Spanien, Marokko und die Inseln des Frühlings reloaded (4)

10.11.2009 – Malaga / Spanien

Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Malaga und wie bereits im Vorjahr war der Sonnenaufgang einfach wunderschön.

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Neben uns im Hafen entdeckten wir noch die Queen Victoria und die Wind Spirit. Auf die Queen Victoria hatte ich mich besonders gefreut, da ich noch nie ein Cunard-Schiff aus der Nähe gesehen hatte. Ist schon ein imposanter Anblick!

Da wir mittags bereits wieder ablegen würden blieb uns nicht viel Zeit und so gingen wir nach einem schnellen Frühstück von Bord. Unser Ziel war der Strand, den ich bereits im vergangenen Jahr ins Auge gefasst hatte (da war ich aber an meiner Liege irgendwie festgewachsen^^). Nach einem kurzen Fußmarsch durch das Hafengelände, das eine einzige Baustelle war, erreichten wir dann auch bald besagten Strand. Schnell hatte ich meine Schuhe ausgezogen und war im Wasser – Schock! Eiskalt! Brrrr! Gut, wir wollen es nicht übertreiben, aber so warm wie in Funchal war das Meer hier definitiv nicht. Was aber einige Leute vom Schwimmen nicht abzuhalten schien. Nach der kleinen Erfrischung sammelten wir noch massig Muscheln (von der Größe her gut als Aschenbecher zu gebrauchen) und setzten uns dann an die Strandpromenade, um das Treiben um uns herum zu beobachten.

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Gemütlich schlenderten wir später wieder zurück Richtung Hafenterminal, wo wir noch einige Zeit die Auslagen der Geschäfte durchstöberten (nur der übliche Plunder) und die anderen Passagiere beobachteten. Man konnte ganz genau sehen, wer auf die Luminosa und wer auf die Queen Victoria gehörte!

Wieder an Bord plünderten wir zunächst das Mittagsbüffet, das an diesem Tag unter dem Motto „Meeresspezialitäten“ stand. Das Ablegen gegen 13 Uhr beobachtete ich von Deck 12 aus, danach war es mal wieder Zeit, mich auf meinen Lieblingsplatz am Lido Delphinus zurückzuziehen, wo es sich bei bis zu 23°C in der Sonne gut aushalten ließ.Als wir später auf unsere Kabine zurückkehrten erreichte uns die schreckliche Nachricht von Robert Enkes Selbstmord. Im ersten Moment konnte ich es kaum glauben – ausgerechnet Robert Enke?!?! Nachdenklich setzte ich mich auf den Balkon in die Sonne und konnte den schönen Ausblick auf das Mittelmeer gar nicht mehr so richtig genießen.

Um 17 Uhr begaben wir uns ins Theater zum Gala-Abschiedscocktail mit dem Kapitän, wobei ich mich gar nicht so richtig darauf konzentrieren konnte, was da auf der Bühne vor sich ging. Neben der üblichen Ansprache wurden wohl auch langjährige CostaClub-Mitglieder geehrt.

Beim anschließenden Gala-Abschiedsessen „mit einem außergewöhnlichen Menü und einer Auswahl von Gerichten aus historischen Menüs der verschiedenen Schiffe“ der Costa Flotte (lt. Today) gab sich der Küchenchef dann noch einmal so richtig Mühe. Ich wählte als Vorspeise einen Garnelen-Cocktail, anschließend Frische Pasta Cavatelli mit Artischockeragout, Pecorino-Käse und schwarzem Pfeffer und als Hauptgang Überbackener Hummer mit geschmolzener Butter (aus der Küche der ersten Klasse der Federico „C“, mit Küchenchef Solferino Saccone und dem Restaurantleiter des Restaurants „Roma“ Vittorio Anselmi). Beim Hummer hatte ich zunächst einige Bedenken, ich wollte mich ja nicht unbedingt beim Zerlegen des Teils blamieren, aber unser netter Berliner Tischgenosse zerstreute meine Bedenken. Fazit: Hummer ist lecker!! An diesem Abend dauerte das „Essen“ an unserem Tisch mal wieder besonders lang und wir konnten uns so gar nicht vom leckeren Tischwein lösen. Oder lag es auch nur einfach an den lustigen Gesprächen mit unseren Tischnachbarn, dass wir meist die letzen waren, die das Restaurant verließen?

