Werbung gibt mir Kraft
Manche Werbungen sind so herrlich blöd, dass ich sie am liebsten für die Nachwelt aufzeichnen möchte.
Eine meiner Lieblingswerbungen ist die mit den zwei älteren Damen, von denen sich die Eine doch glatt weigert, die heißgeliebten Mohnbrötchen, die ihr angeboten wurden, anzunehmen. Begründung: “Ich hab da was am Zahnfleisch!” Und dann kommt mein Lieblingspart! Die andere Dame, wahrscheinlich ausgebildete Super-Zahnfleisch-Expertin mit Mohnbrötchendiplom wirft beim Sprechakt ihrer Freundin nur einen kurzen Blick auf deren Zähne, erkennt rasch alle speziellen Symptome dieser Zahnfleischentzündung, erstellt eben so schnell eine Diagnose und kann somit fachmännisch beurteilen: “Hat ich neulich auch! Aber ich hab’s weg gekriegt mit…” (Hier versagt schon mal der ganze Sinn der Sendung, denn ich kann mir das Wundermittel partout nicht merken). Woah! Wozu noch Ärzte aufsuchen, wenn die Freunde des Semmel-Mohns schon genau Bescheid wissen! Aber schon der entsetzte Ausruf am Anfang des Spots “Ich dachte du liiiiieeeebst Mohnbrötchen!” lässt mich ja mißtrauisch werden. Warum ist das so eine große Sache? Meine Theorie: Dieser harmlose Werbespot ist eine geschickt getarnte Agentengeschichte. Da will doch tatsächlich die eine Agentin die andere mit einem Mohnbrötchen vergiften! Aber die, nicht blöd, checkt die Sachlage und täuscht Zahnprobleme vor. Das kann Agentin Nummer eins nicht gelten lassen und preist ein Wundermittel an – damit die Alte sich doch noch das Brötchen in die Frete schiebt. FIES! Und verdammt, wie geht es weiter? Muss das sein, dass die spannende Werbung ständig vom Spielfilm unterbrochen wird? Und hat irgendjemand Litwinenko vielleicht vor seinem Tod den Satz: “Ich dachte du liiiiieeeebst Sushi?” unterbreitet?
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