Gotfiends.net: Eine Alternative zum StudiVZ

Da das StudiVZ in letzter Zeit durch diverse „Peinlichkeiten“ und diversen Sachen negativ aufgefallen ist, schlage ich als gute Alternative Gotfriends vor. Hierzu habe ich ein Interview mit Alexander Trust geführt, der Gotfrinds fast von Anfang an begleitet.

  • Guten Tag Alexander Trust. Wie lange besteht denn Gotfriends eigentlich schon?
  • Gotfriends, wie es derzeit ausschaut gibt es noch nicht so lange. Eine ursprüngliche Variante entstand damals in 2004. Damals allerdings hatte die Idee mit massiver Skepsis seitens angesprochener Benutzer zu kämpfen. Heute, in 2007, scheinen viele Leute ihre Bedenken von damals über Bord geworfen zu haben. Björn Asdecker, der sich bislang hauptsächlich für die Programmierung auszeichnet – man kann quasi von „seinem Baby“ sprechen – hat damals eine Plattform programmieren wollen, mit der man seine studentischen Kontakte pflegen kann und sich vernetzen, vor allem vor dem Hintergrund, wenn man vielleicht ein Mal nicht mehr vor Ort sein würde.

  • Wer ist für Gotfriends zuständig?
  • Bislang gibt es noch keine glasklaren Positionen. Seit einiger Zeit kümmern sich Björn und Christian Strehl hinter den Kulissen darum, dass die Funktionalität von Gotfriends zunimmt. Letzten Sonntag gab es ein spontanes Treffen in Köln, dass Stefan Meiners vorgeschlagen hatte. Wir waren dabei zu viert, einer davon ich selbst. Wir haben uns bei dem Treffen Gedanken gemacht, in welche Richtung Gotfriends sich entwickeln soll und eben auch gewisse Positionen und Funktionen benannt und ich habe die Freiheit besessen ein paar Leute beim Namen zu nenen, von denen ich denke, dass sie gewisse Positionen bei Gotfriends auch ausfüllen können.

  • Gotfriends befindet sich ja derzeit noch in der Betaphase – wie sieht die Zukunft von Gotfriends aus?
  • Die Zukunft sieht, zumindest in unseren Augen, die wir Gotfriends voran bringen wollen, rosig aus. Wir möchten das System dauerhaft, so haben wir es z. B. in dem Brainstorming am letzten Sonntag besprochen, auf drei Säulen setzen. Der eine Bereich soll „Schule, Hochschule und Berufsleben“ umfassen. Ein anderer soll ein soziales Netz darstellen, und wieder einer soll sich mit Hobbies und dem Privatleben beschäftigen. Alle drei Bereiche sollen vernetzt werden und, damit die Leute sich etwas mehr unter der Formulierung des sozialen Netzes vorstellen können. Es geht im Speziellen darum, die Verbindungen im Netzwerk aktiver zu gestalten. Zum einen gibt es Dinge, für die gibt es heute eigentlich keinen Markt mehr, und trotzdem Leute, die nach diesen Ressourcen anfragen. Es gibt aber auch Ressourcen, für die gibt es noch keinen Markt. Der Austausch von eben diesen Ressourcen soll über das Netzwerk getätigt werden. Das kann in etwa so funktionieren wie bei gewissen Nischenanwendungen, wie z. B. Bookcrossing. Der Austausch von Informationen, und das gegenseitige Aushelfen in Situationen, in denen der andere eben nicht über das Knowhow verfügt. Jeder kann seine Talente feilbieten und wird vielleicht, wenn er gut fotografieren kann, von Leuten angesprochen, die gerne Party- oder Hochzeitsbilder haben wollen. Andererseits möchte vielleicht jemand einen Fernseher repariert haben, oder Nachhilfe in Sachen Computer erhalten und könnte dem Gegenüber dafür Gesangsstunden geben oder ihm in Schulfächern Nachhilfe anbieten. Die Ressourcen sind beliebig austauschbar, wichtig ist, dass die Leute erkennen, dort gibt es die Möglichkeit auf sehr viel zuzugreifen, und wann immer sie vielleicht ein Problem haben, dass sie selbst nicht in der Lage sind zu lösen, z. B. wenn sie zwei linke Hände haben, so kann ihnen ein anderer unter die Arme greifen.
    Zusätzlich dazu soll auch die oberste Strukturebene, die des Ortes ein Plus an Informationen bieten. Moderatoren sowie Cityscouts werden gesucht und gefunden und können für ihr Bundesland oder auf lokalerer Ebene Informationen ins System einpflegen, um dann mit anderen zusammen zu kommen, aber eben auch anderen die Möglichkeit zu bieten, festzustellen, was denn in der Umgebung alles für Möglichkeiten im Verborgenen liegen. Gemeint sind eben nicht nur Partys und Partybilder, sondern genauso gut Veranstaltungen aus gänzlich anderem Rahmen.

