Schlagwort-Archive: Auf hoher See 2007

Auf hoher See 2007 (Teil 3)

23.09.2007 Cadiz / Spanien

Gegen 9 Uhr lief die Costa Magica in den Hafen von Cadiz ein.

Aufgrund unseres gebuchten Ausflugs „Jerez-Weinkeller und Arcos de la Frontera“ mussten wir heute etwas früher als gewohnt aufstehen. Nach einem schnellen Frühstück ging es auch schon los.

Unser spanischer Führer entpuppte sich als die ultimative Spaßkanone. Ständig riss er Witze und brachte den ganzen Bus zum Brüllen, v.a. wenn er wieder Wörter in seinem elektronischen Wörterbuch nachschlagen musste. Zuerst machten wir eine Stadtrundfahrt durch Cadiz, auf der wir Informationen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Plätzen der Stadt bekamen. Palmen, Gärten, exotische Pflanzen, wunderschöne Gebäude – Cadiz ist wirklich einen Besuch wert! Schade, dass wir das alles nur vom Bus aus im Schnelldurchgang bewundern konnten.

Anschließend fuhren wir nach Arcos de la Frontera. Die Stadt liegt auf der Spitze eines steil aufragenden Felsens über einem weitläufigen Tal. Besonders beeindruckend waren hier die schneeweißen Häuser und sehr schmalen Gassen. Die Autofahrer dort kann man nur bewundern! An den Straßenrändern wachsen Orangenbäume (klar dass Gerald es nicht lassen konnte, eine zu „ernten“) und überall sieht man bunte Blumen und Kakteen. Die Temperaturen waren allerdings ganz schön heftig, über 30°C Ende September bin ich nicht wirklich gewohnt.

Danach führte uns unser Ausflug nach Jerez de la Frontera, der Heimatstadt des berühmten Sherrys. Sherry wird aus trockenem Weißwein hergestellt, der nach der Gärung mit Brandwein versetzt wird und während seiner Reife in Fässern aus Weinen verschiedener Jahrgänge verschnitten wird. In Jerez de la Frontera besuchten wir die Weinkeller „González Byass“, dem weltweit größten Produzenten von Sherry, der vielen durch das von Picasso entworfene Firmen-Logo, das „Tío-Pepe-Männchen“, bekannt ist. Hier wurde uns genau erklärt, wie der original Sherry hergestellt wird (vom Anbau bis zur Abfüllung in die Flaschen) und wir hatten Zeit, die Fässer zu bewundern und den Geruch zu genießen bevor es zur Verkostung ging. Leckeres Zeug sag ich da nur! Logischerweise deckten wir uns im Laden der Kellerei mit Sherry und Brandy ein. Erwähnenswert im Zusammenhang mit den Weinkellern sind auch noch die mit Wein überwucherten Laubgänge zwischen den Gebäuden, die von zahlreichen Berühmtheiten (z.B. Franco, Churchill, Hemingway, Martin Luther King und zahlreichen Mitgliedern des spanischen Könighauses) handsignierten Fässer sowie das Sherry-Glas mit der Leiter für die Mäuse in einem der Keller (hier müsste man Maus sein^^).

Viel zu früh waren wir wieder zurück an Bord, wo ich zunächst einen Rundgang über die oberen Decks machte bevor ich mich zum Braten auf unseren Balkon begab.

Während des Abendessens verließen wir gegen 20 Uhr den Hafen von Cadiz Richtung Malaga. Danach war Party angesagt, einerseits weil ich vom Cocktail des Tages („Margarita“ bzw. „Blue Margarita“ mit Tequila, Triple Sekt/Curacao blue und Zironenmix) nicht genug bekommen konnte, andererseits weil ich mir die Zeit bis zu meinem persönlichen Highlight der Reise vertreiben musste. Zunächst besuchten wir unsere Lieblingsbars bis wir zum Schuss auf Deck 9 landeten, wo unter freiem Himmel am Pool eine große Fete stieg. Hier beobachteten wir an der „Bar Maratea“ das Treiben und ich konnte Arschfotos von Führungsoffizieren machen (sogar vom Küchenchef hehe). Anschließend zogen wir uns auf unsere Kabine zurück. Mit einem Glas Portwein wollte ich auf dem Balkon unsere Passage durch die Straße von Gibraltar, die die europäische von der nordafrikanischen Küste trennt und an ihrer engsten Stelle nur 14 km breit ist, genießen. Darauf hatte ich mich seit Monaten gefreut und gegen 1.30 Uhr sollte es soweit sein. In der Bordzeitung stand: „Vor uns werden die imponierenden Felsen von Gibraltar zu sehen sein, eindrucksvoll angestrahlt von mehreren Lichtern.“ Doch alles, was ich sehen konnte war plötzlich auftauchender dichter Nebel! ********************!!!

