Auf hoher See 2007 (Teil 2)

19.09.2007 Le Havre / Frankreich

Gegen Mitternacht überquerten wir den Greenwich Meridian und erreichten gegen 8 Uhr den Hafen von Le Havre, der Hauptstadt der Region Seine-Maritime und einer der wichtigsten Seehäfen Frankreichs. Da es noch finster war konnte ich mich nicht dazu aufraffen, das Bett zu verlassen. Ich bewunderte nur kurz die „Jewel of the Seas“, die neben uns lag und gönnte mir dann noch eine Mütze voll Schlaf.

Dem späten Frühstück folgte fast übergangslos das Mittagessen bevor wir uns um 13.45 Uhr zu unserem Ausflug trafen. Eigentlich wollten wir heute zu den Landungsstränden der Normandie (darauf hatte sich Gerald besonders gefreut), aber dieser Ausflug war natürlich ausgebucht, so dass wir uns für „Etretat und Fécamp“ entschieden.

Durch die wunderschöne Landschaft der Normandie fuhren wir zu unserem ersten Ziel, dem Palais der Äbte mit Benediktiner-Museum in Fécamp. Hier wird der berühmte Benediktiner-Likör gebrannt (von dem ich persönlich noch nie etwas gehört habe). Mit mäßigem Interesse ging ich durch die verschiedenen Räume mit diversen Ausstellungsstücken. Erst die verschiedenen Kräuter, die für die Herstellung des Likörs benötigt werden, erweckten mein Interesse. Nach der Besichtigung des mit Eichenfässern gefüllten Kellers und der Brennerei kamen wir schließlich zum wichtigsten Teil unserer Besichtigungstour, der Schnapsverkostung. Das Zeug rinnt runter wie Öl, schmeckt ganz mild (also nix Asbach!) und macht sicher in ausreichender Dosis tierisch besoffen. Mama konnte natürlich nicht widerstehen und kaufte sich im Geschenkartikelladen auch gleich eine Flasche.

Abtei der Äbte in Fecamp

Im Anschluss fuhren wir über die Küstenstraße mit tollen Ausblicken nach Etretat, einem wunderschönen Ort mit tollen Fachwerkhäusern in einer gigantischen Küstenlandschaft. Die Küste mit ihren einzigartigen Felsformationen und dem unbeschreiblichen Licht beeindruckte bereits zahlreiche Künstler wie z.B. Monet. Nachdem ich es mit eigenen Augen bewundern durfte verstehe ich auch warum. In Etretat hielten wir uns fast ausschließlich am Strand auf und beobachteten die Wellen. Ein wunderschöner und beruhigender Anblick! Am liebsten wäre ich gar nicht mehr weg.

Etretat

Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zur Costa Magica und da wir relativ spät dran waren wurde es bis zum Abendessen noch richtig stressig. Pünktlich zum Essen verließen wir den Hafen von Le Havre und nahmen Kurs auf die spanische Küste.

Den Abend verbrachten wir in unseren Stammbars und labten uns am Cocktail des Tages „(La Croisette“ mit Gin, Pernod, grape juice), dessen Wirkung nicht zu verachten war.

20.09.2007 Seetag

Unsere heutige Fahrt führte uns durch den Golf von Biscaya (bis zu 4000 m tief!). Diesen Tag wollten wir so richtig zum Relaxen nutzen.

Nach dem Frühstück schnappten wir uns erst mal eine Liege auf Deck 9 am Pool. Dort entdeckten wir etwas, wonach ich schon immer gesucht hatte: das Zentrum des Wahnsinns! Ja, genau dort ist es! Zu den Rhythmen besch****** Musik tanzten Massen von Italienern jeglichen Alters mit angemalten Gesichtern. Das ganze nennt sich laut Bordzeitung: „Wir tanzen“. Einfach zum Brüllen! Der absolute Gipfel war, als die Italo-Meute bei DJ Ötzis „Hey Baby“ völlig ausflippte. Ich wäre beinahe von meiner Liege gekippt.

Den Rest des Tages verbrachten wir entweder auf den oberen Decks in der Sonne bzw. in unserer Kabine oder auf unserem Balkon mit Musik hören und lesen.

Nach dem Abendessen zog sich Gerald bald zurück, während ich zum Auftritt der Buam ging und anschließend noch ein wenig durchs Schiff spazierte. Ich wurde sogar von einem der Angestellten aus Costa Rica mit seinem privaten Handy fotografiert, da dieser total fasziniert von meinem Dirndl war.

Cocktail des Tages war „Bahama Mama“ mit Rum, Brandy, Fruchtpunsch und Kokoscreme.

21.09.2007 Vigo / Spanien

Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Vigo (Galizien), ein wichtiges Handels- und Fischereizentrum an der spanischen Atlantikküste. Die Silhouette der Stadt bei Sonnenaufgang war wirklich beeindruckend.

