Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (4)

06.12.2008 – Malaga

In der Nacht passierten wir erneut die Straße von Gibraltar und die Sicht war wie ein paar Tage zuvor wieder ausgezeichnet. Ich war erneut beeindruckt von der Passage und beobachtete die Lichter an beiden Ufern von Deck 9 aus. Ein einfach grandioser Anblick!

Nach nur wenig Schlaf bewunderte ich in der Früh den tollen Sonnenaufgang und das Einlaufen in den Hafen von Malaga, der zweitgrößten Stadt Andalusiens und sechstgrößten Stadt Spaniens.

Da Gerald ja am Vortag etwas geschwächelt hatte, gab es keine Pläne für einen Landgang. Nach dem Frühstück legten wir uns auf Deck 10 in die Sonne – eingehüllt in schwarz-gelbe Wolldecken – und genossen die Sonne. Der Hafen von Malaga wurde seit letztem Jahr anscheinend umgebaut, jedenfalls kannte ich dieses neue Terminal noch nicht. Eigentlich wäre ich ja gerne zu dem Strand in Sichtweite spaziert, aber in der Sonne war es so schön und entspannend und so lies ich nach einem Telefonat mit meiner Mutter den Strand Strand sein und kuschelte mich in meine Decke (besser gesagt Wullis Decke^^).

Mittags gab es spanische Spezialitäten im Buffetrestaurant: Paella bis zum Abwinken! Fein!

Leider verließen wir um 13.15 Uhr den Hafen von Malaga bereits wieder.

Der Magen voll, die letzte Nacht kurz – da gibt es doch nichts schöneres als sich in die Sonne zu legen, was ich auch tat. Das Ende vom Lied war natürlich ein ziemlich rotes Gesicht zum Abendessen! Aufgrund der Temperaturen von ca. 18°C war auch keine Wolldecke mehr notwendig.

Um 15.30 Uhr gab es einen Vortrag zur Ausschiffung in Savona, die wie immer ablaufen sollte: farbiger Kofferanhänger in der Kabine und die jeweiligen Treffpunkte in Today. Im Anschluss holte ich unser kostenloses Foto vom CostaClub-Cocktail. Maaaann, warum müssen manche Leute immer drängeln und schieben, davon geht es auch nicht schneller. Das Foto nimmt einem ja keiner weg. Immer wieder dasselbe!

Zum „Auf Wiedersehen-Gala-Abendessen“ war mal wieder elegante Kleidung angesagt. Da ich aber mein Abendkleid bereits drei Mal an hatte entschied ich mich für mein Dirndl (= mein Hochzeitskleid). Auf unseren letzten beiden Kreuzfahrten hatten ja viele aus unserer Gruppe Tracht getragen (auf der Costa Mediterranea auch die Schotten^^), hier aber war ich so ziemlich die einzige und wurde auch dementsprechend angestarrt. Besonders zwei ältere italienische Damen auf der Toilette waren begeistert, während eine der deutschen Gäste bei meinem Anblick etwas pikiert schaute und sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen konnte. Mein Dirndl war ihr wohl nicht „Gala“ genug – egal, ihr „topschickes“ Twinset war auch nicht gerade der Reißer.

Vor dem Essen gönnten wir uns einen Cocktail des Tages an der Mittelbar (Mamas Lieblingscocktail „Sex in the Beach“). Der Pianospieler Valerio konnte es nicht lassen, sich über mich lustig zu machen und hauchte grinsend „Luca Toni! Amore!“ in sein Mikro als er mich sah. Ich sollte im Suff einfach meine Klappe halten!

Das Essen selber war an diesem Abend einfach traumhaft. Seit über einem Jahr hatte ich mich auf das Jakobsmuschel-Gratin gefreut. Wahnsinn, ich könnte das Zeug tonnenweise in mich rein schaufeln! Am Ende des Essens gab es die obligatorische Eisbombe mit Wunderkerzen (und Zuckerschock-Gefahr). Das Eis ist ja ganz lecker, aber dieses Zuckerzeug – wähhh! Gehört nun aber dazu, also einfach runter mit den Kalorien!

An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zu den Franzosen am Nebentisch sagen: Ich verstehe es wirklich, dass man nicht so leicht schicke Abendgarderobe für Schwangere bekommt, auch dass man in diesem „Zustand“ nicht unbedingt gerne hohe Schuhe trägt. ABER jeden Abend diese grässlichen roten Turnschuhe? Und eine weiße, knielange Sporthose hat nun wirklich nichts mit Gala-Kleidung zu tun!!! Außerdem gehört es sich nicht, permanent eine halbe Stunde zu spät zum Essen zu kommen. So nicht, Froschfresser-Lady! Über die Tischmanieren und das ständige Gemotze will ich jetzt mal lieber gar nichts sagen.