24.09.2007 Malaga / Spanien

Am Morgen gegen 8.00 Uhr legten wir im Hafen von Malaga, dem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Costa del Sol, an. Bereits um 7.45 Uhr mussten wir am Treffpunkt für unseren Ausflug „Marbella und Puerto Banus“ sein. Eindeutig zu früh für mich v.a. nach der langen Nacht auf dem Balkon.

Nach einer Fahrt durch Malaga brachte uns unser Bus nach Puerto Banus, einem bekannten Yachthafen bei Marbella. Die Fahrt nutze ich für ein kleines Nickerchen, was mir den Spott meiner Familie einbrachte. In Puerto Banus fielen mir beinahe die Augen aus dem Kopf beim Anblick der zahlreichen Yachten. Aber hallo! Da ankerten echt die Millionen. Kurz spielte ich mit dem Gedanken, eins der Schmuckstücke zu entern und mich einfach abzusetzen.

Nach einem kleinen Hafenrundgang mussten wir auch schon wieder weiter nach Marbella selbst, wo uns unsere Führerin (eine spanische Finnin oder so) durch die Altstadt des berühmten Badeorts der „Reichen und Schönen“ führte. Schön! Verwinkelte kleine Gassen, schneeweiße Häuser und bunte Blumen. Auch hier wachsen Orangenbäume mitten in der Stadt! Wir mussten natürlich mal wieder eine „ernten“. Nach der offiziellen Führung hatten wir noch etwas Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Nach einem kurzen Blick in ein paar Schaufenster zog es mich Richtung Strand. Auf dem Weg dort hin kamen wir an einem gefliesten (!!!!) Park vorbei, der an einen exotischen Urwald erinnerte. Faszinierend!

An der Strandpromenade angekommen parkte ich Gerald einfach und rannte barfuss ans Meer. Einfach traumhaft! Warm, Sonnenschein, Strand, Meer und ich mitten drin. Ein unglaublich schöner Moment, den ich wohl so schnell nicht vergessen werde. Ich sammelte noch ein paar Steine und Muscheln (eine davon ist nun ein Anhänger) bevor ich wieder zu Gerald und meinen Schuhen zurückging. Leider war es dann auch schon wieder Zeit zum Bus zurückzugehen. Schade, ich hätte es am Strand von Marbella schon noch länger ausgehalten (so drei Wochen^^).

Der Bus brachte uns dann wieder zur Costa Magica zurück und bereits gegen 13 Uhr verließen wir den Hafen von Malaga.

Nachdem wir uns die Mägen am Buffet vollgeschlagen hatten zogen wir uns auf eines der oberen Decks zurück, um in der Sonne zu lesen und zu relaxen. Da ich die Sonnencreme vergessen hatte wurde ich so richtig schön rot^^.

Am Abend war dann das Gala-Abschiedsessen angesagt, was bedeutete, dass wir uns wieder in Schafe werfen mussten (im Gegensatz zu unserem Tarnhemdfreund^^). Nach dem Essen (mit der obligatorischen Eisbombe am Ende, die eigentlich nur aus Zucker besteht *schauder*) waren wir noch zum CostaClub Cocktail im Theater eingeladen, wo Kapitän Massimo eine Ansprache hielt und sich mit den Passagieren fotografieren lies. Ja, ich habe auch ein tolles Bild mit dem Kapitän! (auf dem ich hochschwanger aussehe *Augen verdreh*) Im Anschluss gingen wir zum letzten Auftritt der Ursprung Buam und später noch auf einen kleinen Rundgang durch die Bars. Cocktail des Tages war der „Amber Sunset“ (Rum, Aprikotbrandy, Kokoscreme, Fruchtpunsch).

25.09.2007 3. Seetag

Heute war der letzte Seetag und zugleich auch unser letzter Tag auf See.

Der Tag begann mit strahlendem Sonnenschein, doch leider sollte das Wetter nicht halten, was meine Pläne (braten in der Sonne) durchkreuzte.

