„Andromedas Briefe“ von Adrian Plass

Eine Buchrezension nur für Apophis

(Wer einen Zusammenhang mit der Serie „Andromeda“ vermutet – dem ist nicht so. Tut mir leid)

Weil Apo es sich gewünscht hat und ich es für eine gute Idee hielt, stelle ich hier mal eben das Buch „Andromedas Briefe“ vor.

Andromeda Veal ist ein kleines Mädchen (fast 8, wie sie gerne betont). Bei dem Versuch, gleichzeitig die Rollschuhe von den Füßen und Müsli in den Mund zu bekommen, bricht sie sich den Schenkel und muss ins Krankenhaus. Da ihre Mutter, eine Feministin wie sie im Buche steht, nicht bleiben kann und ihr Vater nicht einmal weiß, dass sie im Krankenhaus ist, langweilt sich die kleine Andy fast zu Tode. Doch zum Glück gibt es da die Familie Plass – bei dieser war Andromeda schon einmal zu Besuch und als die Plassens vom Schicksal der kleinen Frau Veal erfahren, motivieren sie die gesamte Kirchgemeinde zum Briefwechsel. Von nun an erhält Andy Pandy eine Menge skurriler Texte.

Da wäre zum einen Adrian Plass‘ Sohn Gerald, der Andromeda Veal eine Weile mit der Frage beschäftigt, für welchen Namen man das Anagramm „Love and a dream“ zusammenstellen kann. (Anagramm = Umstellung der Buchstaben zu neuen Wörtern)

Charles von der „Bibelschule Tiefe Freunde“ verwirrt das Mädchen mit seinen Gratulationen: „Welch Glück! Auszugleiten und dergestalt den Boden zu berühren, daß die Folge eine ernsthafte Verletzung ist, die nach einer langen Periode intensiver professioneller Pflege verlangt! Was könnte willkomener sein?“ Für diese Zeilen kann sich Andromeda dann aber rächen, als Charles sich bei einem Besuch den Zeh anstößt: „Oh! Eine C anzustoßen!Welches Glück! Welch überflüssige Freude, einen affengailen Schmerz im Fuß zu haben!“ (Mit acht Jahren haut’s bei Andy mit der Rechtschreibung noch nicht immer so hin)

Die etwas engstirnige Mrs.Flushpool weigert sich, das Mädchen beim Namen zu nennen, weil sie okkulte Hintergründe vermutet: „Haben dein Vater und deine Mutter etwa in den finsteren Wasserstrudeln der Esoterik herumgeplanscht?“

Aber auch Andromeda’s eigene Briefe sind nicht ganz ohne. Dem Papst schreibt sie, dass sie es nicht fair findet, wenn ungetaufte Babys „for der Himmels-Forte Limbo tanzen“ müssen und anstatt „mit Liebe“ schreibt sie „Logische Bindungen“ oder „Nohtschlachtungsfoll“ in ihre Signatur. Außerdem borgt sie sich Geralds „persönliches Problem“ aus – seinen Walkman.

Letztendlich wendet sich die kleine Veal mit ihren Fragen (Wer Gott gemacht hat, wo der Himmel ist und ab sie bald Schokolade bekommt) ganz nach oben – und schreibt einen Brief an Gott.

Fazit: Adrian Plass müsste eigentlich seine eigene Sparte bekommen: „Liebevolles Blödeln mit Religion“. Wie auch in seinen anderen Büchern werden die Macken der Christen ordentlich auf die Schippe genommen und dennoch versteckt sich immer ein kleiner spiritueller Ratgeber darin, der einem sagt: Komm, sei nicht so! Auch Gott hat Humor!
Für mich genau das Richtige – ich hab mich schief gelacht.

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