Archiv für den Monat: November 2008

Die Welt steht nicht mehr lange…

Wie der Titel schon so schön sagt: die Welt steht nicht mehr lange.

Aber nicht wegen Wirtschaftskrisen, Kriegen oder weil die Computer wie Weltherrschaft an sich reißen (übrigens: „Tom“, das Macbook einer Freundin, hat damit wohl begonnen. Er tut nur noch was er will – seid wachsam), sondern weil Uri Geller Kontakt aufnimmt.

Ich denke jetzt einfach mal spontan das die meisten sich hier verwirrt am Kopf kratzen und mit dem Gedanken spielen das Fenster zu schließen. Bitte warten.
Lassen Sie mich erklären.
Und die, die wissen wovon ich spreche, kratzen sich jetzt vielleicht auch am Kopf, aber sie wissen wovon ich rede.

Also morgen, am 15 Tag des 11 Monats des 8 Jahres des 2 Jahrtausend der neuen Zeitrechnung wird ein selbsternannter Wundermagier namens Uri Geller, der so toll ist das nur noch Pro7 ihm einen Anstellung gibt, Kontakt mit Aliens aufnehmen. Wir erinnern uns schnell flüchtig daran das er bereits vor kurzem neue Zauberer live anwerben wollte, wobei das Publikum mitsprechen durfte, und drehen uns schon selber einen Strick um dieser Qual zu entgehen.
Und jetzt will dieser Zauberer auch noch Kontakt aufnehmen.  Fragt sich nur wie? Vielleicht mit einer Kristallkugel wie bei Nostradamus-TV? Oder blickt er angestrengt in die Kamera und überlegt sich welche gehirnamputierten Personen starr zurückblicken?
Mag vielleicht sein das das eintritt, lassen wir uns überraschen.
Ich will hier die andere Schiene des Seins betrachten.

Nehmen wir einmal an wir sind eine hoch entwickelte außerirdische Rasse auf der Suche nach anderem Leben im All und empfangen plötzlich Signal von Uri Geller. Was würden wir tun?
Also ich zumindest würde nicht freudig durchs Raumschiff turnen wie es Menschen in Houston bei der NASA tun würden wenn Aliens mit uns Kontakt aufnehmen. Ich würde mich verwirrt am Kopf kratzen und wenn Uri Geller weiter seinen Senf in die Kamera quatscht schon mal den Todeslaser auf die Erde ausrichten.
Denn intelligentes Leben hin oder her, wer nichts besseres zu senden hat als das, kann so intelligent nicht sein. Dabei ist anzumerken das die Aliens sich vielleicht entscheiden uns zu versklaven, aber da stellt sich dann wieder die Frage ob sterben nicht ein einfacherer Weg ist.

Wie auch immer.
In Anbetracht dieser Tatsache habe ich mich nun entschieden, da die Welt morgen ja spätestens nach Ende der Sendung von bösartigen Aliens zerstört oder versklavt wird, ein paar Dinge zu tun. Erstens habe ich meine Hausbar ausgeräumt, sogar den teueren Stoff.
In der Pfanne bruzelt ein gutes Steak und in Kürze treffen die meisten von denen Leuten ein, die mir was bedeuten. Zwar fehlen mir viele, die ich gerne hier hätte, aber die Zeit hat leider nicht gereicht.
Diesen Personen schicke ich hiermit schöne Grüße und hoffe dass ihre Apokalypse nicht zu schmerzhaft wird. Und sollte ich mich irren und kein intelligentes Leben reagiert auf Uri Gellers „ET-nach-Hause-Telefonierer“ (vielleicht weil sie intelligent genug sind den Anrufbeantworter einzuschalten), hatte ich trotzdem einen schönen Abend mit meinen Freunden.

Und sollte Darth Vader das lesen: mein Lichtschwert ist länger als deins – ätsch!
Noch einen schönen Tag

Komivo on Tour – Bamberg was my first love…

…and it will be my last. Die letzte Reise trete ich in die Stadt an, die mir zwei Jahre lang eine schöne Heimat war. Dort will ich mich mit meiner besten Freundin treffen, denn sie hat damals noch mit mir studiert. Zusammen wollen wir in der Vergangenheit schwelgen, die alten Plätze aufsuchen und in unsere ehemalige Lieblingsdisco gehen. Anschließend pennen wir in ihrem Golf.