Nach dem Frühstück musste ich mit Entsetzen feststellen, dass wir auf eine riesige schwarze Wolkenwand zusteuerten. Als es zu tröpfeln begann ergriffen die „Erfinder des Rückzugstiefels“ schnellstens die Flucht. Noch nie habe ich Italiener so schnell laufen sehen. Dabei war das doch nur ein bisschen Regen. Meine gute Laune lies ich mir durch das immer schlechter werdende Wetter nicht verderben. Anstatt faul rumzuliegen spazierten wir durch das Schiff und plünderten die Geschäfte. Außerdem wurde es auch Zeit, die Koffer zu packen. Das Wetter wurde immer unangenehmer und die Costa Magica schaukelte teilweise ganz schön, was man auch an den bleichen Gesichtern einiger Passagiere merkte. Ich persönlich fand das toll und wegen mir hätte der Seegang noch heftiger sein können.

Beim Abendessen schlugen wir uns ein letztes Mal den Magen voll und dann hieß es Abschied nehmen von unseren Kellnern und Musikern und den letzten Cocktail des Tages („Singapore Sling“ mit Gin, Peter Heering, Zitronensaft und Soda) zu genießen.

Eine gigantische Reise ging langsam aber sicher zu Ende. Nach einer letzten Kippe auf dem Balkon ging ich traurig ins Bett.

26.09.2007 Savona / Italien

Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Savona und mussten auch schon unsere Kabinen verlassen.

Ab 9 Uhr begann das Ausschiffen und bevor wir es richtig merkten saßen wir schon im Bus und fuhren Richtung Heimat. Das Wetter war auch nicht sonderlich aufbauend und daher zog ich es vor, mir die Zeit mit Musikhören und Schlafen zu vertreiben. In München fuhr uns der Zug nach Regensburg vor der Nase weg und so mussten wir dort auch noch eine Stunde lang unnötigerweise abhängen. Aber auch das ging vorbei und gegen Mitternacht waren wir schließlich zu Hause.

Total geschafft und voller Eindrücke von wunderbaren Orten gingen wir bald ins Bett. Ich hatte vor der Reise doch einige Erwartungen an diese Kreuzfahrt und die wurde alle noch übertroffen.

Leider konnte keiner zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass nur wenige Tage später das Schicksal erbarmungslos zuschlagen würde…

Am Ende meines kleinen Urlaubsberichts möchte ich noch ein paar Worte an einige Leute richten.

Vielen Dank an die gesamte Crew der Costa Magica für den tollen Service und die unvergesslichen Stunden, die wir an Bord verbringen durften, sowie an das Team von Alex Travel (Strass im Zillertal) für die tolle Organisation.

Besonders möchte ich mich an dieser Stelle bei Franz und Barbara aus Wien sowie Stephan und Sabine vom Ursprung Buam Fanclub Franken für die Fotos und Videos bedanken (besonders das Video von unserer nächtlichen „Flugstunde“ bringt mich noch immer zum Lachen).

Und zu guter letzt ein Dankeschön an Andreas, Martin und Manfred von den Ursprung Buam für die tolle musikalische Unterhaltung und den Spaß, den wir miteinander hatten.

Weitere Bilder unter: http://bilder.stvc.de/thumbnails-215.stvc

Auf hoher See 2007 (Teil 2)

19.09.2007 Le Havre / Frankreich

Gegen Mitternacht überquerten wir den Greenwich Meridian und erreichten gegen 8 Uhr den Hafen von Le Havre, der Hauptstadt der Region Seine-Maritime und einer der wichtigsten Seehäfen Frankreichs. Da es noch finster war konnte ich mich nicht dazu aufraffen, das Bett zu verlassen. Ich bewunderte nur kurz die „Jewel of the Seas“, die neben uns lag und gönnte mir dann noch eine Mütze voll Schlaf.

Dem späten Frühstück folgte fast übergangslos das Mittagessen bevor wir uns um 13.45 Uhr zu unserem Ausflug trafen. Eigentlich wollten wir heute zu den Landungsstränden der Normandie (darauf hatte sich Gerald besonders gefreut), aber dieser Ausflug war natürlich ausgebucht, so dass wir uns für „Etretat und Fécamp“ entschieden.

