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Musik und Mitternachtssonne 2011 (4)

25.07.2011 – Bergen

Sonnenaufgang: 5.03 Uhr
Sonnenuntergang: 22.32 Uhr

Am diesem Morgen erreichten wir bei regnerischem, kühlen Wetter gegen 8 Uhr Bergen. Die zweitgrößte Stadt Norwegens gilt als die regenreichste Großstadt Europa, was wir auch zu spüren bekamen.
Nach dem Frühstück machten Jens und ich uns bald auf den Weg Richtung Innenstadt (vorbei an einem deutschen Radfahrer komplett ohne Arsch^^). Unseren ersten Halt legten wir bei der Festung Bergenhus ein bevor wir das berühmte Hafenviertel „Bryggen“, das seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO ist, erreichten.

Das Wetter war (wie erwartet) regnerisch bei ca. 16°C. Davon ließen wir uns aber nicht abhalten und spazierten gut gelaunt durch die Stadt, wo uns v.a. die vielen Kirchen (u.a. kamen wir an der Domkirche St. Olav vorbei) und Fresstempel auffielen. Also verhungern muss man in Bergen definitiv nicht! Durch Zufall entdeckten wir auch das „Immigration Office“ (ich war nicht drinnen, noch nicht…^^) und machten Bekanntschaft mit dem „Filzigen mit nur einem Schuh“. Vorbei am Stadtpark führte uns unser Weg dann zum Fischmarkt, wo mir fast die Augen aus dem Kopf fielen beim Anblick der vielen Köstlichkeiten. Um 12 Uhr fand die offizielle Schweigeminute für die Opfer der Anschläge von Oslo und Utøya statt. Ein sehr ergreifender Moment wie von einer Sekunde zur nächsten Totenstille auf dem zuvor so quirligen Markt herrschte.
Auf dem Rückweg zum Schiff inspizierten wir die alten Holzhäuser des ehemaligen Hansekontor Bryggen noch mal etwas näher (nachdem wir entdeckt hatten, dass man zwischen den Häusern durch gehen kann). Wirklich beeindruckend.

Und mein obligatorischer Besuch eines Souvenirshops durfte natürlich auch nicht fehlen.
Wieder an Bord füllte ich zuerst einmal meinen Magen und machte dann einen Verdauungsrundgang über die oberen Decks, von wo aus ich die „Black Watch“ begutachtete, die neben uns im Hafen lag. Ich entdeckte auch ein Hurtigruten-Schiff, leider war es zu weit weg, um den Namen zu erkennen. Das Wetter hatte sich leider auch nicht sonderlich gebessert und es regnete immer noch leicht, daher beschloss ich, den Rest des Tages mit Lesen am Pool zu verbringen.
Am Abend stand das Gala-Abschiedsabendessen auf dem Programm, was mal wieder ein bisschen aufwendigeres Styling für uns bedeutete. Ich hatte mich bei der Kleiderauswahl für mein Dirndl entschieden und erntete mal wieder sehr seltsame Blicke unserer karierten Freunde. Während des Abendessens setzte die Costa Pacifica Kurs auf Kiel.
Nachdem wir unsere Mägen mit allerhand Köstlichkeiten gefüllt hatten (es gab u.a. Gratinierte Jakobsmuscheln) plünderten wir ein weiteres Mal die Bordgeschäfte. Gerald erstand eine schicke Pelzmütze (Gerüchte, er hätte diese einem toten Russen geklaut, sind definitv falsch!), mit der wir am Anschluss in der Mittelbar allerhand Späße trieben.
Irgendwie hatte ich dann plötzlich keine Lust mehr auf Party und beschloss, alleine ein bisschen spazieren zu gehen. Ich schlenderte über die oberen Decks, hörte dabei Musik und landete letztendlich an der Poolbar, wo ich mir einen Tequila Sunrise gönnte. Das Grinsen des Barkeepers irritierte mich am Anfang etwas, ich bekam aber schnell eine Erklärung dafür als er mich fragte, ob ich denn im vergangenen Jahr auf der Costa Fortuna in der Karibik gewesen sei und meine Abende an der Poolbar verbracht hätte. Der Kerl kannte mich tatsächlich noch von unserer TA und ich schenkte ihm mein nettestes Lächeln als er mir großzügig eine weitere Ladung Tequila in mein Glas kippte. Diese Begegnung verbesserte meine Laune immens und so gesellte ich mich im Anschluss wieder zu meinen Männern in die Mittelbar. Um 23 Uhr ging es wieder Richtung Pooldeck, wo am zentralen Pool eine „Gastronomische Überraschung“ auf uns wartete. Das Buffet mit den zahlreichen Früchte- und Brot-Kunstwerken war wirklich sehenswert und der Ansturm war gigantisch. Okay, letzteres war ein Scherz – die Mumien waren um diese Zeit natürlich schon im Bett.


Nach einem Cocktail an der Poolbar (der Kerl grinste immer noch von einem Ohr zum anderen^^) endete der Abend, wo er enden musste: in der Disko.
(3,5)

26.07.2011 Seetag

Sonnenaufgang: 5.21 Uhr
Sonnenuntergang: 21.33 Uhr

An diesem Morgen hatte ich zunächst so gar keine Lust aufzustehen und meine Laune war nicht gerade die beste. Ich wollte es kaum glauben, dass sich diese traumhafte Kreuzfahrt bereits wieder dem Ende näherte und wir uns langsam aber sicher wieder dem Kieler Hafen näherten. Die Infoveranstaltung mit wichtigen Informationen zur Ausschiffung um 9 Uhr schwänzte ich wieder einmal und ging lieber ins Buffetrestaurant zum Frühstücken. Da wir den ganzen Tag auf See verbringen würden sah unser persönliches Tagesprogramm wie folgt aus: essen, lesen, Musik hören, schwimmen, im Whirlpool abhängen und dabei aufs Meer starren, Schiffe beobachten (und es gab verdammt viele zu sehen), rumliegen, lästern, essen, hatten wir im Whirlpool liegen schon??, essen… Ich liebe Seetage! Schade, dass es der letzte sein würde. Ein letzter Rundgang durch das Schiff, um Fotos zu machen durfte natürlich auch nicht fehlen. Leider war es dann aber irgendwann Zeit, auf die Kabine zurückzukehren und die Koffer zu packen. Ich hasse diese Momente!!!!
Um 17 Uhr fand eine offizielle Schweigeminute an Bord für die Opfer der Anschläge von Oslo und Utøya statt, was zuvor in zig Sprachen angekündigt wurde. Ich selbst war in diesem Moment auf dem Weg zu meinen Männern in die Mittelbar und ich war entsetzt über das Verhalten einiger Passagiere. Während die Kellner und der Großteil der Gäste in der Schokobar, wo ich mich befand, der Opfer gedachten oder zumindest schwiegen, zockten im Casino die Leute munter weiter an den Daddelautomaten. Selbst wenn einem die (am Ende) 77 getöteten Menschen am Arsch vorbei gehen, so kann man doch wohl wirklich für eine verdammte Minute aus Respekt inne halten!! Dreckspack!!!
Ziemlich angefressen musste ich mir in der Mittelbar dann erst einmal zur Beruhigung einen Cocktail rein ziehen.
Es folgte das letzte Abendmahl und der Abschied von unseren Tischnachbarn, der mir noch nie so leicht gefallen ist. 2010 hatte ich am letzten Abend Pipi in den Augen als ich goodbye zu Sara und Joe sagen musste. Und dieses Mal wusste ich nicht einmal die Namen aller Leute, die mit uns am Tisch gesessen hatten (von Johannes mal abgesehen^^). Natürlich wurden auch die obligatorischen Fotos mit den Kellner gemacht. (Auch wenn der Service am Tisch oft zu wünschen übrig lies, unserem Jacob will ich da keinen Vorwurf machen, der gab wirklich sein Bestes, nur war er die meiste Zeit alleine und musste 35 Personen bedienen, da musste zwangsläufig immer jemand warten.)
Nach dem Essen gingen wir zunächst in die Mittelbar und bewunderten von Deck 3 aus den gigantischen Sonnenuntergang, bevor wir uns auf große Abschieds-Foto-Tour begaben.

