kurzer Zeit kein bisschen Schnee mehr zu sehen. Hmpf! Gegen 19 Uhr erreichten wir schließlich Savona, die drittgrößte Stadt Liguriens an der italienischen Riviera, und beim Anblick der Costa Serena waren auf den Schlag alle Strapazen der letzten Stunden vergessen.

Das Einschiffen verlief extrem schnell (ein Zollbeamter grinste mich bei der Passkontrolle mit den Worten: „Bayern Munchen“ an – dem gefiel wohl mein Schal) und innerhalb kürzester Zeit waren wir an Bord und in unserer Kabine. Ich konnte es kaum fassen, wir hatten es tatsächlich geschafft! Erst einmal gönnte ich mir eine Kippe auf dem Balkon, nachdem ich mir schnell bei unserer Kabinen-Stewardess einen Aschenbecher organisiert hatte. Da unsere Koffer noch nicht auf der Kabine waren gingen wir asozial wie wir waren auf Deck 9 zum Buffetrestaurant „Prometeo“, um uns die Mägen mit Pizza und Salat zu füllen. Das Abendessen im Restaurant „Ceres“ hatten wir ja aufgrund unserer „etwas“ verspäteten Ankunft verpasst, was uns aber ziemlich egal war – Hauptsache wir waren überhaupt an Bord. Beim Blick aus dem Fenster entdeckten wir die Costa Atlantica, die neben uns im Hafen lag. Ein toller Anblick!

Nachdem also das „Wichtigste“ erledigt war gingen wir noch mal kurz auf unsere Kabine, um endlich die Klamotten zu wechseln (zwei Koffer waren mittlerweile da, die beiden anderen organisierte ich kurzer Hand selber). Dann war es Zeit für einen kleinen Rundgang zur allgemeinen Orientierung – die Schokoladen-Bar „Juventas“(kaum zu verfehlen aufgrund des intensiven Schokoladengeruchs) sowie die Sport-Bar „Victoria“ waren schnell gefunden – und einen Cocktail des Tages („Vento di Ponente“) an der „Bar Pantheon“. Diese Bar im Atrium wird künftig von mir meist als Mittelbar bezeichnet.

Immer noch kamen Passagiere an Bord und das Auslaufen des Schiffes wurde immer wieder verschoben bis wir schließlich gegen 22 Uhr (?) den Hafen von Savona verließen und Kurs auf Barcelona nahmen.

Da wir beide ziemlich kaputt waren wurde es nur ein kurzer Abend an der Bar. Um Mitternacht organisierten wir uns noch schnell ein paar Überraschungshäppchen auf Deck 5 bevor wir ins Bett und in einen tiefen Schlaf fielen.

29.11.2008 – Barcelona

Noch vor 8 Uhr wurde ich wach und genoss bei frischen 11°C den grandiosen Ausblick auf dem Balkon. Leider erfuhren wir, dass unser Ausflug zum Camp Nou ausfallen musste, da wir später als eigentlich geplant in Barcelona einlaufen würden. Gerade auf diesen Ausflug hatte ich mich so gefreut.

Wir begaben uns auf Deck 9 um zu frühstücken und waren gerade damit fertig als der Aufruf zur obligatorischen Rettungsübung kam. Also diese schnell hinter uns gebracht und dann wieder auf Deck 9 zum Lesen, Schreiben und Relaxen. Es war auch einiges an „Unterhaltung“ geboten: zunächst wurde erklärt wie man diverse Cocktails mixt, danach wurde so eine Art „Reise nach Jerusalem“ gespielt: Leute mit selten bescheuerten grünen und orangen Hüten tanzten in einer Art Polonaise um den Pool rum bis die Musik gestoppt wurde, dann mussten sie zurück zu den Stühlen. Ich hätte vor Lachen beinahe meine Kippe gefressen. Das Treiben wurde natürlich vom typischen Italiener mit Schmalzfrisur und Sonnenbrille beobachtet. Hier sei erwähnt, dass wir zu diesem Zeitpunkt gerade durch eine dunkle Wolke fuhren und es regnete.

Mittags gab es im Buffetrestaurant mexikanische Spezialitäten. Ich hätte am liebsten gar nicht mehr zu essen aufgehört. Das Frühstück wie auch das Mittagessen würden wir die ganze Reise über immer im Buffetrestaurant einnehmen. Man könnte dazu auch ins Restaurant „Ceres“ gehen, aber wir bevorzugen eindeutig das Buffet mit den täglich wechselnden Spezialitäten und traumhaften Pastagerichten. (Zum Thema Abendessen auf der Costa Serena folgen an späterer Stelle noch ein paar Infos.)

Im Anschluss ging es zum Registrieren unserer Kreditkarten bevor wir einen Verdauungsspaziergang über die oberen Decks machten, wo wir auch den Formel 1-Simulator entdeckten. Es war ganz schön windig, als ich kurz mit meiner Mutter telefonierte flog sogar ein Stuhl an mir vorbei. Während das Schiff immer mehr schwankte fuhren wir in die „Mittelbar“, wobei der Aufzug auf einmal so krachte, dass mir ganz anders wurde. Dafür schmeckte das Franziskaner danach umso besser.