Durch die wunderschöne Landschaft der Normandie fuhren wir zu unserem ersten Ziel, dem Palais der Äbte mit Benediktiner-Museum in Fécamp. Hier wird der berühmte Benediktiner-Likör gebrannt (von dem ich persönlich noch nie etwas gehört habe). Mit mäßigem Interesse ging ich durch die verschiedenen Räume mit diversen Ausstellungsstücken. Erst die verschiedenen Kräuter, die für die Herstellung des Likörs benötigt werden, erweckten mein Interesse. Nach der Besichtigung des mit Eichenfässern gefüllten Kellers und der Brennerei kamen wir schließlich zum wichtigsten Teil unserer Besichtigungstour, der Schnapsverkostung. Das Zeug rinnt runter wie Öl, schmeckt ganz mild (also nix Asbach!) und macht sicher in ausreichender Dosis tierisch besoffen. Mama konnte natürlich nicht widerstehen und kaufte sich im Geschenkartikelladen auch gleich eine Flasche.

Abtei der Äbte in Fecamp

Im Anschluss fuhren wir über die Küstenstraße mit tollen Ausblicken nach Etretat, einem wunderschönen Ort mit tollen Fachwerkhäusern in einer gigantischen Küstenlandschaft. Die Küste mit ihren einzigartigen Felsformationen und dem unbeschreiblichen Licht beeindruckte bereits zahlreiche Künstler wie z.B. Monet. Nachdem ich es mit eigenen Augen bewundern durfte verstehe ich auch warum. In Etretat hielten wir uns fast ausschließlich am Strand auf und beobachteten die Wellen. Ein wunderschöner und beruhigender Anblick! Am liebsten wäre ich gar nicht mehr weg.

Etretat

Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zur Costa Magica und da wir relativ spät dran waren wurde es bis zum Abendessen noch richtig stressig. Pünktlich zum Essen verließen wir den Hafen von Le Havre und nahmen Kurs auf die spanische Küste.

Den Abend verbrachten wir in unseren Stammbars und labten uns am Cocktail des Tages „(La Croisette“ mit Gin, Pernod, grape juice), dessen Wirkung nicht zu verachten war.

20.09.2007 Seetag

Unsere heutige Fahrt führte uns durch den Golf von Biscaya (bis zu 4000 m tief!). Diesen Tag wollten wir so richtig zum Relaxen nutzen.

Nach dem Frühstück schnappten wir uns erst mal eine Liege auf Deck 9 am Pool. Dort entdeckten wir etwas, wonach ich schon immer gesucht hatte: das Zentrum des Wahnsinns! Ja, genau dort ist es! Zu den Rhythmen besch****** Musik tanzten Massen von Italienern jeglichen Alters mit angemalten Gesichtern. Das ganze nennt sich laut Bordzeitung: „Wir tanzen“. Einfach zum Brüllen! Der absolute Gipfel war, als die Italo-Meute bei DJ Ötzis „Hey Baby“ völlig ausflippte. Ich wäre beinahe von meiner Liege gekippt.

Den Rest des Tages verbrachten wir entweder auf den oberen Decks in der Sonne bzw. in unserer Kabine oder auf unserem Balkon mit Musik hören und lesen.

Nach dem Abendessen zog sich Gerald bald zurück, während ich zum Auftritt der Buam ging und anschließend noch ein wenig durchs Schiff spazierte. Ich wurde sogar von einem der Angestellten aus Costa Rica mit seinem privaten Handy fotografiert, da dieser total fasziniert von meinem Dirndl war.

Cocktail des Tages war „Bahama Mama“ mit Rum, Brandy, Fruchtpunsch und Kokoscreme.

21.09.2007 Vigo / Spanien

Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Vigo (Galizien), ein wichtiges Handels- und Fischereizentrum an der spanischen Atlantikküste. Die Silhouette der Stadt bei Sonnenaufgang war wirklich beeindruckend.

Nach dem Frühstück und einer kleinen Wartepause auf Mama, deren Kabinentüre sich nicht mehr öffnen lies, gingen wir von Bord, um die Altstadt von Vigo auf eigene Faust zu erkunden. Ausgestattet mit Prospekten und Stadtplan gingen wir durch schmale Gassen Richtung Castro. Trotz Plan konnte es Mama nicht lassen, zwei nette Polizisten nach dem Weg zu fragen, wobei ich erwähnen möchte, dass Mama kein Wort Spanisch spricht und die Polizisten natürlich kein Deutsch, Englisch war bei allen Fehlanzeige. Aber auch mit Händen und Füßen kann man sich unterhalten! Auch wenn der Aufstieg durchaus anstrengend war so hat er sich auf alle Fälle gelohnt. Der Castro hat an seinen Hängen einen Garten mit einer üppigen Sammlung von Bäumen und es gibt zahlreiche Aussichtspunkte auf Terrassen, von denen man eine gigantische Aussicht über die Stadt und den Hafen hat. Auf dem Gipfel legten wir in einer schönen Parkanlage eine kleine Pause ein und genossen die Aussicht bevor wir durch verwinkelte Gassen wieder zum Hafen zurück spazierten. Auch wenn unser Ausflug nur kurz war, er war dennoch toll!