Um 9:43 sitze ich im Zug und freu mich fast tot. Die Bilder im meinen Kopf erzählen mir die kleinen Geschichten von damals noch einmal: Wie wir Baywatch am Baggersee nachdrehten, zu Ostern Shokoladenriegel verteilten, betrunken Fahrräder am Bahnhof klauten (aber auch wieder zurückstellten, keine Angst)…
Mir fällt wieder ein, wie sehr ich die 4 Stunden Fahrt gehasst habe, wenn ich meine Eltern besuchen musste. Aber mittlerweile bin ich ja Zugprofi und habe genügend Beschäftigung. Außerdem ist es immer wieder schön, den Nachbarn zu lauschen. Zum Beispiel sitzt da nicht unweit von mir ein Experte für Alles – manch einer kennt den Menschenschlag vielleicht. Gerade regt er sich mit einer emsigen Ja-Sagerin über die sich nicht integrierenden Türken auf. Wenn die wenigstens Deutsch sprechen würden! Aber nein! Da mischt sich allerdings ein Herr von nebenan ein. Er sei auch Türke, meint er akzentfrei, und er habe doch die Feststellung gemacht, dass manche deutschen Kinder schwerer zum Hochdeutschen finden würden, als seine Kinder. Außerdem werde recht schnell jemand als Türke bezeichnet, der eigentlich ein Kurde ist. Die meisten Deutschen wissen ja nicht einmal, das es diesen Unterschied gibt, das nur so am Rande.
Einen Moment ist Ruhe und ich lache leise in mich hinein. Aber der Alleswisser fängt sich schnell wieder und beginnt mit dem Widersacher ein diplomatisches Gespräch. Immerhin.

Derweil kommt zum fünften Mal dieselbe Durchsage und auch ich möchte dringlichst darauf aufmerksam machen, dass das Bayernticket nur mit Unterschrift und für die zweite Klasse gilt. Die erste Klasse ist nur für Reisende mit Erste Klasse Ticket. Wer ein Ticket der zweiten Klasse hat und sich in der ersten Klasse befindet, wäre doch herzlichst dazu aufgefordert, diese zu verlassen. Außerdem ist die Verspätung des Zuges um 6 Minuten zu beachten und zu verzeihen. Man wiederholt: „Achtung! Das Bayernticket…“
Ich werde wahnsinnig, wenn das so weitergeht.

Um 13.45 bin ich in Bamberg und die Golfinatorin kommt fünf Minuten nach mir an. Wir haben uns seit einer halben Ewigkeiten nicht gesehen, aber es ist alles wie immer. Bald haben wir neue Running-Gags gefunden und ziehen lachend die geplanten Kreise. Erste Station ist der Chinese, nicht weit vom Bahnhof entfernt. Er ist der Beste und danach sind wir pappsatt. Jetzt werden alle anderen Orte abgeklappert. Es geht zum Dom, in den Rosengarten, an die Universität, zum Baggersee, in die Disco. Wir rauchen viel und reden noch mehr, bald schon werden wir wehmütig. Die zwei Jahre hier waren schon etwas ganz Besonderes – mir kommt es so vor, als wäre in Bamberg immer nur Sommer gewesen.

Etwas außerhalb der Stadt schlafen wir volltrunken im Auto ein, wie in guten alten Zeiten.
Nach der Heimreise am nächsten Tag werfe ich mein Ferienticket fast in den Müll, doch dann entscheide ich mich doch dafür, es in mein Album zu kleben. Dann wird mir immer wieder einfallen, wieviel Spaß ich damit hatte.

Und nun noch ein kleiner Schluss – Appell: Steigt dann und wann in den Zug und kurvt ein bisschen rum in der Nachbarschaft – es gibt sicher viele Städte in der Region, in denen ihr noch nicht gewesen seid und sie sind bestimmt schöner, als ihr glaubt.

Eure Komo