In der Schokobar trafen wir auf das Animationsteam und v.a. Jens war begeistert von den Kostümen. (Gerald und ich kennen derartige Aktionen ja schon von früheren Kreuzfahrten und haben sie auf der Pacifica auch irgendwie vermisst.)

Und auch auf eine Frage, die mich schon seit dem ersten Abend gequält hatte, fand ich letztendlich auch eine Antwort: Der Sänger in der Schokobar war tatsächlich DER Sasha, der uns allabendlich auf unserer allerersten Fahrt mit der Costa Mediterranea 2006 musikalisch erfreut hatte.
Mit einem lachendem und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns auf unserem Rundgang durch unsere Lieblingsbars von den Künstlern und Kellnern (Wer weiß, vielleicht sieht man sich ja mal wieder…) und landeten letztendlich, wie sollte es auch anders sein, in der Disko.
(3)

27.07.2011 – Kiel

Um ca. 8 Uhr legte die Costa Pacifica in Kiel an und wir machten uns zunächst mitsamt unseres Handgepäcks auf den Weg in die Mittelbar. (Die Koffer waren ja bereits in der Nacht abgeholt worden.) Meine „post-cruise-depression“ musste ich dieses Mal entgegen meiner Gewohnheiten mit einem letzten Weißbier an der Mittelbar bekämpfen, was aber leider nicht so wirklich gelang. Allerdings bekam ich dort von einer netten Mitreisenden (die ich zuvor beruhigt hatte, dass der Bus mit Sicherheit auf uns waren würde) den Tipp mit der speziellen Ausschiffung für Behinderte. Nach einem kurzen Gespräch mit der Dame vom Geästeservice war klar, wir würden dieses Mal nicht in irgendeiner Bar auf die Ausschiffung waren, sondern in einem speziellen Bereich im Atrium. YEAH!
Gemeinsam mit Jens begaben wir uns dann an den zentralen Pool, um zu „frühstücken“ und uns die Zeit bis zur Ausschiffung mit allerhand Unfug zu vertreiben. Da man bis zum Verlassen des Schiffes mit der CostaCard zahlen konnte gönnten wir uns noch den ein oder anderen Cocktail (Mathilda rulez!) und machten massig Fotos u.a. von der Color Magic, gemeinsam mit unsrem neuen kommunistischen Freund aus Vietnam und ein paar anderen Crewmitgliedern (die meine Befürchtungen bzgl. des Mumienaufkommens bei unserer nächsten Fahrt zerstreuten). Das Wetter war (im Gegensatz zu meiner Laune) einfach traumhaft und wir konnten dank offenem Dach die Sonne am Pool genießen.


Um 10.30 Uhr war es für Gerald und mich soweit und wir mussten (unter Protest und ohne Rollstuhl) die Costa Pacifica verlassen.

„No I don’t wanna go
I don’t wanna go“

Unsere Koffer und auch der Bus waren schnell gefunden, es fehlte eigentlich nur noch Jens, der eine Viertelstunde nach uns ausschiffen sollte. Und wir warteten und warteten und warteten. Sein Koffer wurde irgendwann von einer netten Costa-Mitarbeiterin gebracht, die das arme, einsame Teil gefunden hatte und irgendwann kam dann auch Jens und wir konnten Richtung Heimat aufbrechen.
Im Bus wartete dann eine unangenehme Überraschung auf mich. Die nette Mitarbeiterin von Schmetterling-Reisen hatte uns zwar tolle Plätze (oben ganz vorne, Jens hinter uns) zugeteilt, leider saß aber die seltsame Tante, die mir schon vor der Abfahrt in München auf den Zeiger gegangen war, direkt neben mir. Und sie nervte die ganze Fahrt über. Angefangen von ihrer Motzerei über die „Fäkalsprache“ von Jens bis hin zu ihren ständigen Telefonaten. Halloooooo?!?!?!?! Man muss seinem Liebsten doch echt NICHT stündlich die verbleibenden Kilometer bis zu Hause durchgeben, oder?? Selbst ihre Mitreisende war am Ende ziemlich genervt und war wohl auch ebenso froh wie wir als die „Geliftete“ (Danke an Jens für die Kommentare diesbezüglich^^) von „Dietaaaa“ in Feucht in Empfang genommen wurde. Der Rest der Fahrt verlief dann ruhig und stressfrei, was meine Laune aber auch nicht wirklich verbesserte. Verdammte „post-cruise-depression“!
Am Busbahnhof in München/Fröttmaing wartete dann auch schon unser Airport Shuttle Rosenmeier auf uns und letztendlich hatte uns dann auch irgendwann (ohne den obligatorischen Halt beim Amerikaner) unsere Heimat Regensburg wieder.

Am Ende meines Berichts möchte ich mich bei Kapitän Ciacomo Longo und der gesamten Crew der Costa Pacifica für diese wunderschöne Kreuzfahrt bedanken.

Mein Dank gilt auch meiner Mutter fürs Wohnungshüten, dem Reisebüro Aschenbrenner im Alex-Center/Regensburg (hier buchen wir immer wieder gerne) und allen Leuten, die uns ermutigt haben, diese Reise zu machen.

Dies war unsere mit Abstand teuerste Kreuzfahrt, aber sie war jeden einzelnen Cent wert. Die Fjorde, das Nordkap, die einzelnen Orte, die wir besucht haben – TRAUMHAFT! Und jederzeit gerne wieder!

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Und ihr wisst ja, falls es die Götter gut mit uns meinen, werde ich mich in Kürze wieder melden… wenn wir das Christkind im westlichen Mittelmeer gefunden haben!