 Das Monument der Anker am Castro

Wieder an Bord stürzten wir uns hungrig auf das Mittagsbuffet, wo es heute spanische Spezialitäten gab. Mehr als lecker! Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in der Sonne bratend auf Deck 10. Um 18 Uhr verlies die Costa Magica den Hafen von Vigo und nahm Kurs auf Lissabon. Nach einem wie immer äußerst üppigen Abendessen machten wir die übliche Barrunde und ließen und ein paar Cocktails des Tages munden („Melon Ball“ mit Wodka, Melonenlikör, Ananassaft). Nach einem kurzen Abstecher in die „Diskothek Grado“, wo DJ Luca seinen üblichen Mist auflegte, zog ich mich in unsere Kabine zurück.

22.09.2007 Lissabon / Portugal

Ob die Kreidefelsen in Dover, der Hafen von Le Havre mit der „Jewel of the Seas“ neben uns oder die Silhouette von Vigo, der morgendliche Blick aus dem Fenster stellte immer ein besonderes Highlight des Tages dar. Was uns aber an diesem Morgen erwartete, als wir gegen 8 Uhr den Hafen von Lissabon (Hauptstadt und zugleich Haupthafen von Portugal) erreichten, war einfach unbeschreiblich! Im ersten Moment wusste ich gar nicht so richtig, wo wir uns befanden. War es Rio de Janeiro oder doch San Francisco? Jedenfalls fiel mein Blick auf eine riesige Brücke und eine monströse Christusstatue am gegenüberliegenden Ufer des Tejo.

Lissabon am Morgen

Da auch hier unser eingeplanter Aufflug ausgebucht war wollten wir wieder einmal alleine losziehen. Also gingen wir nach den Frühstück zu einem der Shuttlebusse, der uns direkt in die Altstadt von Lissabon bringen sollte.

Bei herrlichstem Wetter gingen wir erst einmal am Tejo einlang und beobachteten ein paar Angler (und besoffene Vögel^^) bevor wir uns vom Praca do Comércio aus in das Getümmel der Altstadt stürzten. Über das blank polierte Pflaster spazierten wir durch die typischen „Touristen-Straßen“ mit Souvenirläden ohne Ende (ein wahres Paradies für mich), sowie Boutiquen und Fresstempeln und bewunderten die wunderschönen alten Gebäude. Mama wollte eigentlich auf den Castelo de Sao Jorge, aber mir reichte ein Berg pro Woche völlig und daher streikte ich hier. Lieber wollte ich einfach in der Stadt ein wenig abhängen und die Schaufenster bewundern, was normalerweise nicht so mein Ding ist. Als wir so durch die Straßen schlenderten stand er plötzlich vor uns: der ultimative blau-weiße Partybus! Also ich muss schon sagen, portugiesische Polizisten sehen echt lecker aus!^^ Unter viel Gelächter und dem passenden Gesang machte ich sogar ein paar Fotos von den Schnuckelchen. (Für alle, die beim Lesen jetzt fragend auf den Bildschirm starren: das ist mal wieder ein Insider^^). Auf einem größeren Platz stießen wir auf eine folkloristische Aufführung mit Musik und Tanz, die uns in Ihren Bann zog. Gemütlich spazierten wir anschließend wieder zurück zu den Shuttlebussen und gingen dann wieder an Bord, nachdem wir uns im Hafen mit Portwein eingedeckt hatten (dieser sollte die Reise nicht überleben^^).

Lissabon

Nach dem späten Mittagessen (portugiesische Spezialitäten) ging ich alleine wieder von Bord, um durch eine Reihe von Fresstempeln zur Brücke und wieder zurück zu spazieren und die Zollbeamten im Hafen zu begutachten (*kicher*).

Costa Magica

Den Rest des Tages bis zum Abendessen verbrachte ich in der Sonne auf Deck 10 und im Pool.