Aufgrund der Verzögerungen in Savona liefen wir erst gegen 16 Uhr in den Hafen von Barcelona, der Hauptstadt der Autonomen Region Katalonien und zweitgrößten Stadt Spaniens, ein.

Wir entschlossen uns an Bord zu bleiben. Um wirklich etwas von der Stadt zu sehen war die Zeit einfach zu kurz, da wir nicht schon wieder das Abendessen verpassen wollten, das für uns um 18.45 Uhr im Restaurant „Ceres“ auf dem Programm stand. Außerdem war Gerald noch ziemlich fertig von der strapaziösen Anreise und auch ich fühlte mich nicht wirklich fit. Eigentlich schade, Barcelona soll wirklich eine schöne Stadt sein. Ich hoffe aber, dass wir hier wieder einmal vorbei kommen.

Wir spazierten über die oberen Decks, um Fotos zu machen. Das Wetter war auch wieder besser geworden und die Sonne kam durch. Hinter uns (Oder vor uns? Wo zur Hölle ist bei diesem Schiff eigentlich vorn und hinten?) lagen zwei weitere Kreuzfahrtschiffe (die Oceanic und möglicherweise die Voyager of the Seas, konnte ich von Bord aus nicht erkennen). Nach einem Stückchen Pizza sowie Tee und Kaffee lauschten wir den Geschichten über Seekrankheit vom Nebentisch, die von mir mit einem dreckigen Grinsen kommentiert wurden.

Danach ging es schnell in die Kabine zum Umziehen und dann in die Sport-Bar, um vor dem Abendessen noch einen Cocktail des Tages zu testen („Costa Brava“). Leicht angedüdelt begaben wir uns ins Restaurant „Ceres“ und im Anschluss ging es auf Bar-Tour: Mittelbar, Sport-Bar und Discoteca „Pan“, wo uns DJ Luca mit seiner Musikauswahl „erfreute“. Ganz ehrlich, nüchtern war ich an diesem Abend nicht.

30.11.2008 – 1. Seetag

Nach einem langen, erholsamen Schlaf standen wir spät auf und ließen das Frühstück fast nahtlos ins Mittagessen (Griechische Spezialitäten) übergehen.

Gerald beschloss mir eine Ohrenkette zu basteln – jeder Passagier, der uns blöd anglotzte würde dafür ein Ohr „spendieren“. Höhöhö!

Die Wellen schienen etwas höher zu werden wovon man aber zunächst auf dem Schiff so gut wie nichts merkte. Die Temperatur lag bei ca. 15°C und Sonne und Wolken wechselten sich ab.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir auf Deck 9 bzw. auf unserer Kabine. Leider sollten Geralds Hemden erst um 18 Uhr von der Wäscherei gebracht werden, daher beschlossen wir auf den Kapitäns-Gala-Cocktail zu verzichten, wir würden Kapitän Paolo Benini ja beim CostaClub-Cocktail noch sehen. Zum Willkommens-Gala-Abendessen musste der Anzug mit T-Shirt genügen – etwas ärgerlich, aber auch kein Beinbruch. Wir nahmen es mit Humor und Geralds Outfit war immer noch besser als das manch anderer Passagiere. Beim Essen lernten wir auch endlich unsere Tischgenossen, die am Abend zuvor in der Pizzeria gespeist hatten, kennen. Die beiden waren sehr nett, kamen aus Thüringen und hatten bereits drei Kreuzfahrten mit Costa hinter sich.

Nach dem Essen gingen wir noch schnell in die Kabine, wo Geralds Hemden schon warteten. So konnte er sein Outfit meinem anpassen. Dann aber schnell in die Sport-Bar! Die anfänglichen Probleme mit dem Fernsehempfang konnten schnell behoben werden und unserem Fußball-Gala-Abend stand nichts mehr im Weg. Es spielten die „Schwuchteln“ Palermo (in rosa Trikots!!) gegen den AC Mailand. Mailand war erschreckend schwach und so überraschte das Ergebnis von 3:1 nicht.

Die Bar war anscheinend voll mit Mailand-Fans, deren Gesichter während des Spiels immer länger wurden. Besonders erstaunt hat mich, dass die sonst ständig plappernden, lärmenden Italiener total still waren und nur selten Kommentare zum Spiel abgaben. Ich hätte schon mit etwas mehr Stimmung gerechnet. Gleichzeitig lief das Spiel Irgendwer gegen die Glasgow Rangers, das ich allerdings nicht weiter verfolgte.

Im Anschluss fuhren wir auf Deck 9 um die Fahrt durch die Straße von Gibraltar, die Meerenge die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, zu bewundern. Und unglaublich aber wahr – kein Nebel! Ich hatte es also geschafft, ich war mitten zwischen Europa und Afrika und konnte die Lichter auf beiden Seiten bestaunen (an der engsten Stelle ist die Straße von Gibraltar lediglich 14km breit!). Ein gigantischer Anblick!

Nach einem letzten Cocktail des Tages („Campari Orange“) gingen wir ins Bett.

Fortsetzung folgt…

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