Nach dem Essen hatte ich keine Lust mehr auf Gala-Klamotten und zog mich um bevor wir eine kleine Runde durch die Bars drehten. Gerald ging anschließend zurück auf unsere Kabine, während es mich zur Party auf Deck 9 beim Hauptpool zog (mit Buffet Magnifico). Nach einer netten Unterhaltung mit dem Kapitän höchstpersönlich (fragt mich bitte nicht, worüber ich mit dem gequatscht habe^^) ließ ich mich zum krönenden Abschluss noch von einigen Italienern zum Tanzen überreden. Also eigentlich tanze ich ja NIE, außer… wer mich kennt weiß Bescheid!^^ Meine Schuhe landeten sicherheitshalber in einer Ecke, ich wollte mir ja nicht die Beine brechen. Und lustig war es auf alle Fälle! (Ich bin wieder da!!!)

11.11.2009 – Seetag

An unserem letzten Seetag stand zunächst einmal lange ausschlafen auf meinem Programm. Nachdem ich mich dann endlich dazu aufraffen konnte, mein gemütliches Bett zu verlassen, begaben wir uns auf Deck 9, um zunächst das Frühstücks- und anschließend das Mittagsbuffet (italienische Spezialitäten) zu plündern und das Treiben am Hauptpool zu beobachten. Die Informationsveranstaltung zur Ausschiffung in Savona schenkte ich mir. Dieses Prozedere ist mir mittlerweile ja bekannt. Später legte ich mich dann bei bis zu 20°C ein letztes Mal auf meinem Lieblingsplatz in die Sonne. Leider hatte ich dabei immer im Hinterkopf, dass dieser traumhafte Urlaub schon in wenigen Stunden vorbei sein würde, was meine Stimmung nicht gerade hob.

Leider war es später am Nachmittag dann auch schon an der Zeit, die Koffer zu packen (Wie viele Kotztüten hatte ich da eigentlich die vergangenen Tage gesammelt??^^). Anschließend setzten wir uns in die Mittelbar, um dort bei einem Weizen die Fragebögen zur Kreuzfahrt auszufüllen. Nachdem das erledigt war hatte ich eine kleine, fiese Idee. Ich wartete bis an der Rezeption kein Passagier mehr stand und ging dann zu einem der Mitarbeiter dort, um ihm mit grimmigem Blick zu eröffnen, dass ich ein „very big problem“ hätte. Der Mitarbeiter zückte auch gleich Stift und Papier. Als ich ihm dann mitteilte, dass mein Problem darin bestand, dass ich keine Lust hätte, in Savona das Schiff zu verlassen, weil es mir an Bord so unglaublich gut gefallen würde, machte sich ein freudiges Grinsen auf seinem Gesicht breit. Auch seine Kollegin gesellte sich nun dazu und wir unterhielten uns ein bisschen. Die beiden hatten unsere Blicke im Vorfeld bereits bemerkt und waren auf das Schlimmste gefasst gewesen. Ich lobte das Schiff, die Crew und die gesamte Organisation der Kreuzfahrt über alle Maßen und lies letztendlich zwei sehr glückliche Mitarbeiter zurück. Hey, man muss nicht nur meckern, wenn was nicht passt – ab und zu ein lobendes Wort tut keinem weh und allen gut!

Das letzte Abendessen war wie immer hervorragend und am Ende machten wir die obligatorischen Fotos mit unseren Kellnern und verabschiedeten uns von ihnen.