Nach dem Essen gingen wir auf Shopping-Tour, gönnten uns einen Cocktail in der Mittelbar und bespaßten uns beim „Spiel des Apollo“. Es sollte der jeweilige Rhythmus verschiedener Lieder erraten werden und ich musste mich natürlich blamieren, da ich von zwei Leuten falsche Informationen bekam (nix Rumba, das war ein fucking Bossa Nova!!). Dann ging es weiter in die Sport-Bar, wo das Spiel Lazio gegen Inter lief und Lazio leider 0:3 verlor. Gut, dass wir nur den Schluss sahen. Dafür hatten wir mal wieder das Vergnügen mit unserem besoffenen Engländer. Dieser war uns schon öfter aufgefallen, besonders mir nachdem er mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ein großes Tier auf meinem Rücken rumkrabbeln würde (*kicher*). Leider hatte der Typ einen fürchterlichen Dialekt und ich verstand ihn fast nicht. Konnte aber auch daran liegen, dass er einfach nur aufgrund seines Alkoholkonsums „etwas“ lallte. Nach ein paar Mitternachtssnacks gönnten wir uns noch einen Absacker in der Mittelbar und gingen dann auf unsere Kabine.

07.12.2008 – 4. Seetag

Für unseren letzten Tag auf der Costa Serena hatte uns Kapitän Paolo Benini etwas ganz besonderes versprochen: er würde uns ganz nahe an Mallorca vorbei fahren! Daher zog es mich auch verhältnismäßig früh aus dem Bett und ins Freie. Gegen 10 Uhr erschien tatsächlich die bekannte Urlaubsinsel vor uns. Obwohl es etwas frisch war waren viele Leute auf den oberen Decks, um den Ausblick zu bewundern. Ich schnappte mir eine Decke und machte zahlreiche Fotos bis mir der Akku finito meldete. So was muss natürlich immer dann passieren, wenn man es am wenigsten braucht.

Ich holte Gerald, der ein bisschen länger geschlafen hatte, in der Kabine ab und begab mich wieder „nach oben“, um eine Kleinigkeit zu frühstücken während wir an Mallorca vorbei schipperten. Beim Pool Lido Urano trafen wir auch wieder auf unseren englischen Freund, der zunächst am Pool schlief und sich dann an der Wassergymnastik erfreute (Der alte Spanner!!^^).

Mittags gab es italienische Spezialitäten, was für uns Muscheln, Calamari und Meeresfrüchtesalat ohne Ende bedeutete. Dieses Leckereien würde ich zu Hause wirklich vermissen!

Eigentlich hatte ich ja vor den Rest des Tages bratend in der Sonne zu verbringen, aber leider war es mir draußen doch etwas zu windig und so beschloss ich, einfach ein wenig durch das Schiff zu schleichen. Später war es dann auch Zeit, die Koffer zu packen.

Nachdem Abendessen verabschiedeten wir uns von unseren Kellnern im Restaurant Ceres (deren Namen ich mir leider die ganze Fahrt über nicht merken konnte) und gingen ins Buffetestaurant. Nein, wir hatten keinen Hunger mehr, nur einfach Lust auf ein letztes Stück Pizza und auf eine weitere Ladung von dem leckeren Meeresfrüchtesalat. Zum krönenden Abschluss durfte natürlich ein Cocktail an der Bar Lido Sole nicht fehlen. Da mir der Cocktail des Tages nicht zusagte („Pina Colada“) gab es für mich „Margarita“ und für Gerald Gin Tonic.

In der Sport-Bar wurde das Spiel irgendwer (ich nannte die Mannschaft der Einfachheit halber „Schalke“) gegen Genua übertragen. Also ich muss schon sagen, von der Serie A hätte ich mehr erwartet. Total langweiliges Gekicke. Dafür konnten wir mal wieder unseren englischen Freund und seine besondere Art einen Cocktail zu trinken beobachten. Bei ihm lief das folgendermaßen ab: Früchtedekoration entfernen – Strohhalm entfernen – Glas zwei Mal schwenken – runter mit der Plörre und zwar auf ex! Da war es natürlich auch kein Wunder, dass der gute Mann auffallend oft einen sitzen hatte. Ich labte mich derweilen an „Long Island Iced Tea“ und es war ein Wunder, dass ich noch halbwegs gerade durchs Schiff laufen konnte.

Zwischendurch musste ich noch in unsere Kabine, um mich umzuziehen (bequeme Klamotten für die Heimreise) und die Koffer vor die Kabine zu stellen (werden in der Nacht abgeholt).

Unseren letzten Abend ließen wir in der Mittelbar ausklingen. Nachdem wir noch ein paar Fotos mit unseren Kellnern und natürlich auch mit Valerio gemacht hatten hieß es schließlich endgültig von allen Abschied nehmen.