Der weitere Verlauf des Abends war typisch: fressen bis kurz vorm Platzen und der anschließende Zug durch die Bars. Da der Cocktail des Tages („Sea Breeze“ mit Wodka, Pampelmusensaft und Heidelbeeren) besonders mundete waren wir ein wenig länger als geplant unterwegs bevor wir sanft in den Schlaf geschaukelt wurden.

Fortsetzung folgt …

Weitere Fotos unter: http://bilder.stvc.de/thumbnails-215.stvc

Auf hoher See 2007 (Teil 1)

Da mein Mann und ich von unserer ersten Kreuzfahrt im Jahr 2006 so begeistert waren, gab es gar keine großartigen Diskussionen als der Flyer für die „Ursprung Buam Fankreuzfahrt 2007“ ins Haus flatterte. Wir mussten da einfach mit! So war die Reise schnell gebucht und wir fingen an die Tage bis zur Abfahrt zu zählen.

Ursprung Buam, werden sich jetzt viele fragen, wer soll denn das sein? Nun, das sind drei sehr erfolgreiche Musiker aus dem schönen Zillertal. Auch wenn Volksmusik im Allgemeinen nicht so mein Ding ist, die Musik der „Buam“ mag ich und die Jungs sind auch privat echt nette Kerle, wie ich schon so viele Male erleben durfte. Jedes Jahr unternehmen sie mit Ihren Fans eine Reise und dieses Mal sollte es mit der „Costa Magica“ von Kopenhagen über Dover, Le Havre, Vigo, Lissabon, Cadiz und Malaga nach Savona gehen.

Die Route

Die „Costa Magica“ (Baujahr 2004) ist 272,19 m lang und 35,54 m breit und hat Platz für maximal 3470 Passagiere sowie 1027 Besatzungsmitglieder. (Quelle: www.costakreuzfahrten.de)

Fahrt nach Kopenhagen

Am 15.09.2007 sollte es nun endlich losgehen. Zum Abschied gönnten Gerald und ich uns erst noch ein Abschiedsbier im Einkaufszentrum mit unseren Freunden (z.B. Koffer-Boy Flo^^) bevor wir zum Bahnhof fuhren, wo wir uns mit meiner Mutter trafen, die auch dieses Jahr wieder mit dabei sein sollte.

Im Zug nach München ging der Kult dann auch schon los! Wir setzen uns unbeabsichtigt in den Wagen der 1. Klasse (unser Ticket galt nur für die 2. Klasse) und dort durften wir dank eines sehr netten Schaffners auch bleiben („Bleibt’s nur sitzen, des passt scho!“), während er sowohl eine Gruppe junger Kerle als auch ein paar ältere Ehepaare hinausbeförderte. *kicher*

In München trafen wir dann auf diejenigen unserer Mitreisenden, die wie wir die Strecke nach Kopenhagen mit dem Nachtzug fahren wollten. Schnell wurden die ersten Kontakte geknüpft (Rauchen verbindet, gell Erika!) und alte Bekannte wurden begrüßt. Dann kam der große Schock! Die Plätze in den Liegewägen wurden verteilt und ich musste mit Entsetzen feststellen, dass ein Liegewagen kein Schlafwagen ist!! Beim Anblick des Abteils musste ich an einen Hühnerstall denken und mir war schnell klar, dass dort eine ruhige, erholsame Nacht nicht möglich war. Jedenfalls nicht für mich. Folglich begab ich mich bald nach der Abfahrt in den Bistro-Wagen, wo dann fast die ganze Nacht fröhliches Zechen angesagt war. Die nette Frau Witt versorgte uns unermüdlich mit Bier und Leberkleister und lobte uns sogar für unser Verhalten. (Waren wir wirklich so nett??) Der Zug wurde übrigens von der Azubine gelenkt, was man des öfteren auch merkte. Dies störte aber die allgemeine Stimmung herzlich wenig, auch wenn es doch manchmal ganz schön ruckelte.

