Fußball und Meeresfrüchte – unterwegs auf der Costa Serena 2008 (3)

04.12.2008 – Funchal

Gegen 7 Uhr lief die Costa Serena in den Hafen von Funchal ein. Ein toller Anblick, v.a. wenn man dabei noch im Bett liegt. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass eine Balkonkabine etwas tolles ist?^^)

Funchal ist die Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, die ca. 1.000 km südwestlich von Lissabon und ca. 700 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantik liegt. Madeira ist v.a. für seine üppige Vegetation bekannt.

Nachdem auch Gerald endlich aufgestanden war begaben wir uns zum Frühstücken auf Deck 9 und später auch auf Deck 10, wo wir uns dann auch die Zeit bis zum Mittagessen mit Schreiben und Lesen vertrieben. Mit uns im Hafen lagen die „Splendour of the Seas“ und die „AIDAcara“. Das Wetter war wirklich traumhaft: blauer Himmel, Sonnenschein und bis zu 20°C warm. So muss ein Urlaub sein! Ich wäre in der Sonne auf Deck 10 beinahe eingeschlafen.

Mittags gab es „mediterrane Spezialitäten“: Muscheln und Tintenfisch bis zum Abwinken! Lecker! Wieder einmal stellte sich mir die Frage, wie viel ein Mensch eigentlich essen kann bevor er platzt. An diesem Tag war ich nahe dran das heraus zu finden.

Leider zogen bis zum Nachmittag ein paar dunkle Wolken auf, es blieb aber dennoch schön und angenehm warm. Wir gingen gegen 14 Uhr von Bord um Funchal etwas zu erkunden. Obwohl ich gerne etwas mehr von der Stadt gesehen hätte kamen wir leider nicht all zu weit, da es Gerald nicht so gut ging und er nach kurzer Zeit doch arg zu schwanken begann. Also spazierten wir lediglich ein bisschen in Hafennähe herum, begutachteten die AIDAcara und die Splendour otS und verzogen uns schließlich wieder auf Deck 10 in die Sonne.

Ich muss schon sagen, Anfang Dezember im kurzen Rock und Top in der Sonne zu liegen hat wirklich was. Nachdem ich meinen mitgebrachten Roman von Dan Brown innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte beschränkte ich mich die letzten Tage der Fahrt darauf einfach nur Musik zu hören und die Sonne zu genießen.

Gegen 18 Uhr verließen wir den Hafen von Funchal wieder und nahmen Kurs auf Malaga. In der Abendsonne sah die Stadt wirklich schön aus.

Nach einem wie immer äußerst üppigen Abendessen gingen wir auf Deck 9, um dort eine Tasse Tee bzw. Kaffee zu trinken. Der Tee bzw. Kaffee dort ist umsonst und besonders der Kaffee soll nicht so unbedingt der Brüller sein. Über den Tee kann ich mich nicht beklagen, schmeckte bei mir eh meist nur nach Zitrone.

Anschließend erstanden wir ein paar Fotos vom ersten Galaabend und gönnten uns einen Cocktail des Tages („Planters Punch“) in der Mittelbar. Ich lese ja immer wieder in Berichten, dass die Fotografen an Bord so schrecklich aufdringlich und die Preise für die Fotos fürchterlich überzogen wären. Mit den Fotografen hatte ich noch auf keinem Costa-Schiff Probleme (wobei sie auf der Mediterranea manchmal schon nervten), man sagt einfach höflich „nein danke“ und gut ist es oder lächelt einfach in die Kamera. Klar sind die Bilder schweineteuer, aber man MUSS sie ja auch nicht kaufen. Wir gönnen uns eigentlich von jeder Fahrt das ein oder andere Bild, v.a. die mit der Reiseroute drauf haben es mir angetan, die machen sich so schön im Eingangsbereich unserer Wohnung.