Und nicht vergessen: „A dream is all we need!“

Songzitate: Sunrise Avenue

© Sabine Lehner 2011

Musik und Mitternachtssonne 2011 (3)

23.07.2011 – Trondheim

Sonnenaufgang: 3.54 Uhr
Sonnenuntergang: 22.47 Uhr

Wir hatten uns dazu entschlossen, mal wieder etwas länger zu schlafen und verzichteten auf das Frühstück. Das Einlaufen in den Hafen von Trondheim gegen 11 Uhr sah ich mir von Deck 10 aus an und entdeckte dabei die AIDAblu und die Trollfjord der Hurtigruten ASA.
Zum Mittagessen gab es u.a. Muscheln und ich musste feststellen, dass unsere deutschen Mumien da nicht so besonders drauf stehen. Ich konnte natürlich nicht widerstehen (wie immer^^) und schaufelte die Teile maßlos in mich hinein (als „Beilage“ gab es bei mir Lasagne^^).
Irgendwann nach 12 Uhr bequemten wir uns dann auch endlich von Bord, um ein wenig durch das Stadtzentrum zu bummeln, das man vom Hafen aus zu Fuß bequem und schnell erreichen kann. Die Stimmung insgesamt war aufgrund der Anschläge von Oslo und Utøya sehr bedrückt und an allen öffentlichen Gebäuden wehten die Fahnen auf Halbmast. Selbst das Wetter schien zu trauern und es regnete ab und zu ein paar Tropfen bei ca. 13°C. Unsere Ziele in Trondheim waren zum einen der Nidarosdom, eine der bedeutendsten Kirchen Norwegens, sowie die alten Speicherhäuser am Nidelva. Der Dom ist ein wirklich imposantes Bauwerk mit einer Länge von 102 m und einer Breite von 50 m. An der Gewölbespitze ist er 21 m hoch. Besonders fasziniert war ich von der Westfassade in Stil der Hochgotik, die ich eher in England als hier im hohen Norden erwartet hätte. Ins Innere konnten wir leider aufgrund einer Hochzeit keinen Blick werfen.


Auch von den alten Speicherhäusern und der Holzbrücke „Gamle bybro“ war ich restlos begeistert.

Gemütlich spazierten wir dann wieder zurück zum Hafen (Gerald musste durch wirklich jede Pfütze laufen), wo ich noch schnell den Souvenirshop begutachten und einen Troll befummeln musste.
Wieder an Bord war Geralds Bedürfnis, seinen Darm zu entleeren, so groß, dass er gleich mit Jens in dessen Kabine gehen musste (und der deutschen Sprache auch nicht mehr mächtig war^^). Den Rest des Nachmittags war dann hauptsächlich Entspannen in der Kabine und auf dem Balkon angesagt.
Für diesen Abend hatten Gerald und ich einen Tisch im „Blue Moon“ für 19.30 Uhr reserviert. Eigentlich ist für dieses Restaurant ein Aufpreis fällig, wir waren allerdings vom CostaClub eingeladen und mussten „lediglich“ die Getränke bezahlen. Das Ambiente im „Blue Moon“ ist kein Vergleich zu den anderen Restaurants, alles ist etwas exklusiver – angefangen bei der Deko, über den Piano-Spieler bis hin zum Service. Es waren nur wenige Gäste außer uns anwesend und wir bekamen einen wirklich tollen Tisch am Fenster, von wo aus wir während des Essens die Passage durch den Fjord von Trondheimsleia genießen konnten. Es ist einfach gigantisch, mit dem Schiff mitten durch die Berge zu fahren. Da kann man noch so viele Berichte gesehen oder gelesen haben – wenn man es mit eigenen Augen sieht ist man erst mal platt!
Ich hatte an diesem Abend endgültig genug von Deutsch und den Deutschen, so dass ich auf das „Guten Abend“ bei der Begrüßung im Blue Moon grinsend mit „Good evening“ antwortete und prompt kam dann auch als wir am Tisch Platz genommen hatten die Frage, ob ich die Speisekarte denn lieber auf Deutsch oder auf Englisch hätte. Hab ich denn ein kariertes Hemd an oder was?? In English please! Höhöhöhöhö! Und nun zum Essen selber: Als Vorspeise gab es für Gerald Riesengarnelencocktail und für mich Büffelmozzarella mit (etwas blassen, geschmacksneutralen) Tomaten. Der Hauptgang war ein wahrer Traum von der toten Kuh – Porterhouse-Steak für 2 Personen, direkt vor unseren Augen zerteilt und medium wie gewünscht. Da gab es rein gar nichts zu bemängeln, genauso wie bei der Nachspeise – Tiramisu für Gerald und Schokoravioli für mich (kein Platz für fettes Tiramisu neben dem Rind in meinem Magen^^). Dazu gönnten wir uns eine für meine Begriffe sündhaft teure Flasche Rotwein, die perfekt mit dem Steak harmonierte. Hat der Gatte echt gut ausgewählt! Und überhaupt war ich an diesem Abend sehr zufrieden mit meinem Mann, nicht nur, dass er das perfekte Tröpfchen für unser Mahl ausgewählt hatte, zudem sah er auch noch richtig scharf aus, was dazu führte, dass ich ihm permanent auf den Arsch glotzen musste und den halben Abend spitz wie Nachbars Lumpi war.
Nach dem Essen machten wir uns auf die Suche nach Jens und fanden ihn schließlich in der Arschbar. Der übermäßige Weinkonsum beim Abendessen ohne uns hatte ihm merklich zugesetzt. War aber auch kein Problem, wir hatten wie immer unseren Spaß! An diesem Abend lernten wir auch den netten Ungarn kennen, der mir v.a. durch seine Größe und seine blonden Haare auffiel. Wahrscheinlich war er gar kein Ungar, sondern ein Norweger. (*kicher*) Und letztendlich endete der Abend – wie sollte es auch anders sein – in der Disko an der Stange. 
(3)

24.07.2011 – Åndalsnes

Sonnenaufgang: 4.32 Uhr
Sonnenuntergang: 22.48 Uhr

Unser heutiges Ziel, das wir gegen 8 Uhr morgens erreichten, war die „Stadt“ Åndalsnes, die in einem Seitenarm des Romsdalsfjord am Ufer des für seine Lachse berühmten Flusses Rauma liegt. Der Ort mit seinen 2000 Einwohnern ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für die Fahrt über den Trollstigen. Wir lagen als einziges Schiff im Hafen, wobei „Hafen“ etwas übertrieben klingt.
Da das Wetter am Vormittag nicht all zu berauschend war lungerten wir lieber auf Deck 9 und 10 rum und widmeten uns unserer Lieblingsbeschäftigung: Buffet plündern. Gegen Mittag vertrieb allerdings die Sonne die dunklen Wolken und Jens und ich entschlossen uns, am Nachmittag einen Rundgang durch den Ort zu machen. Unser erstes Ziel konnten wir bereits vom Schiff aus sehen – die Zugkapelle.

Dabei handelt es sich um einen alten Eisenbahnwagon am Bahnhof von Åndalsnes, der im Inneren wie eine Kirche eingerichtet ist. Hier werden allerdings keine Gottesdienste abgehalten, das Ganze ist lediglich ein „Gag“ für Touristen (und die einzige „Attraktion“ neben einem großen Troll, die das Kaff zu bieten hat^^) Vom Bahnhof aus machten wir uns auf den Weg (am Troll vorbei^^) Richtung „Innenstadt“ und inspizierten die dortigen Geschäfte. Das Zentrum der Stadt (*hahahahaha*) bildet das Rathaus (großes, hässliches Teil) mit einem großen Platz davor. Ist schon irgendwie komisch, wenn man auf diesem Platz steht und auf der einen Seite das Rathaus und auf der anderen die Costa Pacifica sieht. Man meint, das Schiff liegt direkt mitten im Ort… was auch irgendwie der Fall ist.