16.09.2007 Kopenhagen / Dänemark

Nach einer kurzen Nacht (mit abwechselnden Sägeorgien und Bettstürzen) erwachte ich relativ früh und gut gelaunt. Ich begab mich schnellstens zu Frau Witt, die mich mit Kaffee versorgte. Dank einer Schnitzelsemmel (Spende von Erika) war auch mein Hunger schnell gestillt und ich war bereit zu neuen Schandtaten. Der arme Svenni, der in der Nacht abgestürzt war, durfte übrigens auch mit uns frühstücken. (Für alle, die Svenni nicht kennen, er ist ein Stoffelch und durfte uns gemeinsam mit Wuschl, Batzi und Hummi begleiten^^)

Angestiftet durch meine neuen „Pinkelkumpel“ (nein, die Geschichte, die hinter diesem Ausdruck steht, werde ich hier nicht erzählen!) lies ich das Frühstück gleich nahtlos in einen kleinen Frühschoppen übergehen, was meine Stimmung noch weiter hob.

Am Vormittag erreichten wir endlich Kopenhagen. Ein Teil unserer Gruppe begab sich auf Stadtrundfahrt, während wir am Bahnhof auf den Bus zum Hafen warteten, natürlich zunächst auf der falschen Seite des Bahnhofs. Die Zeit vertrieben wir uns mit allerhand Blödsinn. Irgendwann sammelte uns schließlich der Bus auf und wir erreichten nach kurzer Fahrt den Hafen. Da lag sie dann vor uns, die „Costa Magica“, unsere Heimat für die nächsten Tage. Ein gigantischer Anblick, dieses riesige weiße Schiff! Im Gegensatz zum Vorjahr ging das Einschiffen total schnell und bevor wir es überhaupt richtig mitbekamen waren wir schon an Bord.

Im Hafen von Kopenhagen

Nach einer kleinen Ruhepause und frisch geduscht, was nach der vergangenen Nacht auch bitter notwendig war, machten wir einen „kleinen“ Rundgang, um das Schiff zu erkunden. Eigentlich wollten wir ja das Ablegen um 18 Uhr von einem der oberen Decks aus beobachten, aber das wurde um zwei Stunden nach hinten verlegt, da noch einige Passagiere fehlten. Es blieb uns also nichts anderes übrig als den Cocktail des Tages zu testen, der an diesem Tag den schönen Namen „The little Mermaid“ (Wodka, Creme von weißer Minze, Zitronensaft) trug. Der Geschmack erinnerte im ersten Moment eher an „a Soafalaugn“ (Seifenlauge), jeder weitere Schluck schmeckte aber immer besser. Um 19 Uhr war es Zeit für das Abendessen, das wie erwartet nur noch lecker und viel zu viel war. Unsere Tischnachbarn waren (wie im vergangenen Jahr) Mitglieder der Kraftbrühe-Fraktion = zu jedem Essen braucht es schon ein anständiges Rindssupperl! Nach dem Essen mussten wir natürlich die Bars erkunden, wobei wir uns gleich in der ersten angesteuerten Bar, von uns „Spoiler-Bar“ genannt (eigentlich „Bar Spoleto“), sehr wohl fühlten. Sowohl die Bedienung als auch die musikalische Unterhaltung war toll. Hier sollten wir uns die nächsten Tage noch des öfteren aufhalten. Im Anschluss gingen wir in unsere 2. Stammbar, die „Mittelbar“ („Bar Italia Magica“). Für Gerald war hier dann Schluss, während ich mir Party bis zum bitteren Ende gönnte: durch diverse Bars und die Disco, in der nichts mehr los war. Einige Verrückte versuchten angeblich auch noch dem Wind zu trotzen, hierzu verweigere ich aber die Aussage. Wer dabei war wird es nie vergessen, der Rest versteht es sowieso nicht!

17.09.2007 Seetag

Unsere Fahrt führte uns heute durch die Nordsee. Da das Wetter nicht so berauschend war, Sonne und Wolken wechselten sich ab, zudem wehte ein starker Wind, zog ich unsere Kabine dem Treiben an Deck vor und verbrachte nach einem sehr späten Frühstück einen entspannenden Tag mit lesen und kuscheln. Unterbrochen wurde die Ruhe nur am Nachmittag durch die obligatorische Rettungsübung. Im Vergleich zur letzten Kreuzfahrt wackelte das Schiff heute teilweise ganz schön heftig, Probleme mit Seekrankheit stellten sich bei mir aber nicht ein, im Gegenteil, ich fand das Geschaukel witzig.