  • Wie groß ist Gotfriends derzeit und für wen ist Gotfriends besonders interessant?
  • Gotfriends ist noch sehr klein und schnuckelig, wenn man so will. Wir verfügen über um die 1000 Nutzer. Man könnte fast sagen, „man kennt sich“. Allerdings geht es derzeit eben vor allem darum, Gotfriends aktiv mitzugestalten. Jeder darf, kann und soll sich gerne einbringen. 😉 Gotfriends ist eben im Augenblick vor allem für diejenigen interessant, die in Gotfriends eine Möglichkeit sehen, sich zu verwirklichen. Gotfriends verfolgt einen „Spirit“ der eben dem von Open Source ähnlich sein soll oder Wikipedia, wenn man so will. Aber genau solche Leute sprechen wir an, und so haben wir schon eine intakte, aktive Gruppe von Leuten gefunden, die wirklich ernsthaftes Interesse daran hat, das Potenzial zu nutzen, was Gotfriends bietet. Diese wiederum holen ihre Freunde mit ins Boot und die profitieren davon, dass sie so engagierte Freunde haben, die ihnen das Social Network so gestalten, wie es eben möglichst für jeden etwas zu bieten hat.

  • Welche Stärken von Gotfriends siehst du im Vergleich zu anderen Web 2.0 – Angeboten oder Social Networks?
  • Das Potenzial und die Stärke von Gotfriends liegt vor allem darin, dass wir uns als Projekt nicht kapitalisieren wollen, sondern einen Verein gründen. All die kreative Schaffensenergie der besonders aktiven Mitglieder fließt in die Funktionalität von Gotfriends und versackt nicht (wie z. B. beim StudiVZ) in dem Treiben, sich auszumalen, wie man über Werbung oder findige Geschäftsmodelle an das Geld der Nutzer kommt.

  • Viele Portale setzen Werbung durch Einblendung von Bannern, Layern etc. oder speziell auf den User zugeschnittene Werbung ein, damit sie sich finanzieren können. Wie ist der Einsatz von Werbung und wenn ja in welchem Umfang bei Gotfriends geplant?
  • Gewünscht wird von uns allen, die wir Gotfriends voran treiben, das wir keine Werbung benötigen werden. Geplant ist, allerhöchstens im Eingangsbereich für Nicht-Mitglieder in Form von Bannern Werbung zu schalten. Das allerdings kommt für uns nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht. Vielmehr möchten wir, sobald wir den Verein gegründet haben, uns a) über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzieren, so ähnlich eben, wie es bei Wikipedia bislang auch vorgemacht wurde. Auf der anderen Seite ist dort b) die Möglichkeit des Social Shoppings, die wir integriert haben. Die Nutzer können in einem Eingabefeld den URL eines Internetshops angeben und wenn dieser die Funktionalität von Social Shopping unterstützt, erhält Gotfriends anteilig eine Provision. Wenn man für sich selbst eh etwas kaufen möchte, und aber das Projekt untersützen, so kann man beispielsweise die Amazonbestellung eben über das Social Shopping von Gotfriends abwickeln. Da wir keine finanziellen Interessen verfolgen, muss keiner Angst haben, dass er uns das Geld in die Taschen wirtschaftet. Wir wollen lediglich die Ausgaben damit decken können, die anfallen. Sollten wir Überschüsse erwirtschaften, so darf die Community darüber entscheiden, für welchen sozialen Zweck das Geld gespendet werden wird.