Bei unserem Spaziergang durch den Ort fiel mir besonders auf, dass kaum Autos zu sehen waren, es aber an jeder Ecke und noch so kleinen Seitenstraße Zebrastreifen gab. Ansonsten ist Åndalsnes nichts Besonderes, die Lage am Fjord mit den hohen, grünen Bergen rings herum ist allerdings wunderschön. Ich würde hierher gerne jederzeit wieder kommen, dann allerdings einen Ausflug in die Berge buchen. Den Lacher des Tages lieferten uns unsere heiß geliebten typisch deutschen Mitpassagiere. Wir konnten beobachten, wie sich eine Gruppe dieser ganz besonderen Spezies einem Kleiderständer mit Sonderangeboten vor einem Klamottenladen näherte, zielsicher ein KARIERTES Hemd heraus zog und mit großen Augen bewunderte. Ich hätte mir beinahe in die Hosen gemacht! Anstatt Norwegerpullis, Rentierfellen oder irgendwelchem Souvenierplunder kauft sich der Deutsche in Norwegen natürlich ein kartiertes Hemd! (Okay, ein Galaabend stand ja noch bevor, da würde sich ja dann die passende Gelegenheit bieten, das neue Teil anzuziehen^^) Eine Begegnung der besonderen Art hatten wir dann noch auf dem Weg zurück zum Hafen, wir trafen nämlich den Vater aller Trolle! Das Original! Ich konnte mich gerade noch zurück halten, aber die Versuchung durch das geöffnete Seitenfenster zu greifen und den Kerl an die Nase zu packen, war verdammt groß. (Höhöhöhöhöhö!)
Nach 15 Uhr waren wir dann wieder an Bord (mitsamt unseren neuen Bechern und ohne karierte Hemden^^) und ich vertrieb mir die Zeit bis zum Abendessen auf Deck 10 in der Sonne.

An diesem Tag war „Italienischer Abend“ und wer schon mal mit Costa gefahren ist weiß was das bedeutet. Nach dem Essen gab es das volle Programm inkl. Show der Kellner (That’s amore…), Tänzchen mit den Kellnern (ohne mich, weil I don’t dance^^) und Polonaise (da war ich natürlich wieder dabei). Eigentlich kitschig und nicht wirklich notwendig, aber doch immer wieder schön. Im Anschluss ging es in die Pianobar auf ein Kippchen, danach verzog ich mich kurz auf die Kabine und hatte das erste mal auf einem Schiff ein „Kloproblem“. Anscheinend funktionierten die Toiletten auf dem gesamten Deck nicht, aber es wurde bereits emsig daran gearbeitet. (Kam der Reparaturmensch echt aus der Wandverkleidung oder hatte ich zu viel Vino beim Abendessen?^^)
Um 18 Uhr hatte die Costa Pacifica den Hafen von Åndalsnes verlassen und gegen 21.50 Uhr wurde der Lotse ausgeschifft, was ich rein zufällig life von unserem Balkon aus beobachten und natürlich auch auf zahlreichen Fotos festhalten konnte. Eigentlich wollte ich ja nur Bilder von den Bergen machen, die man urplötzlich durch den dichten Nebel erkennen konnte, aber dann wurde ich Zeuge wie sich ein kleines Boot der Pacifica näherte (Piraten??^^), festmachte und kurz darauf mitsamt Lotsen wieder im Nebel verschwand. Und überhaupt – der Nebel! Der war an diesem Abend schon ziemlich dicht und ständig hörte man das Signalhorn des Schiffes.

In der Arschbar gab Jens an diesem Abend einen Bauchtanz zum besten und ich weiß nicht so genau, ob das nicht der eigentliche Grund dafür war, dass Kotztüten verteilt wurden. Nein, Scherz beiseite, man merkte ausnahmsweise schon deutlich, dass man sich auf einem Schiff befand (besonders in der Arschbar am Heck), allerdings hatten wir da auch schon Schlimmeres erlebt. Mit ein paar Kotztüten im Gepäck ging es schließlich noch auf einen Absacker in die Disko, bevor ich mich in den Schlaf schaukeln lies.
(3)

 

Fortsetzung folgt…

Musik und Mitternachtssonne 2011 (2)

20.07.2011 – Honningsvåg

Kein Sonnenaufgang
Kein Sonnenuntergang

Nach dem Aufstehen zog es mich an diesem Morgen zeitig auf Deck 11, von wo aus ich ab ca. 9.15 Uhr Ausschau nach dem Nordkap hielt. Und tatsächlich – da war es vor uns!!! Auf zahlreichen Fotos hielt ich die Passage um den berühmten Felsen herum fest und bewunderte die kargen Landschaften bei herrlichstem Sonnenschein. Ich kann mit Worten gar nicht beschreiben wie wunderschön dieser Anblick war.

Das wunderbare Wetter lockte uns nach dem Frühstück bald wieder nach draußen. Gegen 12.00 Uhr erreichten wir den Hafen von Honningsvåg und beobachteten das Anlegen von Deck 10 aus, wo wir es uns in der Sonne gemütlich machten. (Wir hatten ja Sonne, nachdem das Schiff gedreht hatte^^)
Wir hatten natürlich den Transfer zum Nordkap gebucht, leider würden wir aber nicht gemeinsam mit Jens fahren, da wir unterschiedlichen Bussen zugeteilt waren. Dies lies sich aus logistischen Gründen auch nicht ändern und war auch kein großes Problem für uns. Es ist eh Wahnsinn, wie die Tausende von Leuten so reibungslos zum Nordkap und wieder zurück bringen.
Pünktlich als wir das Schiff um 13.15 Uhr verließen verdunkelte sich der Himmel und es fing an zu regnen. Ich ließ mir dadurch meine gute Laune aber nicht verderben, Hauptsache ich würde die Kugel sehen. Unsere ca. 45 Minuten dauernde Fahrt führte uns durch eine atemberaubend schöne, aber karge Landschaft. Kein Baum, kein Strauch war weit und breit zu sehen. Dafür allerdings massig Rentiere und ein toller Regenbogen!

„Now this is not the time or the place for a broken-hearted,
‚cause this is the end of the rainbow
where no one can be too sad“


Das Wetter änderte sich nahezu minütlich und bei mir keimte die Hoffnung auf, dass wir vielleicht letztendlich doch Glück haben könnten. Der Bus legte auf seinem Weg auch einen Stop bei einem Samen Camp ein, wo man Souvenirs kaufen und sich mit einem Samen samt Rentier fotografieren lassen konnte. Der Regen war da leider wieder stärker geworden und ich gönnte mir lediglich eine Kippe und bewunderte die Landschaft (und die beiden Rentiere^^). Dann erreichten wir schließlich das Nordkap und wie bestellt kam die Sonne durch die Wolken. Und weil das nicht schon perfekt genug war, trafen wir auch noch auf Jens, der auf seinen Bus wartete, und hatten sogar noch Zeit für ein gemeinsames Foto vor der Weltkugel. Überhaupt – die Kugel!!! Endlich waren wir hier, auf dem Felsen im hohen Norden! Unser Traum war Realität geworden!

Das Nordkap, ein windiges Schieferplateau auf der Insel Magerøya, liegt auf 71° 10′ 21″ nördlicher Breite, etwa 2100 km vom Nordpol entfernt und etwa 520 km nördlich des Polarkreises. Es handelt sich zwar nicht um den nördlichsten Punkt Europas, dennoch ist es ein äußerst beliebtes Ziel für Touristen.
Nachdem wir gefühlte 1000 Fotos gemacht und den grandiosen Ausblick bei ca. 17° C genossen hatten, plünderten wir den Souvenirshop in der Nordkaphalle, (tolle Auswahl, ganz nach meinem Geschmack!), befummelten den dortigen Troll und investierten jeweils eine Krone für unser Glück. Da wir im Anschluss noch etwas Zeit hatten bevor uns der Bus wieder zurück zum Schiff bringen würde, gingen wir wieder nach draußen in die Sonne. Einfach wunderbar, auch wenn es wie Hechtsuppe zog.