Da Gerald an diesem Tag etwas schwächelte ging er früh zurück auf unsere Kabine während ich endlich meine Postkarten zum Fotoshop brachte, ein wenig durchs Schiff schlenderte, einen Italiener abblitzen ließ und mir zum Schluss noch die „Tropical Party“ (mit „warmen Sommer-Rhythmen“ und bunten Blumenketten für die Gäste) auf Deck 9 gab. Da sich meine Feierlaune aber irgendwie auch in Grenzen hielt war mein Aufenthalt nur von kurzer Dauer. Die anderen Leute schienen aber ihren Spaß zu haben, v.a. die Italienerin mit der Pferdefresse am Nebentisch. Ich glaube, jeder 25jährige Ackergaul hat bessere Zähne als diese Tante. Eigentlich wollte ich ja noch das „Buffet unter den Sternen“ plündern, aber in meinem Magen war leider kein Platz mehr. So schlenderte ich nach einem Cocktail mitsamt meiner Beute (geschenktes Cocktailglas vom netten Kellner) Richtung Kabine.

05.12.2008 – 3. Seetag

Während die Costa Serena auf dem offenen Meer mit Kurs auf die Straße von Gibraltar navigierte war bei uns mal wieder (oder wie immer?) Erholung und Entspannung angesagt. Wie schliefen relativ lange – uns wurde ja auch in der Nacht eine Stunde „geklaut“ – und machten es uns es nach dem Frühstück auf Deck 9 beim Pool Lido Urano bequem. Zu unserer Belustigung gab es Wassergymnastik und auch unser Freund Gully leistete uns mal wieder Gesellschaft (*kicher*). Während Gerald auf einer der Ligen am Pool etwas döste verzog ich mich auf eine Liege einen Stock höher in der Sonne. Es war einfach herrlich – Sonnenschein, der Atlantik, der frische Wind! Immer mehr Menschen lockte die Sonne auf die oberen Decks – teilweise im Badeanzug, aber auch mit Winterjacke und Mütze (Italiener sind Weicheier!!).

Mittags gab es im Buffetrestaurant laut „Today“ indianische Spezialitäten (Oder sollten eigentlich indische gemeint sein? Danach sah es jedenfalls eher aus^^). Bei Gerald gab es an diesem Tag ausnahmsweise amerikanische Spezialitäten: Burger und Hot Dog. Ist auch mal ganz lecker, allerdings bevorzuge ich im Urlaub generell die Speisen, die ich zu Hause nicht bekomme.

Leider verschwand die Sonne im Laufe des Nachmittags und es wurde immer dunkler. So wurde es nichts aus einem erneuten Sonnenbad und Gerald hoffte wie immer (vergeblich) auf einen schweren Sturm. Nun gut, Kotztüten waren ja überall auf in den Treppenhäusern und Gängen verteilt (eignen sich hervorragend als Mitbringsel^^). Leider hatten wir um 13 Uhr die Vorführung mit den Eisskulpturen-Schnitzereien verpasst, da ich da noch in der Sonne gelegen hatte.

Was also tun an diesem Seetag? Da ich generell kein Fan von Spielen und sonstigen Animationsgeschichten bin entschloss ich mich einfach gar nichts zu tun und mich nebenbei über die anderen Passagiere zu amüsieren – wie über den Typ mit dem Flachmann am Tisch nebenan (kein Witz! Der hatte echt einen in seiner Jacke^^) sowie immer wieder neue Dinge auf dem Schiff zu entdecken (Waaaas, da ist auch ein Klo? Und ich renne immer quer durchs ganze Schiff!^^).

Dass Italiener immer in lärmenden Horden auftreten und nach dem Essen einen riesigen Saustall mit lauter noch halb vollen Tellern hinter lassen hatten wir ja bereits bei unseren letzten beiden Kreuzfahrten mit Costa bemerkt. Daran hatte sich auch nichts geändert. Aber so sind sie eben und mich darüber aufzuregen ist mir prinzipiell zu dumm. Es wäre allerdings echt mal schön, wenn sie ihre Kinder nicht ständig in den für Erwachsene reservierten Pool lassen würden. Auffällig war auch, dass sich die Wahl der Kleidung insgesamt eindeutig zum schlechteren gewandelt hatte. Gerade von den Italienern war ich da besseres gewohnt. Es befanden sich auch relativ viele deutsche Passagiere an Bord (v.a. aus der Generation 50+), die aber kaum auffällig wurden. Insgesamt konnte man mit allen Passagieren gut auskommen. Wer nervte wurde ignoriert oder ihm wurde einfach ein Ohr abgeschnitten. Als sehr angenehm empfand ich, dass man immer irgendwo ein stilles Plätzchen finden konnte, auch an Seetagen. Ja, ihr ewig nörgelnden Mitreisenden, wer suchet der findet – sogar ein stilles Plätzchen (und damit meine ich nicht die Toiletten^^). Wenn ich mich allerdings direkt dort hinlege, wo die Animatösen ihre Auftritte haben brauche ich mich auch nicht über die laute Musik etc. beschweren.