  • Gotfriends wird ja von Studenten geleitet, wie ist die Finanzierung von Gotfriends geplant?
  • Das ist nicht ganz richtig. Es stimmt, das ein Teil von uns studiert. Björn ist dabei, seine Diplomarbeit anzufertigen, meine Wenigkeit studiert, und so gibt es auch andere. Allerdings sind bei Gotfriends ebenfalls Leute im Team, die bereits im Berufsleben stehen, oder in Ausbildung sind. Gotfriends schließt sich nicht ab und möchte nicht ein exklusiver Hort für Studenten sein. Kluge Köpfe und engagierte Leute findet man nicht ausschließlich unter zukünftigen Akademikern.

  • Welche Möglichkeiten haben die User bei Gotfriends sich auszutauschen und wie wird die Privatsphäre der User beachtet?
  • Wir verfolgen keine wirtschaftlichen Absichten und die Daten der Nutzer sind nicht dazu da, um damit reich zu werden. Es gibt ein paar grundlegende Funktionen, wie ein globales Forum und Pinnwände in Profilen, über die kommuniziert werden kann. Ebenso können sich die Nutzer private Nachrichten schicken. Die Funktionalität von Gotfriends wird möglichst bald auch um Gruppen erweitert werden. Diese können öffentlich (für alle Gotfriendsmitglieder) oder greschlossen betrieben werden. So dass es Moderatoren für die Gruppen gibt, und die Leute sich anmelden müssen. Es gibt zur Kommunikation also sowohl öffentliche als auf private Sphären. Zudem gibt es die Möglichkeit Fotoalben anzulegen, die ebenfalls öffentlich oder privat (nur für Freunde) angezeigt werden können. Es gibt für die Nutzer weiterhin viele Einstellmöglichkeit, ihre Privatsphäre betreffend. Man kann sein eigenes Profil anderen Leuten unzugänglich gestalten, kann aber auch gegenüber Freunden nur gewisse Daten anzeigen lassen, wenn man beispielsweise nicht möchte, dass diese über neue Foren- oder Pinnwandeinträge informiert werden. An einem Punkt macht die Privatsphäre allerdings halt. Bei uns gibt es, im Gegensatz zum StudiVZ keinen Unsichtbarkeitmodus. Wenn jemand das Profil eines anderen besucht, so wird derjenige das auch wissen. Wir meinen, dass auf diese Weise gar nicht erst eine Atmosphäre entstehen kann, in denen Leute sich unangenehm beobachtet fühlen müssen, oder andere Cyber-Stalking betreiben können.

  • Welche Funktionen können die User bei Gotfriends nutzen und werden die User mit in den Aufbau von Gotfriends einbezogen?
  • Die Funktionen solch eines Netzwerkes bestehen in den Möglichkeiten der Kommunikation und der Information. Zu beiden Punkten hatte ich zu vor schon etwas gesagt, möchte aber noch ergänzen, dass es auch auf die Strukturierung der Informationen und die Suchmöglichkeiten ankommt, die eben einen Nutzen generieren. Angedeutet hatte ich weiter oben ja die drei Säulen, auf die wir Gotfriends stellen wollen. Wenn dann hinterher Funktionen dazu kommen, dann werden sie alle mit der Kommunikation und dem Weg der Information dieser Bereiche zu tun haben. Gleichwie möchten wir bei Gotfriends alle Funktionen anbieten, die die Nutzer gerne haben möchten. Dadurch, dass bei Gotfriends eben „einige“ der Nutzer auch zu Machern werden, wird auf lange Sicht die Funktionalität von Gotfriends immer den Bedürfnissen angepasst werden. Eine lebenslange Baustelle quasi, so ähnlich wie der Kölner Dom.