„I take part of you with me now
and you won’t get it back
and a part of me will stay here,
you can keep it forever, dear“

Als Gerald und ich gegen 16.30 Uhr wieder im Hafen von Honningsvåg ankamen, entschlossen wir uns wegen der fortgeschrittenen Zeit gleich wieder an Bord zu begeben und auf einen Spaziergang durch den Ort zu verzichten. Mit uns im Hafen lagen übrigens noch die „Lofoten“ der Hurtigruten ASA und unsere alte Bekannte, die Queen Elisabeth, die lag allerdings auf Reede.
Beim Essen an diesem Abend sorgte Gerald für allgemeine Erheiterung, als er gedankenversunken an der Weinflasche griff und daraus trinken wollte. Hähähähähä!
Um 21 Uhr nahm die Costa Pacifica Kurs auf Tromsø. Das Ablegen beobachtete ich draußen von den oberen Decks aus, während „Time to say Goodbye“ aus den Lautsprechern erklang und die Gäste der Queen Elisabeth uns zum Abschied zu winkten. Hach, ich liebe diese Momente!
Meine Männer fand ich später dann in der Mittelbar, wo ich mir auch noch einen Drink gönnte. Um 22.30 Uhr mussten wir dann noch mal Fotos von der Fahrt am Nordkap vorbei machen und dann war es auch schon Zeit für die „Nordische Pool Party“ am Pool Calypso auf Deck 9. Das Animationsteam war wirklich bemüht Stimmung zu machen, was sich bei den zahlreichen Mumien und Zombies als äußerst schwierig gestaltete. Bei manch einem der Gäste war ich durchaus versucht, nach dem Puls zu suchen, um sicher zu stellen, dass er noch unter den Lebenden weilte. Einige hatten aber mit Sicherheit dieselbe Temperatur wie die Eisskulpturen. Nach einem Cocktail (oder auch zwei, wer weiß das im Nachhinein schon noch so genau^^) an der Poolbar machten Jens und ich noch Späße mit dem Eisbären, seiner Kollegin und Neptun. Fazit: Neptun hat ziemlich haarige Beine, der Eisbär einen pelzigen Hintern und ich kann im Gegensatz zu Jens Salsa tanzen. (I don’t dance^^) Lustig war es auf alle Fälle!
Nach einem Abstecher in die Arschbar und die Pianobar war dann allerdings irgendwann Schluss und ich fiel müde und mit der Welt zufrieden ins Bett.
(2,5)

21.07.2001 – Tromsø

Kein Sonnenaufgang
Kein Sonnenuntergang

Gegen 8.30 Uhr erreichten wir den Hafen von Tromsø und nach einem schnellen Frühstück organisierten Jens und ich Tickets für den Shuttlebus, der uns um ca. 10.30 Uhr ins Stadtzentrum brachte. Leider war das Wetter an diesem Tag eher regnerisch und kühl (bis 16°C), davon ließen wir uns aber nicht abschrecken. Wir spazierten am „Dom“ (eher ne aufgeblasene Kapelle^^) vorbei durch die Innenstadt (Penner mit flauschigem Bart!!) Richtung Tromsøbrua („Tromsø-Brücke“), die seit 1960 das Zentrum der Stadt, das auf einer Insel liegt, mit dem Festland verbindet. Ich habe ja generell ein Problem mit Brücken, aber dieses 1036 m lange Teil war der reinste Horror für mich. Wenn sich auf der anderen Seite nicht die berühmte Eismeerkathedrale befinden würde, wäre ich da niemals darüber gegangen.

Diese 1965 erbaute Kirche ist bekannt für ihre eigenwillige Architektur und das größte Glasmosaikfenster Europas, das man auch durch die große Glasfront bewundern kann, wenn man keinen Eintritt zahlen will (so wie wir). Der unangenehme Marsch über die Brücke hin und zurück hatte sich letztendlich auch wirklich gelohnt… alleine beim Gedanken an den schnuckeligen Norweger vor der Kathedrale läuft mir heute noch der Sabber aus dem Mund. Und den freundlichen Rasenmähermann werde ich wohl auch nie vergessen.

Wieder zurück auf der Insel (die Brücke wurde mir auch auf dem Rückweg nicht sympathischer) schlenderten wir durch das Zentrum von Tromsø, sahen uns in einem Küchenstudio um (der hätte mir meine Wunschküche auch nach Deutschland geliefert^^) und stellten fest, dass es sogar einen Erotikshop gab (wobei Jens erst gar nicht merkte, wovor er stand als ich ein Foto von ihm machte^^). Unser letztes Ziel war der Markt, wo wir die verschiedensten angebotenen Waren begutachteten. Neben dem üblichen Souvenir-Plunder gab es auch Fisch und andere Meeresfrüchte und ich machte das erste Mal in meinem Leben Bekanntschaft mit Trockenfisch (*schauder*). Letztendlich machten wir uns dann wieder auf den Weg zur Shuttlebus-Haltestelle und entdeckten auch die Vistamar, die im Gegensatz zur Costa Pacifica und Queen Elisabeth direkt in Zentrumsnähe festgemacht hatte.
Wieder zurück an Bord mussten wir uns erst mal von den Strapazen unseres Ausflugs im Whirlpool entspannen.
Gegen 17 Uhr nahm die Costa Pacifica Kurs auf die Lofoten. An diesem Abend fand das Kapitäns-Gala-Abendessen statt, was bedeutete, dass mal wieder ein bisschen aufwendigeres Styling angesagt war – jedenfalls bei uns, bei der deutschen Bauernfraktion gab es wie immer die karierten Hemden für die ganze Familie. Das kommt natürlich endgeil, wenn man direkt neben dem Offizierstisch sitzt. (Scheinbar war dieser einen bestimmten Familie das wenigstens so peinlich, dass man sie den Rest der Fahrt im Restaurant nicht mehr gesehen hat^^)
Nach dem Essen begaben sich Gerald und ich ins Theater „Stardust“ zum ClubCocktail um 19.45 Uhr mit dem Kapitän. So wenig Leute zu diesem Anlass habe ich echt noch nie gesehen und stinklangweilig war es auch. Zumindest zwei Gläser Nuttenbrause für jeden von uns konnten wir umsonst trinken und ein Gratis-Foto gab es einen Tag später auch. Im Anschluss ging es noch in die Mittelbar und die rote Arschbar, wo Jens mit einem Kerl tanzte. Also manchmal macht mir Jens echt Angst!
(3)

22.07.2011 – Leknes

Sonnenaufgang: 2.31 Uhr
Sonnenuntergang: 23.33 Uhr

Gegen 7 Uhr erreichten wir an diesem Morgen den „Hafen“ von Leknes auf den Lofoten. Wir hatten keine Eile, an Land zu kommen und schliefen erst mal lange bevor wir uns zum Frühstücken auf Deck 9 begaben.