Nach dem Essen gingen wir zunächst zurück auf unsere Kabine, um uns umzuziehen und unsere Koffer vor die Kabine zu stellen (diese würden ja in der Nacht abgeholt werden). Da zogen wir ein letztes Mal durch unsere Lieblingsbars, machten zahlreiche Fotos mit den Angestellten und verabschiedeten uns. Als erstes gingen wir auf Deck 10 in die Bar Scuderia Costa, wo wir auch noch ein nettes Gespräch mit dem (brasilianischen Kerl vom Formel 1-Simulator hatten ( welch grausames Englisch^^). In der Pianobar Antares, die wir als nächstes ansteuerten, fiel mir der Abschied besonders schwer und meine netten Kellner boten mir schließlich an, dass ich bleiben könnte – sie würden schon irgendwo ein Plätzchen für mich zum Schlafen finden (zur Not im Kühlschrank^^). Letzte Station war natürlich dann noch unsere geliebte Mittelbar, wo wir auch noch zahlreiche Fotos machen u.a. mit Anna Karina Mosmann, irgendeinem netten Offizier und natürlich mit meinen Gitarrero Alex. Traurig und überglücklich zugleich gingen wir schließlich ins Bett.

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12.11.2009 – Savona / Italien

Der letzte Tag an Bord beginnt ja normalerweise mit lautem Klopfen und Hektik, aber unser Kabinensteward war so nett und lies mich ein bisschen länger schlafen. Gegen 8.30 Uhr liefen wir im Hafen von Savona ein und die Zeit bis zur Ausschiffung vertrieben wir uns mit einem letzten Frühstück und lungerten anschließend einfach so auf Deck 9 rum.

Um 9.45 mussten wir uns dann im Theater einfinden und nach einer kurzen Wartezeit wurden wir von Bord gelotst. Verdammt! Ich hätte mich am liebsten irgendwo festgekettet. Das einzige, was meine Stimmung ein wenig (aber wirklich nur ein wenig) aufheiterte war die Tatsache, dass wir unserer nächste Kreuzfahrt bereits gebucht hatten und ich wusste, dass ich in ein paar Monaten wieder an Bord gehen würde (Fortuna – ich komme!!^^).

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Unsere Koffer fanden wir dann relativ schnell und der Bus wartete auch schon auf uns. Welch geile Plätze!! Direkt hinter dem (sehr netten) Busfahrer. Dieser wechselte sich übrigens mit seiner Kollegin Barbara (auch sehr nett) beim Fahren ab. Die beiden halfen mir auch während der Fahrt bei meinen Problemen (immer wieder dasselbe Problem: Bier ist alle^^).

Die Fahrt nach München über den Brenner verlief ohne Komplikationen. Ich vertrieb mit die Zeit mit den üblichen Beschäftigungen, also Musik hören, lesen und schlafen.

Obwohl wir etwas früher als erwartet den Busbahnhof in München/Fröttmaning erreichten warte meine Mutter bereits auf uns. Ich war sehr froh, dass sie uns abholte und wir nicht wie im vergangenen Jahr auch noch mit dem Zug nach Regensburg fahren mussten. Ich war doch ziemlich fertig. Nach einem kleinen Abstecher zu McDonalds kamen wir schließlich zu Hause an und fielen recht bald ins Bett – hundemüde und voll mit wunderbaren Erinnerungen an eine traumhafte Kreuzfahrt.

Am Ende meines Berichts möchte ich mich bei Kapitän Mauro Bellomo und der gesamten Crew der Costa Luminosa recht herzlich für diese wirklich wundervolle Kreuzfahrt bedanken.

Ein besonderes Dankeschön an dieser Stelle auch an all die Menschen, die mir geholfen haben, die Monate vor der Kreuzfahrt zu überstehen!

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Falls es die Götter gut mit uns meinen werde ich mich in Kürze mit „Welcome to my dream – TA 2010“ wieder melden…

2 Gedanken zu „Spanien, Marokko und die Inseln des Frühlings reloaded (4)

  1. Sylvia

    Ihr habt einen tollen Reiseblog. Finde es super, wie viel Arbeit
    ihr euch mit dem Schreiben der Reiseberichte macht. Auf diese Weise
    fällt die Entscheidung für ein Reiseziel doch gleich viel leichter.
    Habe nämlich auch schon einmal dran gedacht, mit einem
    Kreuzfahrtschiff eine Tour zu machen. Mal sehen, ich stöbere erst
    einmal noch weiter in diesem schönen Blog. Wirklich gut gelungen.

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