Und weil wir schon mal bei Beobachtungen sind, das Personal war wie gewohnt immer äußerst freundlich und bemüht, uns den Aufenthalt auf dem Schiff möglichst angenehm zu machen. Großes Lob an dieser Stelle! Sauberkeit wurde groß geschrieben, immer war irgendwo einer am Putzen. Das Essen war auch einfach gigantisch. Wer hier nicht satt wurde, dem ist nicht mehr zu helfen. Wie viel Kilo ich mir letztendlich auf dieser Reise angefressen hatte wird nicht verraten. Besonders mit den Kellnern in unseren „Stammbars“ hatten wir immer unseren Spaß (ich denke hier besonders an den netten Kellner aus der Sport-Bar, der nun weiß, dass Hefe wichtig für die Schönheit ist^^).

Das Schiff selber ist einfach riesig! Was aber nicht von Nachteil ist, da man so ausreichend Bewegung hat (Wenn ich jetzt eine Runde drehe, dann müsste eigentlich noch ein Stück Pizza in mich rein passen^^). Die Einrichtung mag manchen zu bunt sein, mir persönlich gefiel sie total gut (die Costa Mediterranea fand ich da schlimmer). Ich bin ja hier schließlich im Urlaub und nicht auf einer Trauerfeier. Ich werde es auf alle Fälle niemals bereuen, dass ich mich für eine Fahrt mit der Costa Serena entschieden hatte. Mit diesem Schiff würde ich jederzeit wieder eine Kreuzfahrt machen.

Um 17.30 Uhr waren wir zum CostaClub-Cocktail eingeladen. Kapitän Paolo Benini begrüßte seine Gäste in den verschiedenen Sprachen, deutsch muss er allerdings noch etwas üben. Es gab wie immer Gratis-Getränke und Häppchen.

Im Anschluss war italienischer Abend im Restaurant Ceres. Natürlich dufte die Show der Kellner am Ende des Essens nicht fehlen (immer wieder nett anzusehen, v.a. die „sexy“ Tanzeinlage).

Danach verschwanden wir schnell in unserer Kabine, um Anzug bzw. Abendkleid gegen ein bequemes Outfit zu tauschen, denn heute stand das Bundesliga-Spitzenspiel FC Bayern gegen Hoffenheim auf dem Plan – sofern es übertragen werden sollte. In der Sport-Bar warteten auch schon ein paar deutsche Gäste und wir erfuhren, dass alles davon abhängen würde, welcher Satellit angesteuert werden würde. Also Daumendrücken und die Rezeption mit Anrufen bombardieren! Und es klappte tatsächlich – wir konnten das Spiel auf „Dubai Sports“ verfolgen! Es war einfach zum Brüllen! (und ich bin mir sicher, der Kommentator sagte „Scheißdreck“^^) Das Spiel selber war spannend, das Ergebnis in Ordnung und die Stimmung einfach toll. Man muss sich das einmal vorstellen: wir mitten im Atlantik auf einem italienischen Schiff, der Kellner kam von den Philippinen und wir gucken deutsche Bundesliga auf einem Sender aus Dubai! Zu meiner besonderen Freude gewannen die Bayern das Spiel 2:1 nach einem späten Treffer von meinem Liebling Luca Toni.

Nach dem Spiel versumpften wir noch in der Mittelbar bei Bier und einigen Cocktails des Tages („Tequila Sunrise“) und ich lies sämtliche anderen Passagiere und Angestellte an meiner guten Laune teilhaben.

Fortsetzung folgt …

Mehr Fotos unter:

http://bilder.stvc.de/thumbnails-284.stvc

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