Gegen 11.45 Uhr machten wir uns dann doch endlich mal zum Tendern bereit und schipperten an Land. So weit wir erkennen konnten gab es in Leknes Havn außer einem Souvenirladen, ein paar Lagerhallen, ekligem Trockenfisch und einem Troll NICHTS! Außer einer tollen Landschaft natürlich und da unser Geburtstagskind Gerald auf einen Hügel klettern wollte machten wir das natürlich. Herrlich! Auch wenn das Wetter nicht besonders gut war, so genossen wir doch den Ausblick und die Stille. Später gingen wir dann noch an den Strand, wo wir Muscheln suchten und Scheiße und ein Messer fanden. Jens suchte nicht nur am Strand, sondern auch im Wasser – mit den richtigen Schuhen geht das ja!

Wieder zurück im „Hafengelände“ mussten wir natürlich den Souvenirladen plündern, den Troll befummeln und die zwei norwegischen Schwestern aus dem Laden beglotzen (Also die hätte ich auch gerne mitgenommen^^). Zurück zur Pacifica ging es in rasanter Fahrt – die wohl sowohl uns als auch dem italienischen „Kapitän“ des Tenderboots ziemlichen Spaß bereitete.
Da so ein ausgedehnter Spaziergang in der Natur natürlich hungrig macht, führte uns unser Weg dann auch direkt ins Buffetrestaurant. Und anschließend mussten wir uns natürlich am Pool entspannen. (Und ich kam auch noch in den Genuss, meinem pelzigen Freund auf den Hintern glotzen zu können, während dieser eindeutige Bewegungen machte^^)
Gegen 17 Uhr verließen wir Leknes und nahmen Kurs auf Trondheim. Meine Herren hatten sich für den Abend etwas Besonderes einfallen lassen und waren nun gar nicht mehr „out of style“! Schick sahen sie aus in ihren karierten Hemden, es fehlten eigentlich nur noch die Schnauzer. Harrharrharr!

Jens war der erste von uns, der von den Anschlägen in Oslo und Utøya etwas mitbekam und im Laufe des Abends machten immer mehr Informationen und Gerüchte die Runde, wobei mir das wirkliche Ausmaß erst am nächsten Tag so richtig bewusst wurde.
Für Gerald gab es natürlich beim Abendessen das obligatorische Geburtstagsständchen vom Maitre und den Kellnern und natürlich bekam er auch eine Torte. Einfach nur noch lecker und ich fand sie um Klassen besser als meine 2009 auf der Costa Luminosa.

Seit diesem Abend ist Jens allerdings nicht mehr alleine, in seinem Bauch wohnt nun der Krake, den er ohne zu kauen runter geschluckt hat. (Den Teil mit der Tentakel, die irgendwann aus seinem Arsch kommt lasse ich besser weg… ups^^)
Später holte ich noch unser Gratis-Foto vom CostaClub-Cocktail und wir machten es uns dann in der Mittelbar gemütlich, wo Giorgio „No Woman No Cry“ und „Buffalo Soldier“ für Gerald sang, was diesen natürlich sehr erfreute. Weiter ging unsere abendliche Tour dann in die Arschbar und in die Disko, wo ich den Pelzigen beim Tanzen auf dem Tisch beglotzen konnte.
(3)

 

Fortsetzung folgt….

Musik und Mitternachtssonne 2011 (1)

Hinweis:

Dieser Reisebericht beinhaltet meine persönlichen Erlebnisse und Gedanken während unserer Nordland-Kreuzfahrt 2011. Wer technische Details bzw. landeskundliche Informationen sucht möchte bitte die einschlägigen Internetseiten aufsuchen.

„I gotta run,
I gotta hide,
I can feel them close behind.
I’m not gonna be feeding them no more.
I gotta move,
stay in the dark,
I gotta lead astray those sharks,
the grass is green where I’m taking this ship right now.“

Vorfreude

2010 erfüllte ich mir meinen persönlichen Traum einer Transatlantik-Kreuzfahrt und am Ende dieser Reise war mir klar, dass es Zeit für einen neuen Traum war (A dream is all we need!!!). Und vor meinem geistigen Auge tauchte auf einmal diese berühmte Kugel auf, die auf dem Felsen ganz hoch oben im Norden Europas thront. Als wir schließlich in Savona von Bord gingen stand der Plan fest – wir wollten zum Nordkap!
Kurz nach unserer Rückkehr machten wir uns dann auch bald auf den Weg ins Reisebüro unseres Vertrauens und buchten „Norwegische Fjorde“ mit der Costa Pacifica. Und dieses Mal würden mein Mann Gerald und ich auch nicht alleine fahren, nein, unser bester Freund Jens entschloss sich, uns zu begleiten. Über 400 Tage ohne Schiff ziehen sich wie Kaugummi… aber irgendwann war es dann so weit und nur noch wenige Stunden trennten uns von unserem Traum.

„All my life I’ve been dreaming I could leave this mess behind,
this time I am waiting for a chance to say goodbye.“

15. 07. 2011 – Tag der Abfahrt

Wir hatten die Anreise nach Kiel mit dem Bus wie üblich über Costa gebucht, allerdings sollte uns dieses Mal das Airport-Shuttle Rosenmeier nach München-Fröttmaning bringen, da das „Taxi Mama“ im Zillertal weilte. Pünktlichst um 18.30 Uhr stand dann auch unser sehr netter Fahrer vor der Türe, der uns sicher und ohne besondere Vorkommnisse zum Busbahnhof in die Landeshauptstadt brachte. Zum großen Unmut einiger Leute hatte allerdings unser Bus von Schmetterling Reisen Verspätung und in der Wartezeit schlossen wir erste Freund- und Feindschaften. Gegen 21.30 Uhr starteten wir schließlich Richtung Kiel und irgendwann hatten sich auch die motzenden Mitreisenden halbwegs wieder beruhigt.

16.07.2011 – Kiel

Ich konnte die Nacht über relativ gut schlafen und erfreute mich am Vollmond und einem gigantischen Sonnenaufgang. Und was man unter „Verspargelung“ der Landschaft versteht weiß ich nun auch – so viele Windräder habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Um 9.30 Uhr erreichten wir schließlich Kiel und ich hätte zu gerne das Gesicht von Jens beim Anblick der Costa Pacifica gesehen. (Jens saß im Bus unten und wir oben) Auch für mich ist dieser Moment immer wieder grandios und Jens gab irgendwann auch zu, dass er weiche Knie bekommen hatte. Neben unserem Schiff lag die MSC Poesia am Ostseekai.