Am Abend lud der Kapitän Massimo Garbarino zum „Willkommens-Gala-Cocktail“, daher musste ich mich ein wenig aufdonnern. Hat sogar Spaß gemacht, auch wenn ich meine neuen Schuhe nach fünf Minuten am liebsten zu den toten Katzen auf Deck 0 geworfen hätte (Fragt mich jetzt bitte nicht, was es mit den toten Katzen auf sich hat, das ist eine laaaange Geschichte^^). Gerald wurde in seinem Anzug mit schickem grauen Hemd und passender Krawatte an diesem Abend öfter mal für einen Italiener gehalten. Ihm fehlte eigentlich nur noch der Geigenkasten zu seinem Mafioso-Outfit. Beim „Willkommens-Gala-Cocktail“ stellte der gute Massimo seine Führungsoffiziere vor und es gab kostenlose Getränke und Häppchen. Nach den Häppchen gab es Abendessen (wieder keine Leberkässemmel^^) und im Anschluss gönnten wir uns in der „Spoiler-Bar“ bei unserer neuen Freundin Rowena einen Cocktail des Tages („Amber Sunset“ mit Rum, Apricotbrandy, Kokoscreme, Fruchtpunsch) bevor wir uns zum Auftritt der Ursprung Buam begaben. Wie immer war die Stimmung grandios und selbst das Personal war kurz vorm Ausflippen. Tja, auf den Philippinen kennt mal wohl keine Zillertaler Volksmusik^^. Nach einem Absacker in der Mittel-Bar war für mich Schicht im Schacht, die letzten Tage waren einfach zu „anstrengend“. Während das Schiff schwankte wie Sau fiel ich schnell in einen tiefen Schlaf.

18.09.2007 Dover / Großbritannien

In der Morgendämmerung liefen wir in den Hafen von Dover ein und waren beeindruckt von dem herrlichen Blick, der sich uns auf die weltberühmten Kreidefelsen bot.

Leider waren im Gegensatz zu unserer letzten Kreuzfahrt viele der für uns interessanten Ausflüge bei unserer Einschiffung bereits ausgebucht, daher entschlossen wir uns, in den betroffenen Städten einfach auf eigene Faust loszuziehen, so auch in Dover.

Nach dem Frühstück gingen wir von Bord. Vor dem Hafengebäude wartete bereits der Shuttlebus, der uns in die Innenstadt von Dover bringen sollte. War ja wohl logisch, dass ich gleich souverän den Einstieg auf der falschen Seite des Busses suchte! Vom Square Market Place aus spazierten wir zunächst einfach einmal durch die Fußgängerzone, warfen einen Blick in die Town Hall und bewunderten die schönen alten Gebäude. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Auch wenn es am Vormittag ganz schön frisch und windig war, schien den ganzen Tag die Sonne, was man v.a. am Gesicht meines Mannes sehen konnte, das im Laufe des Tages eine schöne rote Färbung annahm.

Nach unserem Rundgang durch das Zentrum von Dover steuerten wir das „Dover Museum“ an, dessen besondere Attraktion ein Boot aus der Bronzezeit ist (einer der ältesten Funde eines seetüchtigen Bootes, Baujahr ca. 1550 v. Chr.). Das Museum bietet aber auch noch weitere sehenswerte Ausstellungsstücke, so ist z.B. mit mehreren Modellen die Entwicklung der Stadt und des Hafens dokumentiert. Im Anschluss gingen wir noch an den Strand und dann war es höchste Zeit für einen Besuch in einem typischen englischen Pub. Wir einigten uns auf das „Prince Albert“, wo es für meinen Mann Guinness und für Mama und mich Stella gab. Die Einrichtung und Stimmung war genauso wie ich es mir immer vorgestellt hatte, einfach toll und saugemütlich. Als es gerade so richtig Spaß machte, mahnte Mama zum Aufbruch. Ohne sie hätten wir wahrscheinlich das Auslaufen unseres Schiffes verpasst und würden noch heute im „Prince Albert“ zechen.

Kreidefelsen

Wieder an Bord machten ich einen kleinen Rundgang durch das Schiff, damit ich so richtig Hunger bekam. Daher gab es beim Abendessen ausnahmsweise auch eine Nachspeise für mich, die superlecker war, auch wenn ich keine Ahnung hatte, was es eigentlich war. Während des Essens verließen wir den Hafen von Dover und nahmen Kurs auf Land der Froschfresser.

Nach ein paar Cocktails gingen wir relativ zeitig ins Bett. Cocktail des Tages war übrigens der „Yellow Bird“ (Rum, Galliano, Bananencreme, Orangen- und Ananassaft).

Fortsetzung folgt …

Weitere Fotos unter: http://bilder.stvc.de/thumbnails-215.stvc