08.12.2008 – Savona

An unserem letzten Morgen an Bord erreichte die Costa Serena gegen 9 Uhr den Hafen von Savona. Zuvor wurden wir bereits unsanft durch lautes Rufen und Klopfen geweckt. Mit unserem Handgepäck (die Koffer waren bereits in der Nacht geholt worden) verließen wir unsere Kabine und frühstückten schnell eine Kleinigkeit im Buffetrestaurant, wo natürlich ziemlicher Andrang herrschte, da sich wohl die meisten noch ein letztes Mal den Magen voll schlagen wollten. Im Salon Luna warteten wir anschließend auf unsere Ausschiffung, die wie immer schnell und problemlos ablief. Bevor wir es überhaupt richtig mitbekamen waren wir schon von Bord und unser Urlaub war endgültig vorbei. Schade!

Unsere Koffer fanden wir auch ziemlich schnell und nachdem wir die italienischen Horden vorbei gelassen hatten machte ich mich auf die Suche nach unserem Bus während Gerald vor dem Terminal auf mich wartete und das Gepäck bewachte. Die wartenden Busse waren gut sichtbar mit den einzelnen Haltepunkten beschildert und so hätte ich unseren Bus auch ohne die Hilfe einer netten Costa-Mitarbeiterin gefunden. Er war natürlich der letzte in der Reihe. Nach einem kurzen Gespräch mit den Busfahrern bekamen wir auch einen schönen Platz unten im äußerst komfortablen „Reisebus der neusten Generation“. Da wir die ersten Passagiere waren vertrieben wir uns die Wartezeit bis zur Abfahrt mit einem Spaziergang bei 12°C und strahlendem Sonnenschein durch den Hafen und bewunderten ein letztes Mal die Costa Serena . Ich wäre so gerne wieder an Bord gegangen!

Über den Brenner fuhren wir schließlich Richtung Heimat. Auf der problemlosen Fahrt vertrieb ich mir die Zeit mit Musik hören und dösen. Nebenbei liefen auch Filme und um 20 Uhr konnten wir dank Satellitenempfang auch die Tagesschau sehen. Gegen 21 Uhr erreichten wir München-Fröttmaning. Nachdem wir uns von unseren Mitreisenden verabschiedet hatten fuhren wir nach kurzer Wartezeit mit dem Taxi zum Hauptbahnhof. Da unser Zug erst um 22.44 Uhr abfahren sollte nutzten wir die Zeit und stopften uns beim Burger King die Mägen voll. Um 00.30 Uhr hatte uns schließlich die Heimat wieder und wir wurden von meiner Mutter am Regensburger Hauptbahnhof in Empfang genommen.

Jetzt, nachdem ein paar Wochen seit unserer Reise vergangen sind, kann ich rückblickend sagen, dass es eine wirklich schöne Kreuzfahrt auf einem tollen Schiff war. Auch wenn ich gerne mehr Ausflüge gemacht hätte so war es insgesamt ein nahezu perfekter Urlaub. Im Dezember in Sommerklamotten in der Sonne liegen und sich die Meerluft um die Nase wehen lassen – was will man mehr?

Am Ende meines „kleinen“ Reiseberichts möchte ich mich bei Kapitän Paolo Benini und der gesamten Crew der Costa Serena für diese unvergessliche, wunderschöne Kreuzfahrt bedanken.

Mein besonderer Dank gilt den Ärzten, Schwestern und Therapeuten, die meinen Mann nach seiner Erkrankung wieder auf die Beine gebracht haben, so dass er mit mir diese Reise machen konnte, sowie meiner Mutter und meinen Freunden, die mich in dieser schlimmen Zeit unterstützt haben.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Falls es die Götter gut mit uns meinen werde ich mich Ende des Jahres mit „Spanien, Marokko und Atlantische Inseln reloaded“ wieder melden…

11 Gedanken zu „Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (4)

  1. sabri

    Ja, mein Onkel lebt zur Zeit in Malaga. Hier zu lesen war ein
    kleiner Ausflug dahin. Superschöne Bilder;)

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  2. nancy

    Finde den Beitrag auch sehr gut und die Bilder sprechen wirklich
    für sich. Kann die Ruhe und den Geruch förmlich nachempfinden.

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  3. Robert

    Kann nur beipflichten: traumhaft. Meine Frau und ich überlegen, ob
    wir uns das nicht mal gönnen sollten 🙂

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  4. Veyton

    wunderschöne Eindrücke die deine Bilder so vermittteln. Da wird man
    direkt neidisch. Ich glaube ich sollte meinen nächsten Urlaub mal
    etwas anders planen. Danke schön super TIP.

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