Die Zeit bis zur Einschiffung, die um 12.30 Uhr beginnen sollte, vertrieben wir uns in einem kleinen Park mit tollem Blick auf die Schiffe. Pünktlich waren wir dann auch wieder im Hafenterminal und mussten erstaunt feststellen, dass bereits Einschiffungsnummer 10 aufgerufen wurde (wir hatten Nummer 8 ) – das natürlich nachdem wir uns ein Bier geholt hatten. Gegen 13 Uhr waren wir dann endlich an Bord (wieder zu Hause…) und begaben uns gleich auf Deck 9 zur Nahrungsaufnahme. Im Anschluss suchten wir unsere Kabinen (6402 und 1205) und kurz nach unserer Ankunft dort kamen auch schon die Koffer.
Dann war es an der Zeit für einen kleinen Rundgang durch das Schiff. Da wir bereits mit der baugleichen Costa Serena gefahren waren, fanden wir uns sofort zurecht. Oben auf Deck 10 begutachteten wir die MSC Poesia hinter uns und ein paar Offiziere winkten uns von der Brücke aus freundlich zu (Ich werde trotzdem nicht mit MSC fahren^^). Am Ende unserer Besichtigungstour gönnten wir uns ein Bierchen in der Bar Scuderia Costa auf Deck 12. Um 16.45 Uhr fand die obligatorische Rettungsübung statt und im Anschluss beobachteten wir das Ablegen gegen 17.45 Uhr von unserem Balkon aus. Unseren netten Kabinensteward Jayson hatten wir mittlerweile auch kennen gelernt und „motiviert“.
Für das Abendessen hatten wir den Tisch 407 im Restaurant „New York New York“ zugeteilt bekommen (wie gewünscht waren wir auch in der 1. Sitzung).
Nachdem wir unsere Mägen gefüllt hatten gingen wir in die Bar „Calypso“ auf Deck 9 am mittleren Pool und testeten den dortigen Special Cocktail Mathilda (feini!!). Unsere abendliche Tour führte uns weiter in die Bar „Rock Around the Clock“ auf Deck 5 am Heck des Schiffes, die wir spontan in „rote Arschbar“ unbenannten. Dort trank Gerald den ersten Long Island Iced Tea seines Lebens und war begeistert. Für die musikalische Unterhaltung war in dieser Bar das Duo Elvis und Gianluca zuständig und nun weiß ich auch sicher: Elvis lebt!!! (und heißt Thomas und kommt aus Ungarn^^) Die Stimme…. Wahnsinn! Nach einer ersten kurzen Shopping-Tour führte uns unser Weg später noch in die Bar „Welcome“ auf Deck 3 im Atrium („Mittelbar“), wo Giorgio „My Way“ für mich sang. Glücklich und ziemlich müde gingen Gerald und ich dann ins Bett, während Jens auf der Suche nach der Disko noch in der Kirche landete.
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17.07.2011 – Seetag

Sonnenaufgang: 5.04 Uhr
Sonnenuntergang: 21.36 Uhr

Die Nacht über hatte ich traumlos wie ein Stein geschlafen und war dementsprechend fit als mich der Hunger weckte. Zum Frühstücken gingen wir ins Buffetrestaurant „La Paloma“ auf Deck 9. Danach registrierten wir unsere Kreditkarten (Gerald ist ein Depp^^) und buchten unseren Tisch im Restaurant „Blue Moon“ für den 23.07.. Dann begaben wir uns wieder auf Deck 9, wo wir fast den ganzen Tag im Pool oder im Whirlpool am Heck des Schiffes verbrachten und zwischendurch immer wieder das Buffet plünderten. (Erkenntnis des Tages: Der weiße Wal geht nicht unter!)
Auf den Kapitäns-Gala-Cocktail um 17 Uhr verzichteten wir und nutzten die Zeit lieber für unser Styling. An diesem Tag war Willkommens-Gala-Abendessen und es ist immer wieder interessant, was manche Leute unter „Gala“ verstehen. Karierte Hemden und braune Sandalen sind in meinen Augen an einem derartigen Abend unangebracht. Die Blicke einiger Leute beim Anblick meines Abendkleides waren allerdings göttlich. Nach dem Essen (ich sag nur „Gegrilltes norwegisches Lachs Filet mit Oliven Öl und Zitrone, serviert mit Salzkartoffel und Zucchini Salat“ – ein Traum!!!) gingen wir zunächst in die Pianobar „Rick’s“, eigentlich zunächst nur, um eine zu rauchen. Dort lernten wir Ferdinand und Barbara, ein nettes Ehepaar aus Wien, kennen und blieben kleben. Gemeinsam mit unseren neuen Freunden gingen wir später in die Sportbar „Route 66“, um uns dort das Endspiel der Damen-Fußball-Weltmeisterschaft USA gegen Japan anzusehen. (Grüße an dieser Stelle an den Trottel hinter uns!) Nach einem Abstecher in die rote Arschbar zu Elvis gönnten Gerald und ich uns noch eine Flasche Nuttenbrause auf unserer Kabine. Und Jens landete mal wieder in der Kirche anstatt in der Disko.
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An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zu unserem Schiff schreiben: Die Costa Pacifica ist 290 m lang und 35,5 m breit, hat in 1504 Kabinen Platz für maximal 3780 Passagiere und steht ganz im Zeichen der Musik. Die Gestaltung der öffentlichen Bereiche (die mir persönlich sehr gut gefällt), die Namen der Restaurants, Bars, Decks etc. – überall fand sich das Motto des Schiffs wieder. In den einzelnen Bars gab es zudem spezielle Cocktails, die von bekannten Musikern kreiert worden waren. Unser Kapitän war Ciacomo Longo, mit dem wir bisher noch nicht das Vergnügen hatten. (Im Gegensatz zum guten Massimo in vergangenen Jahr lief er mir auch nur bei offiziellen Anlässen über den Weg.)

18.07.2011 – Hellesylt/Geiranger

Sonnenaufgang: 4.25 Uhr
Sonnenuntergang: 23.00 Uhr

Ich schlafe gerne lange, sehr lange, aber an diesem Morgen war ich so rein gar nicht böse als mich Gerald ganz aufgeregt noch vor 9 Uhr weckte. Der Blick, der sich mir von unserem Balkon aus bot, war einfach unbeschreiblich. Wir ankerten vor Hellesylt im Fjord, um Passagiere für ihre Ausflüge auszuschiffen. Ich hatte ja schon viele Bilder von norwegischen Fjorden gesehen, aber nun – mitten in einem – stand ich nur noch mit offenem Mund da und war beeindruckt. Nach ca. einer Stunde Aufenthalt fuhren wir weiter Richtung Geiranger und ich konnte mich an der unglaublich schönen Landschaft gar nicht satt sehen. Wie in den Alpen, nur fuhren wir auf dem Meer durch die Berge. Hammer!
Während unserer Fahrt durch den Geirangerfjord kamen wir auch an den berühmten Wasserfällen „die sieben Schwestern“ vorbei.

Gegen 11.30 Uhr erreichten wir Geiranger und wir begaben uns zu unserem Treffpunkt für den gebuchten Ausflug „Norddal und Meierhof Herdal“.
Tendern ist doch immer wieder lustig! Vorbei an der Queen Elisabeth ging es mit dem Boot zu einem Anlegesteg, wo wir erstaunt feststellen mussten, dass dort für die Passagiere der QE Getränke bereit standen. Also gegen diesen Service hätte ich mal so gar nichts einzuwenden. Unsere (österreichische) Reiseleiterin erwartete uns schon am Bus, mit dem wir zunächst die „Adlerstraße“ hinauf fuhren. Dies ist im Winter die einzige Verbindung von Geiranger mit dem Rest der Welt. Weiter ging es dann zum Eid-See und zum Norddal-Fjord bis wir schließlich unser erstes Ziel, einen Hof in den Bergen erreichten. Dort konnten wir zunächst in einem der Gebäude allerhand selbst hergestellte Dinge bewundern (Felle, Stoffe…), was mich persönlich aber nicht wirklich interessierte. Mich zog es zu einem der anderen Gebäude – vorbei an einem Mädchen, das auf der Geige spielte – wo ich auf ein paar kulinarische Köstlichkeiten hoffte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Neben diversen Wurstsorten (u.a. auch Elchwurst, sehr lecker!!!) gab es dort auch selbstgebrautes Bier und Himerbeersaft. Feine Sache! Mit einem Becher Bier machte ich es mir an einem Tisch bequem und genoss den gigantischen Ausblick auf den Norddal-Fjord.