  • Kannst du bitte am Schluß noch mal zusammenfassen, was Gotfriends ausmacht und warum man sich dort anmelden sollte.
  • ch kann dir vor allem sagen, was Gotfriends für mich ist. Es ist ein Projekt in dem ich Verantwortung übernehmen kann, und in dem ich eigene Ideen einfließen kann. Außerdem lerne ich bei der Arbeit mit dem Projekt unheimlich viele nette Leute kennen, denen es genauso geht wie mir. Das spontane Treffen in Köln war eines von vielen. Man tauscht sich aus, man wird zusammen kommen, man wird dem Begriff des sozialen Netzwerkes alle Ehre machen. Es geht nicht nur darum, die Passivität zu fördern, sondern auch die Aktivität zu unterstützen. Zwei Dinge, die ich beherzige: Wenn man ein guter Gastgeber ist, kommen die Leute gerne wieder. Aus diesem Grund nehmen wir uns der Neuankömmlinge bei Gotfriends an, so gut wir können und integrieren sie in Diskussionen und zeigen ihnen, dass sie ein Teil der ganze Community sind. Zum anderen habe ich mal an einer Stelle in einem Foreneintrag bei Gotfriends darüber gesprochen, dass Gotfriends ein prima Preis-/Leistungsverhältnis hat. Man bekommt nämlich genauso viel zurück, wie man investiert. Wenn man sich rege im Netzwerk beteiligt, wird man ein positives Echo auf seine Aktivität erhalten.

  • Hast du noch etwas, was du den Lesern sagen möchtest?
  • Gerne würde ich mir wünschen, dass die LeserInnen bald zahlreich bei Gotfriends wiedersehe, und sie den Gedanken dieser Gemeinschaft genauso aufnehmen und vielleicht auch weitergeben, wie wir das tun.

    Ich hoffe du bist mit dem Roman zufrieden, nachdem ich dich so lange habe warten lassen. Ich kann mir dich übrigens auch gut in einer Funktion bei Gotfriends vorstellen. Und wenn es denn dann möglichst bald die Gruppen gibt, kannst du dich ja z. B. auch als Gruppenleiter einer eigenen Star Trek-Gruppe dort auszeichnen. Als wir von diversen Positionen bei Gotfriends sprachen, habe ich deinen Namen jedenfalls auch genannt. Aber lies dir halt mal den Forenbeitrag „Cafe Goldmund“ durch.

    Bis dahin, alles Gute,

    Alex

Vielen Dank für das Interview.

Weitere Informationen zu Gotfriends kann man auf den Gotfriends Blog nachlesen.

2 Gedanken zu „Gotfiends.net: Eine Alternative zum StudiVZ

  1. SindwirnichtalleSUBJEKTIV

    Ein Schelm der böses denkt und die Beiträge über studivz des Herrn
    Trust nach diesem Interview anders sieht….

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  2. spookie2 Beitragsautor

    @SindwirnichtalleSUBJEKTIV Klar ist jeder auf seine Art Subjektiv,
    doch zu manchen gehört auch etwas gesunder Menschenverstand um ein
    Urteil zu fällen – was man ja bei den Thema StudiVZ manchen Zweifel
    aufkommen lässt. Klar will man ab und zu etwas Werbung für sein
    favorisiertes Projekt geben – aber sei mal ehrlich – so wie sich
    das StudiVZ entwickelt hat, kann man nur noch den Kopf schütteln.

    Antworten

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