Nach dem Frühstück und einer kleinen Wartepause auf Mama, deren Kabinentüre sich nicht mehr öffnen lies, gingen wir von Bord, um die Altstadt von Vigo auf eigene Faust zu erkunden. Ausgestattet mit Prospekten und Stadtplan gingen wir durch schmale Gassen Richtung Castro. Trotz Plan konnte es Mama nicht lassen, zwei nette Polizisten nach dem Weg zu fragen, wobei ich erwähnen möchte, dass Mama kein Wort Spanisch spricht und die Polizisten natürlich kein Deutsch, Englisch war bei allen Fehlanzeige. Aber auch mit Händen und Füßen kann man sich unterhalten! Auch wenn der Aufstieg durchaus anstrengend war so hat er sich auf alle Fälle gelohnt. Der Castro hat an seinen Hängen einen Garten mit einer üppigen Sammlung von Bäumen und es gibt zahlreiche Aussichtspunkte auf Terrassen, von denen man eine gigantische Aussicht über die Stadt und den Hafen hat. Auf dem Gipfel legten wir in einer schönen Parkanlage eine kleine Pause ein und genossen die Aussicht bevor wir durch verwinkelte Gassen wieder zum Hafen zurück spazierten. Auch wenn unser Ausflug nur kurz war, er war dennoch toll!

 Das Monument der Anker am Castro

Wieder an Bord stürzten wir uns hungrig auf das Mittagsbuffet, wo es heute spanische Spezialitäten gab. Mehr als lecker! Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in der Sonne bratend auf Deck 10. Um 18 Uhr verlies die Costa Magica den Hafen von Vigo und nahm Kurs auf Lissabon. Nach einem wie immer äußerst üppigen Abendessen machten wir die übliche Barrunde und ließen und ein paar Cocktails des Tages munden („Melon Ball“ mit Wodka, Melonenlikör, Ananassaft). Nach einem kurzen Abstecher in die „Diskothek Grado“, wo DJ Luca seinen üblichen Mist auflegte, zog ich mich in unsere Kabine zurück.

22.09.2007 Lissabon / Portugal

Ob die Kreidefelsen in Dover, der Hafen von Le Havre mit der „Jewel of the Seas“ neben uns oder die Silhouette von Vigo, der morgendliche Blick aus dem Fenster stellte immer ein besonderes Highlight des Tages dar. Was uns aber an diesem Morgen erwartete, als wir gegen 8 Uhr den Hafen von Lissabon (Hauptstadt und zugleich Haupthafen von Portugal) erreichten, war einfach unbeschreiblich! Im ersten Moment wusste ich gar nicht so richtig, wo wir uns befanden. War es Rio de Janeiro oder doch San Francisco? Jedenfalls fiel mein Blick auf eine riesige Brücke und eine monströse Christusstatue am gegenüberliegenden Ufer des Tejo.

Lissabon am Morgen

Da auch hier unser eingeplanter Aufflug ausgebucht war wollten wir wieder einmal alleine losziehen. Also gingen wir nach den Frühstück zu einem der Shuttlebusse, der uns direkt in die Altstadt von Lissabon bringen sollte.

Bei herrlichstem Wetter gingen wir erst einmal am Tejo einlang und beobachteten ein paar Angler (und besoffene Vögel^^) bevor wir uns vom Praca do Comércio aus in das Getümmel der Altstadt stürzten. Über das blank polierte Pflaster spazierten wir durch die typischen „Touristen-Straßen“ mit Souvenirläden ohne Ende (ein wahres Paradies für mich), sowie Boutiquen und Fresstempeln und bewunderten die wunderschönen alten Gebäude. Mama wollte eigentlich auf den Castelo de Sao Jorge, aber mir reichte ein Berg pro Woche völlig und daher streikte ich hier. Lieber wollte ich einfach in der Stadt ein wenig abhängen und die Schaufenster bewundern, was normalerweise nicht so mein Ding ist. Als wir so durch die Straßen schlenderten stand er plötzlich vor uns: der ultimative blau-weiße Partybus! Also ich muss schon sagen, portugiesische Polizisten sehen echt lecker aus!^^ Unter viel Gelächter und dem passenden Gesang machte ich sogar ein paar Fotos von den Schnuckelchen. (Für alle, die beim Lesen jetzt fragend auf den Bildschirm starren: das ist mal wieder ein Insider^^). Auf einem größeren Platz stießen wir auf eine folkloristische Aufführung mit Musik und Tanz, die uns in Ihren Bann zog. Gemütlich spazierten wir anschließend wieder zurück zu den Shuttlebussen und gingen dann wieder an Bord, nachdem wir uns im Hafen mit Portwein eingedeckt hatten (dieser sollte die Reise nicht überleben^^).

Lissabon

Nach dem späten Mittagessen (portugiesische Spezialitäten) ging ich alleine wieder von Bord, um durch eine Reihe von Fresstempeln zur Brücke und wieder zurück zu spazieren und die Zollbeamten im Hafen zu begutachten (*kicher*).

Costa Magica

Den Rest des Tages bis zum Abendessen verbrachte ich in der Sonne auf Deck 10 und im Pool.

Der weitere Verlauf des Abends war typisch: fressen bis kurz vorm Platzen und der anschließende Zug durch die Bars. Da der Cocktail des Tages („Sea Breeze“ mit Wodka, Pampelmusensaft und Heidelbeeren) besonders mundete waren wir ein wenig länger als geplant unterwegs bevor wir sanft in den Schlaf geschaukelt wurden.

Fortsetzung folgt …

Weitere Fotos unter: http://bilder.stvc.de/thumbnails-215.stvc

2 Gedanken zu „Auf hoher See 2007 (Teil 2)

  1. -spicy- Beitragsautor

    Teil 3 ist bereits in Arbeit. Ich hoffe, dass ich ihn nächste oder
    übernächste Woche fertig bekomme. Momentan habe ich halt viel zu
    erledigen, da muss das Schwelgen in Urlaubserinnerungen etwas
    warten^^

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