Die Temperaturen waren auch recht angenehm (bis zu 20°C an diesem Tag) und ich konnte es kaum glauben, dass ich es tatsächlich geschafft hatte und in Norwegen war. Jens war dann auch so nett und machte ein Foto von mir gemeinsam mit dem netten Norweger, der Gerald über die Bierproduktion auf dem Hof aufklärte. Schade, dass wir keinen Halt beim örtlichen Supermarkt einlegten, ich hätte mir gerne ein paar Flaschen von dem leckeren Gebräu mitgenommen. Weiter ging es dann zum Meierhof Herdal, der aus etwas 30 Gebäuden besteht. Die Dächer der kleinen Holzhäuser sind mit allerhand Grünzeug bewachsen (gute Wärmedämmung) und auf einem konnten wir sogar eine Ziege entdecken (soll in der Gegend völlig normal sein, also ne Ziege auf dem Dach^^). Die anderen Ziegen waren weggesperrt, damit sie die Erdbeeren nicht fressen, wurde uns erklärt. Gut für uns, so konnten wir sie essen. Hähä! In einem der Häuser gab es dann verschiedene Käsesorten zum Probieren (und auch kaufen). Ich machte 2 mal meine Runde und schaufelte genüsslich Käse auf das leckere dünne Knäckebrot. Besonders fasziniert war ich vom braunen Käse. In ersten Moment dachte ich, da würde Milchschokolade auf dem Teller liegen. Aber es war tatsächlich Käse und der schmeckte auch noch verdammt gut. (Meine Männer waren, glaube ich, hauptsächlich von der schwarzen Sennerin fasziniert^^) Leider mussten wir uns irgendwann wieder vom Käse, den Erdbeeren, der Ziege und der schwarzen Sennerin verabschieden und fuhren wieder zurück zur Adlerstraße, wo wir in der „Adlerbiege“ einen Fotostop einlegten. Von hier aus hat man einen überwältigenden Blick über den Geirangerfjord und kann auch in der Ferne die Wasserfälle „die sieben Schwestern“ erkennen. Die grünen Berge, die grauen Felsen, der Fjord mit unserer Pacifica, der Queen Elisabeth und der Vistamar… diesen atemberaubenden Anblick werde ich wohl niemals mehr in meinem Leben vergessen!!

Zurück in Geiranger plünderten wir den Souvenirladen bevor wir uns mit einem Tenderboot wieder zurück zu unserem Schiff fahren ließen (ohne kostenlose Erfrischungsgetränke).
Um 18 Uhr mussten wir leider „Auf Wiedersehen“ zum Geiranger Fjord sagen und dann war es auch schon Zeit für das Abendessen. Im Anschluss stand die rote Arschbar mit Elvis auf unserem Programm und gegen 23 Uhr zog es uns auf Deck 3, von wo aus wir den tollen Sonnenuntergang bewunderten und zahlreiche Fotos machten.

„Purple sunsets and air that I can breathe,
I’m not gonna be turning back no more.“

Besonders faszinierte mich in dieser Nacht, dass die Sonne zwar unter ging, am Horizont aber um 0.47 Uhr noch ein roter Lichtstreifen zu sehen war und ich freute mich auf die kommenden Nächte, wo die Sonne gar nicht mehr untergehen würde.

Der Abend bzw. die Nacht endete letztendlich in der Disko „Fever“, wo Jens und meine Wenigkeit die Tanzfläche inklusive der Stange und der Tische unsicher machten. (I don’t dance!^^) Die Sache mit dem Foto unter dem Glastisch hat „leider“ nicht ganz so funktioniert, wie Jens das geplant hatte. Hehe! Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass DJ Claus T. recht gute Musik auflegt. Kein Vergleich zu meinem Spezialfreund DJ Luca, den ich hoffentlich niemals mehr wieder ertragen muss.
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19.07.2011 – Seetag

Sonnenaufgang: 3.57 Uhr
Kein Sonnenuntergang

Diesen Tag würden wir wieder komplett auf See verbringen, was für uns hauptsächlich Deck 9 bedeuten würde (jedenfalls tagsüber).
Das wohl bedeutendste Ereignis des Tages fand gegen 11.30 Uhr statt, da passierten wir nämlich den Breitengrad 66° 33′ 42“ N – sprich den Polarkreis!! Zu diesem Anlass fand am Lido Calypso die „Polar Party“ mit der „Arktischen Polarkreis-Taufe“ statt. Dieses Spektakel lies ich mir natürlich nicht entgehen. Wobei ich mir schon ein bisschen mehr „Party“ gewünscht hätte, aber das ist wohl kaum möglich, wenn ein Großteil der Mitreisenden schon kurz vor der Verwesung ist. Langsam fing ich an die chaotischen, lärmenden Italiener zu vermissen… wer hätte das jemals für möglich gehalten. Auf alle Fälle bekam ich Wasser über den Kopf und Wodka in den Magen und war zufrieden. (Jetzt fehlt mir nur noch der Äquator und dann kommt die südliche Halbkugel dran^^)

Ansonsten verbrachten wir den Tag fast ausschließlich am Lido Ipanema am bzw. im Pool (inkl. Hummi^^). Unser Badevergnügen wurde allerdings durch eine Horde Österreicher empfindlich gestört. Der Pool am Heck des Schiffes ist ja eigentlich Erwachsenen vorbehalten, wobei ich ja im Prinzip nichts dagegen habe, wenn sich dort auch Kinder aufhalten. Aber Ball spielende Kinder (auch noch angestachelt von ihren Eltern), die sich anderen gegenüber total rücksichtslos verhalten – das muss doch wirklich nicht sein!!! Da Schwimmen unmöglich war verzogen wir uns in den Whirlpool und genossen die Aussicht bzw. vergnügten uns mit dummen Sprüchen und Schwefelblasen.
Nach dem Abendessen gegen 20 Uhr verzog ich mich alleine auf Deck 11, legte mich in die Sonne, hörte Musik und träumte vor mich hin.

„Bright lights in the sky,
blue flower and rainbows.
Bright lights in the sky,
looking like diamonds.“

Später suchte ich meine Männer und gönnte mir das ein oder andere alkoholische Getränk. Dies sollte die erste Nacht ohne Sonnenuntergang werden… Mitternachtssonne… das hatte mich schon immer fasziniert! Wir postierten uns in der Mittelbar, von wo aus wir bequem immer wieder hinaus gehen und Fotos machen konnten – was wir auch zur Genüge taten. Eigentlich hatte ich ja geplant, um Punkt Mitternacht die Sonne zu fotografieren, aber daraus wurde nichts, da urplötzlich gegen 23.45 Uhr dichter Nebel aufzog.

Innerhalb weniger Minuten war die Sonne verschwunden. Da half nur eines – weiter trinken. Und wir wurden dabei netterweise von einem der Kellner mit Zaubertricks unterhalten. Um 2 Uhr lichtete sich der Nebel genauso plötzlich wie er gekommen war und die Sonne strahlte wieder vom blauen Himmel. Ein unbeschreiblicher Anblick!

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Fortsetzung folgt…